Ein tiefschwarzer Umhang wehte im Wind, als ein weißes Pferd den gewundenen Pfad nach Bruchtal hinunter ritt. Auf seinem Rücken ein Reiter, die Schenkel fest gegen die Seiten des Pferdes gedrückt und die Zügel in beiden Händen.
Der Reiter ritt so schnell, dass die Wachen auf den Türmen von Bruchtal mehrere Male hinsehen mussten, bis sie ihn sahen.
„Ein Reiter!" wurde gerufen und das Tor wurde geöffnet.
„Was sucht ihr hier, zu so später Stunde?!" rief eine Wache, als der Reiter durch das Tor ritt und sein Pferd zum stehen brachte.
Ohne ein Wort, warf der Reiter seine Kapuze zurück und sah auf.
„Herr Haldir." stellten die Wachen fest und deuteten eine Verbeugung an.
Wortlos schwang Haldir sich aus dem Sattel, strich seinem Pferd einmal über die Nüstern und ging dann auf das Herrenhaus von Bruchtal zu.
Den Herren von Bruchtal fand Haldir in der Bibliothek.
„Haldir, was führt Euch zu mir?" wollte Herr Elrond wissen, welcher mit dem Rücken zu Haldir saß und nicht mal von seinen Pergamenten aufsah.
Schnellen Schrittes trat Haldir die Stufen hoch, trat hinter Elrond und ließ einen Umschlag mit dem Wachssiegel von Galadriel vor Elrond auf den Tisch fallen.
„Der Falke wurde Gesichtet. Es ist soweit." erklärte Haldir. Sofort sah Elrond auf, nahm dann den Brief in die Hand und brach das Siegel.
„Versuche ruhig zu atmen und denke daran, dir kann nichts passiert. Ich bin die ganze Zeit an deiner Seite." raunte Nihal der kleinen Freda zu, welche am späten Abend, vor ihr auf einem Tisch lag und mit unruhigem Blick schnell durch die Halle sah.
„Es wird alles gut." flüsterte Nihal, hauchte Freda einen Kuss auf das Haar und hob beide Hände an. Die legte sie sanft auf Fredas Schläfen ab.
„Ruhig." wiederholte Nihal und fasste schnell fest zu.
Mit einem Stoß, der durch Fredas Körper ging, warf Nihal den Kopf in den Nacken und ihre Hände fixieren sich an Fredas Schläfen. "Freda!" rief ihr Bruder und wollte zu seiner Schwester laufen, doch Legolas warf einen Arm um den Jungen und hielt ihn zurück.
Als wäre Freda eingeschlafen, lag sie ruhig atmend, mit geschlossenen Augen, auf dem Tisch und Nihal saß mit leerem Blick da.
Was sie genau sah, konnte man nicht sagen.
Sie reagierte auf nichts, nicht mal darauf, als Aragorn ihr mit der Hand vor den Augen hin und her fuhr.
"Was geschieht mit ihnen?" wollte König Théoden wissen und trat näher an Nihal und das Kind heran. "Ihre Majestät tritt in den Geist des Kindes ein. Sieht was das Mädchen gesehen hat." erklärte Legolas, welcher noch immer den Jungen fest hielt.
So sehr sich Éothain auch wehrte und versuchte den Arm von Legolas zu lösen, der Elb hielt ihn so sehr fest, dass er nicht loskam.
"Sie weiß was sie tunt." sagte Legolas mehr zu sich selbst, als zu dem Jungen.
"Freda." schifte der Junge den Tränen nahe. Aragorn trat neben Legolas und strich dem Jungen einmal über das Haar.
Auch der König von Rohan trat an die Seite des Elben, stellte sich mit dem Rücken zu dem Jungen, neigte sich dem Elb leicht entgegen und raunte leise: "Hat sie das schon mal getan?"
"Baw.(Nein.)" schüttelte Legolas leicht den Kopf und antwortete dabei ebenso leise wie der König gefragt hatte. "Woher weiß sie dann was zu tun ist?" fuhr der König mit gedämpfter Stimme fort. "Die Vala wissen es." antwortete Legolas.
Verstehend nickte König Théoden und wandte sich wieder zu Freda und Nihal um. Nihal blinzelte noch nicht mal.
Die Stunden verstrichen, ohne dass der König, die Gefährten oder der Junge von Nihals und Fredas Seite wichen. In all der Zeit zuckte Freda kein einziges Mal und Nihals Augen blieben starr.
Keiner der Männer berührte das Kind oder die Königin, niemand wagte es, aus furcht etwas einzureißen, was Nihal erreicht hatte oder gar die Verbindung der Beiden abzubrechen. Auch wenn allen die Unbehaglichkeit und die Sorge ins Gesicht geschrieben stand.
"Das geht nun schon seit Stunden so. Warum wachen sie denn nicht auf?" wollte Éothain nach der gefühlten Ewigkeit wissen.
"Wir müssen warten." erwiderte Gandalf, welcher langsam, Pfeife rauchend, im Raum auf und ab ging.
Doch auch Legolas teilte langsam die Sorge des Jungen.
Hätte er nicht das sanfte Heben und Senken von Nihals Brust gesehen, hätte er beschworen, sie wäre tot.
"Das ist anders, als die Male davor." traten Aragorn und Gimli an die Seiten von Legolas.
"Die letzten Male hat sie durch Gegenstände erfahren was passierte, diesmal schreitet sie durch den verstand eines Kindes." antwortete Legolas und neigte sich mit verschränkten Armen etwas Aragorn entgegen.
"Das Mädchen ist noch zu klein um wirklich zu verstehen, was um sie herum passiert. Nihal muss die richtigen Erinnerungen erst finden. Sehen was wirklich passiert ist und nicht was der Verstand des Kindes daraus gemacht hat." fügte der Elb hinzu.
Als hätte Freda gehört was Legolas gesagt hatte, riss das Mädchen die Augen auf, schrie auf und setzte sich schnell auf.
"Freda!" stieß Aragorn aus und lief mit Legolas schnell zum Tisch. Kaum erreichten der König, Aragorn und der Elb den Tisch, verdrehte Nihal die Augen und kippte nach hinten.
Nihal wurde von König Théoden abgefangen. Ihr Kopf fiel in seine Armbeuge, als Théoden sie vorsichtig auf dem Boden ablegte.
Mit panischem Blick sah Freda sich um und warf die Arme um Legolas, als der sie unter den Armen hochhob.
"Bring sie raus!" rief Gandalf und trat schnell an Nihals Seite.
Legolas nickte einmal, drückte mit einer Hand den Kopf von Freda gegen seine Schulter und trug sie aus dem Saal.
"Se gewinnt an Stärke." zischte der schwarze Reiter und sah auf die, vor sich, kniende Gestalt runter. "Ich hätte sie töten sollen, als sie noch ein Kind war." erwiderte der Untergebene.
"Ja, nur hast du es versäumt, als du die Gelegenheit hattest!" zischte der Hexenkönig erzürnt.
"Das gesamte Land feiert sie, als die Erlöserin. Ihr Eintreffen in Rohan hat alles verändert. Sie muss sterben!" forderte der König. "Ja Herr, aber auf die richtige Art,- zur Richtigen Zeit. So das es ein jeder sieht. Sie ist nach Lady Galadriel die mächtigste Elbin der Zeit. Wenn sie stirbt, wird das Land ihr folgen, dann haben sie keine Hoffnung mehr." erklärte die Gestalt unter dem Umhang.
"Viele haben sie noch nie gesehen und feiern sie wie eine Göttin selbst." zischte der Nazgul erzürnt. "Das wird aufhören Herr. Auch sie ist nicht über den Tod erhaben. Sobald sie stirbt, wird die letzte Stärke der Menschen, Zwerge und Elben fallen.- Vertraut mir Meister, Königin Nihal wird fallen." versicherte der Diener.
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Bloodrain (Herr der Ringe FF Legolas FF)
FanfictionAlles hat man ihr genommen. Ihre Eltern, als sie ein Kind war, ihr Königreich, als sie eine junge Königin war und ihre kindliche Zofe, als sie mit ihr zu fliehen versuchte. Sie regierte eines der größten Empire von Mittelerde. Mordor, ihren Eltern...
