Wenn du Tag für Tag nur mit Schmerz und Trauer konfrontiert wirst, dann wird es irgendwann so unerträglich das du aufhörst zu fühlen. Du denkst nicht darüber nach, du fühlst nicht, erinnerst dich nicht. DU wirst kalt. Dein Herz bleibt gleichmäßig. Deine Seele wird kalt. Es wird so kalt wie um einen herum, in dem dauerhaften trauerndem Regen. So geht es mir jedenfalls. Tag für Tag vergeht. Alle gehen weiter nach vorne. Richtung Front. Betten leeren sich. Neue kommen und füllen sie wieder. Nach ein paar Tagen ignorierst du es. Du denkst nicht mehr daran wer dort lag. Es lasst einen kalt. Es lässt mich kalt. Es lässt mich kalt, als Aniel plötzlich alleine wieder kommt. Ein Messer steckt in seinem Bein, überall ist Blut. Sein leerer Blick. Die Tränen die in seinen Augen stehen. Paulus, Bruno, Fynn und Emma, sie kümmern sich um ihn. Nehmen ihn in den Arm. Doch niemand weint. Alle starren nur in die Leere. Ist es krank das mich der Tod zwei guter Freunde kalt lässt?
Luis war wirklich in Ordnung. Er versuchte immer alle zum lachen zu bringen... Er war ein verzweifelter Optimist, der nicht lernen wollte das unsere Welt, unser Leben verdorben ist... Tim war ihm ähnlich. So gutherzig. So fürsorglich. Er war wie ein Vater für uns alle gewesen. Wann immer etwas mit einem von uns war, kam er zu uns und sorgte sich um denjenigen. Sie waren beide gute Eyes, mit einem reinem Herzen. Doch das war wohl ihr Fehler. Denn ich erfahre, dass sie starben weil sie Aniel deschützten. Das erfahre ich am nächsten Tag. Wo man mir ebenfalls sagt das Aniel verschwunden sei. Er wurde in den Krankenflügel gebracht und als man nach ihm fragte meinte man nur. „Es ist kein Aniel Arndt eingeschrieben.“Emma macht sich wirklich Sorgen. Denn sie hat alle wirklich ins Herz geschlossen. Vielleicht sogar mich. Obwohl ich nichts sagen kann. Immer nur daneben sitze und zuhöre. Die Kluft zwischen ihnen und mir wird so immer größer. Sie werden immer engere Freunde, erzählen sich alles. Nur ich sitze da. Schweigend. Sie merken es nicht mal wenn ich aufstehe und gehe. Wirklich! Ich habe es ausprobiert... Niemand fragte was sei. Selbst Paulus ist es egal.
Es kriegt so auch niemand mit wie ich nachts meine Runden ziehe. Denn nicht nur meine Gefühle sind verschwunden. Auch mein Schlaf. Nacht für Nacht liege ich da. Kann nicht Schlafen. Doch müde bin ich nie. Irgendwas stimmt nicht mit mir. Ich bin nie erschöpft. Nie müde. Nie traurig. Nie glücklich. Nie empfinde ich etwas anderes als Kälte, Leere und etwas Hass.
Was ich Hasse? Alles. Jeden. Denn ich bin so egal. Menschen sehen in mir die Waffe. Eyes in mir nichts. Bin ich wirklich nur eine kleine Leiche auf dem großen Schlachtfeld?
Dieser Gedanke widert mich an. Sterben? Keine Option. Ich will kein Niemand mehr sein. Eines Tages komme ich hier raus. Eines Tages werde ich alle Wände durchbrechen und nicht mehr alleine sein. Eines Tages werde ich reden!
Tage vergehen. Die Erste Woche vorüber. Emma lag nun schon dreimal fast Tod im Krankenzimmer. Fynn wird geschmückt mit einer großen Narbe quer über den Hals und Oberkörper. An der Wunde wäre er auch fast gestorben. Ich habe nur eine kleine Wunde am Bauch und an der Linken Schulter abbekommen. Das in den letzten zwei Wochen hier oben. Ich bin Gut. Paulus hat eine Narbe am Kopf, so ein bescheuerter Gelber hat ihn da mit dem Schlagstock erwischt. Bruno hat keine neuen Narben. Er ist der Beste von uns. Ohne ihn wären Paulus und ich sicher schon Tod.
Achso, wie es ist zu toten? Ziemlich entspannend. Nur das stillt meinen brennenden Hass den ich dauerhaft spüre. Ich weiß es ist widerlich. Doch wieso sollte ich Mitleid haben? Fressen oder gefressen werden! So heißt es doch oder? Sie wollen mein Leben, das kriegen sie nicht. Ich werde jeden töten der sich mir in den Weg stellt. Denn ich will leben.
Viele Tage nach meiner Ankunft schleiche ich wie immer durch den endlos langen Raum und beobachte die Waffen beim Albträume haben. Wie sie ihr Gesicht verziehen, flach atmen, weinen. Es ist mir egal. Ich bleibe kurz bei Fynn und Emma stehen. Wie immer halten sie ihre Hände. Emma wimmert im Schlaf. Fynns Gesicht ist voller Angst. Sie Träumen von Tod und Trauer. All das, nur weil sie ihre Gefühle nicht aufgeben wollen. Sie haben zu viel Herz. So quälen sie sich. Dumm. Mehr denke ich dazu nicht, drehe mich um und gehe weiter.
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Sila Klein
FantasyNiemand weiß was wir genau sind, doch jeder meint zu wissen WIE wir sind. Grausam,herzlos, nur so beschreibt man uns. Doch wir wissen nicht mal wodurch wir ihren Hass gelegt haben und weswegen wir ihn unser ganzes Leben bestimmen lassen müssen. Wir...
