Überall fanden sich schon nach und nach die Auszubildenden ein. Manche gingen in Gruppen. Manche alleine. Klein, groß, schmal, breit. Alle hier sehen unterschiedlich aus. Doch alle haben Augen die klar und leuchtend die Umgebung wahrnehmen. Doch sie laufen alle grade, behalten ihre Haltung und sind in die Uniform gesteckt worden. Sie reden normal. Sie sehen nicht nur streng nach vorne. Ist das erlaubt? Dürfen wir auch in unserer kaum vorhandenen Freizeit auch mal reden? Darf ich hier vielleicht Freunde finden? Irgendwie ein Leben haben? Schwirren mir die Fragen in meinem Kopf herum. Zwei um die zwanzig Jahre alten Frauen laufen an mir vorbei und kichern. Doch dann sehen sie mich an. Ich erwidere ernst ihren Blick. Sie sind sicher ein Kopf größer als ich, doch sie verstummen auf einmal und sehen mich schockiert an. Man scheint mir meine Laune an zu sehen. Diese Übungsplätze sind nichts weiter als ein Schild mit einer Nummer und darum herum ein Viereck, gekennzeichnet durch einem Rand aus Pflastersteinen. Die scheinen sich ja viel aus uns zu machen. Dürfen den ganzen Tag in der Höllenhitze in dicken und schweren Sachen schwitzen, auf einem staubigem Feld aus Sand, dass man eigentlich nicht mal ein echtes Feld nennen kann. Unsere Wohnhäuser sind herunter gekommen. Wir haben keine eigenen Zimmer, keine Rechte. Was haben wir eigentlich? Wir haben 15 Jahre unseres Lebens. Dort durften wir normal sein. Die Erinnerung daran ist alles was wir haben. Für diese werde ich kämpfen. Ich will nur noch einmal Papa sehen. Ihn in meine Arme schließen. Ihm danke für alles sagen. Doch dafür muss ich mitspielen... Das Feld erscheint vor mir. Sechs Jungen stehen an dem Schild, auf dem lieblos die Zahl 61 abgebildet wurde. Ich stelle mich hinter den Rand des Feldes und nehme meine Haltung ein. Ich bin da. Doch zu dieses Typen werde ich nicht gehen. Wenn ich Glück habe bemerken sie mich nicht einmal! Doch da stößt ein schwarzhaariger Junge mit giftgrünen Augen schon den Typ neben ihm an. Groß und breit gebaut. Leicht dunklere Haut. Dunkle, braune Augen sehen mich an. Blonde, abrasierte Haare gucken unter seiner Mütze hervor. „Bruno. Guck mal ist das nicht Sila … irgendwas? Die, die gestern abgeholt werden sollte.“ höre ich den Grünäugigen sagen. Jetzt drehen sich auch die anderen vier zu mir. Sie sehen gut aus. Doch viel wichtiger. Sie sind die ersten Eyes in meinem Alter die ich kennenlerne. Dazu auch noch Typen. Es fühlt sich komisch an vor seines gleichen zu stehen... Da merke ich einen Blick wie er mich durchbohrt. Rote Augen. Hitze fließt durch meine Adern. Ganz außen sind steht der besitzer dieser Augen. Er ist wirklich wie ich. Ich sehe ihn an. Unsere Blicke treffen sich. Er funkelt mich böse an. Er ist groß. Der größte von den Jungs hier. Dabei ist der Kleinste von denen schon einen Kopf größer als ich... Wie stark der Junge wohl ist? Würde er es aushalten wenn ich ihn mit voller Wucht schlage? Ich durfte noch nie Menschen auch nur anstupsen. Ich bin einfach zu stark. Doch vielleicht ist er sogar stärker als ich? „Marion. Pass auf. Wenn du sie noch lange anstarrst wirst du vielleicht noch durch ihren Blick getötet. Sie ist erst seit gestern da. Das heißt sie kann ihre Augen wohl noch nicht kontrollieren“ sagt der kleinste von den Typen. Dunkelbraune Haare. Violette Augen. Zwei große Messer an seinem Gürtel und viele Kleine. Er ist ein schmal gebauter Typ. Doch das hat nichts zu sagen. An seiner Haltung alleine kann man seine perfekte Körperspannung erkennen. Wenn ich ihn sauer machen würde könnte er schneller als schnell kurzen Prozess mit mir machen. Unangenehmer Gedanke. Doch neben ihm steht ein Typ der ungefähr genauso groß ist. Er hat seine Mütze grade abgenommen und streift sich durch seine abrasierten Haare. Dunkelblond, würde ich sagen. „Deine Alpha Bruno. Viel Spaß. Sie sieht nicht schlecht aus. Doch freundlich wirkt sie nicht.“ meint er und seine gelben Augen mustern mich. Ich hebe meine Hand. Überrascht von meiner Bewegung starren alle sofort auf meine Hand. Ich sehe wie sich ihre Körper anspannen. Auf einmal erscheint wie ein Blitz in meinem Kopf und ich kriege alles mit. Selbst das was nicht in meinem Blickfeld ist. Ich sehe rotes Licht in den Augen des Rotäugigen. Das zucken der braunen Augen die mich ansehen. Das die Pupille der grauen Augen sich erweitert, die Iris tut es ihr gleich. Alle Augen sehen anders aus. Die Violetten scheinen wie als würden sie sich auf der Stelle drehen. Die Haare in meinem Nacken stellen sich auf. Doch auf einmal dreht sie alles. Die Jungs bewegen sich. Sie kommen auf mich zu. Der Braunäugige steht auf einmal vor mir und hält meine Faust. Er sieht mich ernst an. Das alles geschieht in nicht mal einer Sekunde. Dieses Bild. Was war das? Ich wusste auf einmal sogar wer zehn Felder weiter wartete, die zwei jungen Frauen die an mir vorbei gegangen sind vorhin. Doch woher wusste ich das. Wieso hatte ich auf einmal dieses Bild gesehen. Was war das für ein Ausdruck in den Augen der Jungen.. Das dumpfe in den grünen Augen. Die Blauen Augen schienen so als würde die Himmelsfarbe fließen. Die Gelben, sie funkelten ich an. Es war ein funkeln das nicht normal war. „Hey Bruno, beruhige dich. Die kleine hatte grade ihren ersten Scann. Dazu wollte sie nicht mehr als uns den Stinkefinger zeigen. Die hat ein scheiß Laune.“ berichtet der Typ mit den gelben Augen. Bruno zieht seine Augenbrauen hoch. „Ach, wie süß. Eine Rotäugige die Scannt. So besonders bist du wohl doch nicht. Da bist du schon eine Rote und dann kannst du nur die Hälfte was deines gleichen kann.“ lacht er mich aus. Wut steigt in mir auf. Soll ich mir von diesem schwachen Macho auf der Nase rumtanzen lassen? „Verdammt Bruno, höre auf. Denke daran sie ist eine Rote!“ faucht der Gelbäugige. Doch da ist es zu spät ich hebe meine Faust und hohle aus. Doch der Rotäugige schritt ein. Er nimmt meinen Arm und schmeißt mich über seine Schulter. Er ist stark. Ich spüre seine Kraft als ich aufpralle, Meine Schulter beginnt zu brennen . Der Rest fühlt sich nur leicht dumpf an. Ich rolle mich ab und stehe wieder auf. Alle sehen mich an. „Verdammt, für eine Rote bist du sogar zu stark.“ flucht der Rote außer Atem. Die anderen sehen mich böse an. „Du hättest mit diesem Schlag Bruno den Kopf abgerissen.“ knurrt er und hält seine Schulter. „Hey, Jungs was macht ihr da.“ erscheint eine neue Stimme. Ein Mädchen mit langen, geflochtenen, fast weißen Haaren taucht auch. Violette Augen leuchten uns an. „Violetta. Guten Morgen.“ scherzt Bruno. Seinen Name habe ich mir inzwischen gemerkt. „Bruno, Zoran, Max, Dennis, Marion und sogar du Peter. Ihr seit so widerlich. Das Mädchen ist heute zum ersten mal da und schon hakt ihr auf ihr herum.“ mit diesen Worten funkelt sie alle sechst Jungen böse an. Wenn sie einen der Namen sagt zeigt sie auch gleichzeitig auf einen der Jungen. Doch es geht zu schnell, ich kann mit nicht einen Namen merken. „Man Violetta entspanne dich mal. Das ist nicht deine Sache.“ zickt Bruno. „Doch. Uns geht das etwas an.“ Erscheint auch eine neue tiefe Jungen-stimme. „Was willst du denn Paulus?“ fragt der Rotäugige genervt. „Halt die Klappe Marion! Bruno... Du, Violetta, Sila und ich sind ein Team. Uns geht es sehr wohl etwas an, wie du mit unserer Alpha umspringst.“ kontert der Junge, der Paulus zu heißen scheint. Er hat dunkle Haare. Seine Uniform sitzt auffallend korrekt. Himmelblaue Augen sehen böse die Jungen an. Er ist vielleicht nur so groß wie ich. Somit viel kleiner als die anderen Jungs. Doch diese scheinen irgendwie Respekt vor ihm zu haben. „Du hast recht, tut mir leid.“ knurrt Bruno. Paulus kommt zu mir und hält mir seine Hand hin. Ich nehme sie zögernd. Er zieht mich auf die Beine. „Ich bin Paulus Hansen. 15 Jahre, wie alle hier. Seit Dezember letzten Jahres bin ich hier. Ich besitze den Wärme- blick.“ stellt er sich vor. Was meint er denn mit dem wärme Blick? „Der Junge mit den braunen Augen ist Bruno Roth. Er, das Mädchen mit den violetten Augen, Violetta Seidel, du und ich. Wir sind ein Team.“ erklärt er. Ich nicke nur. „Der junge mit den grünen Augen ist Zoran Koch, der gelbe ist Maximilian Böhm, da ist dann noch Dennis Jahn der mit den gelben Augen, daneben steht Peter Mann“ beginnt er zu erklären. Peter ist der mit den violetten Augen und den vielen Messern. „Zu guter Letzt ist dort noch Marion Heinrich. Verzeih ihm das er dich so grob behandelt hat. Doch sonst hättest du Bruno wohl einen Kopf kürzer gemacht.“ entschuldigt sich Paulus für Marion. Ich nicke nur. „Hey Sila. Wieso redest du eigentlich nicht.“ fragt auf einmal Violetta die über Paulus Schulter schielt. Sie ist wirklich klein. Sogar noch kleiner als Paulus und ich. So einen halben Kopf. Mein Blick versteinert sich. Sie hat recht. Seit ich zuhause war habe ich nichts mehr gesagt als „Jawohl Sir.“ ...Wieso? weil ich mich fühle als könnte ich gar nicht reden. Als würde meine Trauer meine Stimme ersticken. Maximilian stellt sich vor mich. „Tut mir leid. Ich habe gar nicht gesehen wie sehr du das alles hier hasst. Ich dachte am Anfang du hättest einfach nur schlechte Laune.“ sagt er. Ich sehe ihn erstaunt an, sein schadenfrohes grinsen ignoriere ich einfach. „Ich habe den so genannten Erkenner- Blick. Ich sehe Menschen an und weiß sofort über ihre Gefühle Bescheid. Ich sehe ob sie lügen. Ob sie ehrlich, aufrichtig und treu sind. Ich sehe auch wo die Schwächen der Personen sind...“ erklärt er. Was redet er da? Augen nutzen, hä? Wärmeblick, Erkenner- Blick. Was kommt als nächstes? Die Augen mit den Mann durch Wände sehen kann? „Paulus. Ich glaube sie hat keinen Schimmer was wir wirklich sind. Sie scheint gar nichts zu wissen. Sie ist komplett verwirrt.“ stellt Maximilian fest. Ein fieses grinsen erscheint erneut auf seinen Lippen. So ein Arsch. „Da kommen Offizierin Ida Brandes und Offizier Anton Sander. Das erklären muss warten, bis wir Pause haben.“ zischt Paulus und auf einmal stellen sich alles in eine Reihe. Es sind mehr geworden. Sechzehn. So viele sind wir jetzt. Woher ich das weiß? Keine Ahnung. Ich weiß auch das hier zwei Rote in der Reihe stehen, drei Blaue, zwei Violette, zwei Grüne, zwei Gelbe, zwei Graue und drei Braune. Dabei habe ich den meisten noch nie in die Augen gesehen. Besser gesagt knapp die Hälfte habe ich noch gar nicht gesehen! Woher weiß ich das dann? Was hat Maximilian vorhin gesagt? Ich hatte einen Scann? Wie kommt er darauf und was soll das den bitte sein? „ Guten Morgen.“ begrüßen ein Mann und eine Frau uns. Der Mann ist breit gebaut. Er trägt die Weste nicht. Er trägt nur das T-Shirt. Es liegt eng an. Man sieht jeden Muskel seines Körpers. Er trägt eine Sonnenbrille und kaut anscheinend auf einem Kaugummi. So stellt man sich einen Offizier vor. Wirklich er sieht genauso aus. Sein kalter Gesichtsausdruck. Seine Haltung, alles ist Klischee. Die Frau ist im Gegensatz zu ihm schon fast zierlich. Naja wie gesagt, fast. Wie der Mann trägt sie die Weste nicht. Sie hat kein Gramm Fett an sich. Sie ist ein einziger Muskel. Dazu ist ihre Oberweite übersehbar klein. In diesem Punkt sind wir uns wohl ähnlich. Ich hoffe aber um ehrlich zu sein das ich sonst keine Ähnlichkeit mit ihr habe. Dann sie wirkt mit ihrem strengen Dutt schon Angst einflößend, da zu noch ihre giftgrünen Augen. Sie ist ein Albtraum, eine Schreckensvision, oder wie man sie auch bezeichnen will(ein bisschen erinnert sie mich an die Vorstellung einer verbitterten, strengen Tanzlehrerin... Wie gesagt, gruselig halt). Ida Brandes und Anton Sander hatte Paulus sie vorhin genannt. Die Namen passen irgendwie. „Sila Klein, vortreten.“ ruft Ida Brandes. Ich mache einen Schritt nach vorne. „Das ist Sila Klein. Ab heute wird sie im Team drei die Alpha sein.“ stellt mich Ida Brandes vor. „Wegtreten..“ befiehlt sie wieder. Ich gehe wieder zurück in die Reihe. Ida Brandes geht ebenfalls einen Schritt zurück. Anton Sander kommt einen Schritt nach vorne. Er setzt seine Sonnenbrille ab. Und hängt sie an den Kragen seines Shirts. „So ihr Pfeifen. Jetzt beginnt der Morgensport.“ erklingt seine Stimme. Eine Gänsehaut bildet sich auf meinem Ganzen Körper. Diese Stimme. Sie ist bekannt. Alle Beginnen ordentlich hintereinander zu Joggen. Ich stimme mit ein...
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Sila Klein
FantasíaNiemand weiß was wir genau sind, doch jeder meint zu wissen WIE wir sind. Grausam,herzlos, nur so beschreibt man uns. Doch wir wissen nicht mal wodurch wir ihren Hass gelegt haben und weswegen wir ihn unser ganzes Leben bestimmen lassen müssen. Wir...
