Immer wieder fallen meine Augen fast zu. Alles schmerzt. Ich bin müde. Kaputt. Ein Fuß setze ich vor den anderen. Immer wieder verschwimmt das Bild vor meinen Augen. Meine Knie knicken immer öfter ein. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten. Es wird schon dunkel. Wir alle, meine ganze Einheit kann kaum grade stehen. Unsere Sachen sind nass geschwitzt. Schweißperlen fließen über unsere Schläfen. Alle Gesichter sind rot. Alle Augen halb geschlossen durch die Erschöpfung. Wie lange laufen wir nun schon? Ich weiß es nicht mehr. Wir dürfen aber nicht stehen bleiben. Immer und immer weiter müssen uns unsere Füße tragen. „Wir Eyes. Wir sind in keiner Hinsicht Menschen.“ hallen die Worte meines Lehrers in meinem Kopf wieder. „Unsere Körper sind Robuster. Unsere Augen etwas Mystisches.“ fuhr er fort. Ich traf ihn. Nachdem ich mit Paulus gegessen hatte. Er lief an uns vorbei. Ich war aufgestanden. Er hatte mich entdeckt. Er kam zu uns. Paulus war sofort aufgestanden. Wir begrüßten ihn, ich natürlich stumm. Paulus hatte ihm irgendwie erzählt das ich das mit unserer Rasse noch nicht verstanden habe. Wenige Minuten später standen mein Lehrer und ich hinter dem Langen Gebäude an dem die Roboter das Essen ausgaben. Hier war niemand. Er fing an mir alles zu erklären. „Wir Eyes. Wir sind in keiner Hinsicht Menschen. Unsere Körper sind Robuster. Unsere Augen etwas Mystisches.“ hatte er begonnen. „Niemand weiß woher wir kommen. Wir waren irgendwie irgendwann einfach da.“ fuhr er fort. Er nahm seine Mütze ab und fuhr sich über seine kurzen Haare. „Unsere Augen machen uns aus. Sicher auch der Rest unseres Körpers ist sonderbar. Wir Roten sind unmenschlich stark. Die Braunen schnell wie das Licht. Die Grünen können auf unglaublich weite Entfernungen Millimeter genau Ziele Werfen, treffen jedes Ziel auf das sie Werfen. Die Blauen haben eine Ausdauer wie sonst niemand. Sie könnten Tage durchrennen. Erst dann sind sie erschöpft. Die Grauen können unheimlich hoch springen.Zu den Violetten gehören ihre Messer einfach. Sie sind ein Teil von ihnen, könnte man sagen... Ebenso ist es bei den Gelben. Ihr Schlagstock ist wie das Ende ihres Armes. Mit ihm sind sie nahe zu unbesiegbar. Doch Sila, das ist nicht alles. Unsere Augen. Sila unsere Augen machen uns zu dem was wir sind.“ flüsterte er. Er ging etwas in die Knie und sah zu mir rauf in meine Augen. Denn ich konnte nur auf den Boden starren. Irgendwie hörte sich das so komisch an. Ich versuche alle Fakten zu behalten. Doch diese kamen alle nur in meinem Kopf an. Mein Herz konnte es nicht wahr haben. Doch da sahen mich Sarwigs Fels Augen aufrichtig an. „Mir wurde von Anton erzählt du wärst eine Scannerin. Das ist besonders. Wir Roten haben eigentlich alle Laser Augen. Für wenige Sekunden können wir mit unseren Augen einen Laser entwickeln. Dieser ist so stark das er alles was wir damit treffen schmelzen. Du bist eine Scannerin. Solche Augen haben eigentlich nur die Violetten. Damit bist du ungefähr wie ein Radar. In einem bestimmten Radius von dir kannst du alles erkennen. Du tust das meist unterbewusst. Doch manchmal hast du einen so genannten Scann. Dann taucht das Bild in deinem Kopf auf. Du siehst alles in deinem Umfeld in deinem innerem Auge. Unglaublich oder? Es gibt noch mehr Augen. Die Braunen zum Beispiel haben die Time- Augen. Ihr Gehirn ist so schnell das sie wenn sie wollen alles viel langsamer sehen. So Zeitlupen-mäßig. Das unterstützt sie sehr bei ihrer Geschwindigkeit.“ er sah mich begeistert an. Er besitzt Stolz. Er ist Stolz auf seine Rasse obwohl die Menschen uns wie Dreck behandeln. „Die Gelben haben den Erkennerblick. Dieser ist unglaublich. Sie sehen Menschen an und wissen einfach über die Gefühle, Fähigkeiten und Schwächen einer Person Bescheid. Da ihre Augen so extrem gut sind das sie den Körper und seine Sprache perfekt analysieren können. Das wissen das sie dazu brauchen haben sie in die Wiege gelegt bekommen. Unfassbar oder?“ die Augen meines Lehrers funkelten begeistert. Er begann beim Reden wild mit seinem ganzen Körper zu Gestikulieren. „Da sind auch noch die Blauen Augen! Sie Filmen alles. Diese Filme haben sie in ihrem Kopf. Unglaublich genau. So gut wie diese sind können Menschen nicht einmal sehen. Dazu können sie diese immer Aufrufen. Sie können an stellen anhalten. Sie können alles. Wie als wäre es ein Film. Sie nehmen jede Sekunde ihres Lebens mit ihren Augen auf. Unfassbar oder? Oder, oder... die Grünen, die Grünen sie sind ebenso unfassbar. Mit ihren Augen können sie ihre Ziele anvisieren. Wie wir mit unseren Visieren. Genial oder? So ähnlich sind auch die Augen der Grauen. Sie können mit ihren Augen Zoomen. Mega Geil, oder?“ mein Lehrer grinste mich frech an. „Dann gibt es noch zwei Arten von Augen die etwas eigen sind. Sie gehören keiner Unterart speziell an. Zum einem gibt es den Wärme Blick. Wie der Junge ihn hatte, mit dem du ebent dort saßt. Zum anderen gibt es die Art, die ich besitze. Die Hypnose- Augen. Mit unseren Augen können Eyes wie ich Menschen manipulieren, hypnotisieren... eine düstere Eigenschaft.“ er fuhr sich erneut durch die Haare. Etwas verlegen. Auf alle arten ist er stolz und fasziniert. Nur seine Augen findet er düster. Er schämt sich sie zu besitzen. Das konnte ich in seinen Augen sehen. Er fühlte sich unwohl. Seine Laune war umgeschlagen. Er war wie noch nie zuvor. Er legte mir eine Hand auf meine Schulter. „Auch unser Blut ist nicht normal. Vor allem das von uns, den Roten ist unheimlich. Doch das erzähle ich dir später, gut? Ich muss los. Habe noch viel zu tun... Passe auf dich auf.“ nuschelte er nur. Dann nahm er wieder seine Haltung ein. Er war wieder der Soldat, so wie ich ihn kennengelernt hatte. Ohne Charakter. Einfach nur ein Werkzeug. Wie lange er wohl schon hier ist? Das Bedürfnis mehr über meinen Lehrer zu erfahren entstand. Er lebt in dieser Welt. Trotzdem ist er so wie er ist. Verplant, unordentlich, manchmal wie ein kleines Kind da mit großen Augen durch die Welt geht und alles großartig findet. Dazu ist er fürsorglich, Humorvoll und ehrlich. Wie hat er es geschafft er zu sein? Er ist wohl nicht nur Körperlich unheimlich stark. Auch sein Geist scheint stark wie Herkules zu sein. Ich Atme ein, aus, ein, aus. Meine Lunge brennt. Meine Erinnerung kehrt immer wieder zurück. Immer wieder spielt sich die Szene in meinem Kopf an. Das sollen wir sein? Das sind Eyes wirklich? Ich kann es immer noch nicht glauben. Das synchrone Geräusch von den Füßen meiner Einheit und mir motiviert. Es bildet einen Rhythmus aus dem man nicht heraus kommt. Nur deswegen laufe ich noch. Ich löse meinen Blick vom Boden welchen ich die ganze Zeit beobachte wie er unter mir entlang zieht. Vorne laufen drei Menschen entspannt vor uns, 13 erschöpften jungen Eyes. Es sind unsere drei Blauen. Tanya Jung, sie ist etwas größer als ich. Sie hat kurze dunkelblonde Haare die sie zu einem kleinen Zopf gebunden hat. Willhelm Graf, der kleinste Junge in dieser Einheit. Also auch kleiner als ich. Mit seinen Blonden kurzen Haaren und seinem frechen Blick, den er immer hat wenn keine Erwachsenen in Sicht sind wirkt er aber ganz verschmitzt. Und natürlich Paulus Hansen. Der Junge mit dem ich mich irgendwie angefreundet habe. Ungefähr gleich groß, nicht sehr breit gebaut aber auch nicht schmal. Seine Haare wirken karamell- farbend. Das ist mir aufgefallen als er beim Essen seine Mütze abgenommen hatte. Er hat einen liebevollen und fürsorglichen Blick, der aber gleichzeitig auch hundertprozentig sicher und überzeugt ist, manchmal wirken seine Augen auch kalt. Wenn er trainiert zum Beispiel... So wie jetzt. Doch es ist deprimierend. Die drei sehen grade mal so aus als würden sie langsam aus der Puste kommen. Bei mir geschah das ungefähr heute morgen um acht. Seitdem quäle ich mich nur noch. Doch bald, bald kann ich mich vielleicht endlich in mein Bett fallen lassen. Schlafen ich will nur noch schlafen. Ein Gong ertönt von überall. Alle bleiben stehen. Meine Beine Zittern. Doch ich schaffe es mich grade und aufrecht zu halten. „Bis morgen um 7 Uhr.“ verabschieden sich Ida Brandes und Anton Sander. Wir verteilen uns in alle Richtungen. Bald. Bald liege ich in meinem Bett. Sage ich mir immer und immer wieder. Marion läuft vor mir. Er ist auch kaputt. Doch nicht ansatzweise so extrem wie ich. Na gut. Er ist es gewohnt. Ich nicht. Ich bin einfach nur fertig. Es ist mein erster Tag. Noch nie durfte ich richtig Sport machen weil ich mich sonst verraten hätte. Und jetzt von Null auf Hundert. Dafür habe ich mich echt gut geschlagen. Ich bin stolz auf mich. Immer näher kommt mein heruntergekommenes Wohnheim. Ich beeile mich so gut ich kann. Doch ich bin zu kaputt um wirklich schnell zu sein. Ich erklimme die drei Stufen hinauf zu der Tür. Stemme diese mit alle noch übrigen Kraft auf. Gehe in den Vorraum. Erreiche meine Zimmer Tür. Öffne sie. Alles dreht sich. Ich taumle auf mein Bett zu. Ich kann grade so noch meine Weste öffnen. Laut höre ich sie zu Boden Fallen. Dann falle ich in mein Bett. Sofort wird alles schwarz und jeder Schmerz löst sich von mir. Ich atme tief ein. „Auch unser Blut ist nicht normal. Vor allem das von uns, den Roten ist unheimlich. Doch das erzähle ich dir später, gut? Ich muss los. Habe noch viel zu tun... Passe auf dich auf.“ hallen die Worte meines Lehrers durch meinen Kopf. Laut stößt die Luft aus meiner Lunge. Blut? Was meint er? Was soll damit sein? Schleicht der letzte Gedanke durch meinen Kopf. Danach wird alles still und ich falle in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
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Sila Klein
FantasyNiemand weiß was wir genau sind, doch jeder meint zu wissen WIE wir sind. Grausam,herzlos, nur so beschreibt man uns. Doch wir wissen nicht mal wodurch wir ihren Hass gelegt haben und weswegen wir ihn unser ganzes Leben bestimmen lassen müssen. Wir...
