Kapitel 36
BELLA BAKER
«Gibt es schon etwas Neues?», wollte sie wissen, nachdem Ayden ihr die Wahrheit über seinen Verbleib erzählt hatte. Melissa schüttelte ihren Kopf und stand auf. Fragend sah ihr Vater zu seiner Tochter.
«Ich will doch nur ins Bad», sprach sie mit leiser Stimme.
«Ich kann sie bringen», meinte Bella und nahm sie am Arm. «Da wollte ich sowieso hin.»
Ihr Vater nickte und ließ sich neben seiner Frau nieder. Auch Ayden hatte sich derweil hingesetzt und schaute fragend zu Bella. Schien er etwas zu ahnen?
Du bist paranoid. Er wird schon nichts ahnen. Wenn du aber so weitermachst, dann wird er es bemerken.
Ihre innere Stimme hatte recht. Seufzend verschwand sie mit Meleks kleiner Schwester in einem anderen Gang. Als sie auf den Toiletten ankamen, überprüfte sie die Kabine.
«Ist sauber.»
Melissa lächelte. «Danke. Wartest du hier?»
Bella nickte, schlug sich aber eine Hand vor den Mund. «Ja.»
Schweigend führte sie Melissa zur Tür und stellte sich vor diese, damit niemand auf die Idee kam, hineinzugehen. In der Zwischenzeit hing sie ihren Gedanken nach. Hatte sie etwas falsch gemacht? Wusste Ayden doch etwas? Und weshalb hatte Cem seine Schwester fast zu Tode geprügelt? Ganz in seiner Erzählung versunken, hatte Bella nicht danach gefragt, weshalb das alles passiert war.
Hast du mal daran gedacht, dass er es auch nicht weiß?
Nein, daran hatte Bella nicht gedacht. Seufzend ging die junge Frau einen Schritt zur Seite und führte das Teenager-Mädchen zum Waschbecken. Als sie ihr ein Papiertuch gereicht hatte, damit diese sich die Hände abtrocknen konnte, verließen die beiden Frauen im Anschluss die Toiletten und liefen zu den anderen.
«Wir haben gute Neuigkeiten», sprach Ayden und legte seiner Schwester einen Arm um die Schultern. Genervt schob Bella ihn von sich, ließ sich auf dem harten Stuhl nieder und sah erwartungsvoll zu ihm auf. Dieser grinste. «Melek ist ansprechbar. Es dürfen aber nur zwei Leute zu ihr.»
«Dann bin ich führ ihre Eltern», schoss es aus Bella. Auch wenn sie Melek gerne sehen wollte, war ihre Familie wichtiger. Bella konnte auch an einem anderen Tag zu ihr gehen und sie im Krankenhaus besuchen.
Ihr Bruder nickte. «Dann bleiben wir noch kurz hier und gehen anschließend wieder?»
Schweigend standen die Eltern auf und liefen in Richtung Zimmer. Die anderen blieben draußen zurück, hingen ihren Gedanken nach. Unbewusst legte Bella eine Hand auf ihren Bauch, der eine kleine Wölbung abzeichnete, wenn man genauer hinsah.
«Geht es dir nicht gut? Hast du schmerzen?», riss Ayden sie aus ihrem Trancezustand.
Sofort ließ sie die Hand sinken, spielte mit ihren Fingern. «Was? Nein, nein. Alles gut.»
Das war nicht gelogen. Sie hatte keine Schmerzen.
Aber du empfindest etwas für deine ungeborenen Kinder.
Wenn sie jetzt etwas sagte, dann wäre alles vorbei. Also presste Bella die Lippen fest aufeinander und versuchte sich zusammenzureißen.
Minuten später kamen die Eltern aus dem Zimmer und blickten Bella an. Die Mutter sprach, doch Bella verstand nichts. Außer ihren eigenen Namen und den ihrer besten Freundin.
«Sie hat gesagt, dass sie dich sehen will», übersetzte Melissa, deren Blick Trauer zeigte.
«Wer hat das gesagt?»
DU LIEST GERADE
Wenn aus Liebe Hass wird
Novela Juvenil+++TEIL EINS+++ Zwei Rivalen. Zwei Feinde. Zwei Liebende. Zwei gegensätzliche Gefühle, die heftig aufeinanderprallen. Zwei Personen, die sich die Köpfe einschlagen, wenn man sie nicht voneinander fern hält. Zwei Personen, die einander bis auf den To...
