Mit geschlossenen Augen und den Haaren zu einem Dutt eingedreht lag Nihal in der Badewanne.
Der König hatte in seiner gesamten Stadt nach einem Mädchen gesucht, welche elbisch sprach und tatsächlich ein junges Mädchen gefunden, welche ein paar Sätze elbisch sprechen konnte.
Diese junge Frau saß nun hinter Nihal und strich ihr mit einer Hand voll Rosenblättern immer und immer wieder über die Schultern und die Arme.
"Herrin?" fragte das Mädchen, nach einer Weile.
"Hmh?" machte Nihal zur Antwort, ohne die Augen zu öffnen. "Müssen wir Edoras verlassen?" fragte das Mädchen mit vorsichtiger Stimme.
"Das muss der König entscheiden." antwortete Nihal.
"Sie wurden hinterrücks angegriffen und sie wurden nicht gewarnt." erklärte Nihal und sah einmal in die Männerrunde.
Blass die der erste Winterschnee, saß König Théoden auf seinem Thron und rieb sich überfordert die Augen. Gandalf welcher neben dem König saß, sah diesen an und fügte hinzu: "Dies ist nur ein Vorgeschmack des Schreckens, welchen Saruman heraufbeschwört. Es wird noch schlimmer werden, wenn Ihr euch ihm nicht entgegenstellen werdet."
"Und was soll ich Eurer Meinung nach tun, Gandalf? Einen offenen Krieg werde ich nicht riskieren." erklärte Théoden und erhob sich von seinem Thron.
Nachdenklich begann er auf und ab zu schreiten.
"Ein Krieg steht euch bevor und weder Sauron noch Saruman wird es kümmern, ob ihr ihn riskieren wollt oder nicht." erwiderte Aragorn, welcher mit seiner Pfeife in der Hand auf einer der Bänke im Thronsaal saß.
"Ebenso wenig wird es einen von beiden kümmern, ob ihr hier Frauen und Kinder in eurem Land habt. Sie wird man als erste niederschlagen. Das Blut eurer Kinder wird die Erde eures Landes tränken." fügte Nihal hinzu, welche ebenfalls auf einer der Bänke, mit überschlagenen beinen saß, Legolas hinter sich, welcher ich beide Hände auf den Schultern abgelegt hatte.
Mit einem Kopfschütteln wandte sich Théoden ab.
Nihal schob Legolas Hände von ihren Schultern und erhob sich. "My Lord, Euer Reich wird fallen, ebenso wie das meine. Ich habe den Fehler gemacht, blind für die Bedrohung zu sein, als meine Feinde den Kreis um meinen Palast schlossen. Das Ende meines Fehlers war, dass mein Volk, meine Kinder für diesen bezahlen mussten. Manche mit ihrem Leben oder mit dem Leben ihrer Eltern. Ich spreche nicht als Königin zu Euch, denn dies ist nicht mein Königreich. Ich spreche, als Mutter von meinem Volk zu euch. Haltet Eure Feinde fern von Euren Frauen und Kindern." sprach Nihal mit ruhiger Stimme zu König Théoden.
"Wie entscheidet ihr?" wollte Gandalf wissen und sah König Théoden mit erwartendem Blick an.
Es fest gegen die Tür von Nihal geklopft und das Mädchen, genau wie Nihal wandten schnell den Kopf zur Tür herum.
Es dauerte keinen Moment und Nihal erkannte den Herzschlag, vor der Tür.
"Mae Legolas." legte Nihal den Kopf zurück gegen den Wannenrand.
Als Legolas eintrat nickte er einmal zur Tür und das Mädchen verließ schnellen Schrittes das Gemach von Nihal.
"Was führt dich zu mir?" wollte Nihal wissen, als Legolas sich auf den Wannenrand setzte.
"Wo ist Freda?" fragte Nihal und sah Legolas mit schräggelegtem Kopf an.
"Bei ihrem Bruder." erwiderte Legolas, griff in die Schale mit Rosenblättern, nahm eine Handvoll und griff dann in die Wanne.
"Aber sie wünscht, heute Nacht bei dir zu schlafen." sah Legolas einen Moment zu ihr, mit einem vielsagenden Lächeln hoch und hob Nihals Bein aus dem Wasser. Nihal zog einen Mundwinkel zu einem Lächeln hoch und legte ihr Bein auf den Oberschenkeln von Legolas ab.
"Die Kleine ist ganz vernarrt in dich." fügte Legolas hin zu, tauchte die Hand mit den Rosenblättern im Badewasser ein und strich Nihal dann mit den nassen Rosenblättern die Beine auf und ab.
"Ich bin eine Elbin und eine Königin noch dazu. Wundert es dich?" erwiderte Nihal mit einem leisen Lachen und schloss die Augen, während Legolas ihr weiter die Beine mit den Rosenblättern sanft auf und ab rieb.
"Eigentlich nicht. Doch vermute ich es ist weniger die Tatsache, dass du eine Königin bist, die dieses Kind in Staunen versetzt, sondern mehr, dass du ihr Wärme entgegenbringst." erklärte Legolas und strich Nihals Kniekehle mit den Rosenblättern hinauf.
"Meinst du?" sah Nihal ihn an. Legolas nickte, legte Nihals Bein zurück in die Wanne und hob das andere aus dem Wasser.
Auch dieses rieb er sanft mit den Rosenblättern ab.
"Hat Théoden schon eine Entscheidung getroffen?" wollte Nihal schließlich wissen und Legolas sah sie an.
Er ließ die Blütenblätter in eine leere Schale neben dem Becken fallen und legte dann beide Hände auf Nihal Knie ab. "Noch nicht." antwortete er und strich ihr sanft über ihr Bein.
"Ich bleibe die Nacht über bei Freda, aber sollte er heute Nacht eine Entscheidung fällen, holst du mich ohne Umwege." forderte Nihal und setzte sich ein Stück auf.
Wortlos ließ Legolas Nihals Bein zurück ins Wasser gleiten, griff dann unter Wasser und zog sie an der Hand in eine aufrechte Position.
"Natürlich." erwiderte er, zog ihre Hand zu sich heran und gab Nihal einen Kuss auf die Handfläche.
Er strich ihr noch einmal über die Schulter, dann stand er vom Wannenrand auf und verließ ihr Zimmer.
Mit einem tiefen Durchatmen ließ Nihal sich zurück ins Wasser gleiten und schloss die Augen.
Keiner der Gefährten schlief in dieser Nacht. Keiner.
Nihal lag wach im Bett, mit Freda im Arm, welche sich dicht an ihre Brust geschmiegt hatte und einen Arm von Nihal fest umklammerte. Sie sah zu dem Fenster hinaus, vor dem die Vorhände sanft hin und her wehten und dem Mond draußen so einen mystischen Glanz verliehen.
Aragorn und Legolas schritten durch die leeren Straßen von Edoras ohne ein Wort zu sprechen. Selbst Gimli war wach, saß draußen vor dem Portal des Herrenhauses, rauchte Pfeife und Gandalf saß stillschweigend in der goldenen Halle von Rohan.
Alle warteten sie auf die Entscheidung des Königs, welcher in seinem Gemacht saß und die ganze Zeit starr auf die Flagge von Rohan blickte.
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Bloodrain (Herr der Ringe FF Legolas FF)
FanfictionAlles hat man ihr genommen. Ihre Eltern, als sie ein Kind war, ihr Königreich, als sie eine junge Königin war und ihre kindliche Zofe, als sie mit ihr zu fliehen versuchte. Sie regierte eines der größten Empire von Mittelerde. Mordor, ihren Eltern...
