„Shoppen! Shoppen!" Jay zieht eine Augenbraue hoch und folgt Dracos aufgeregtes herum hüpfen mit den Augen. Lucien, der ein Buch auf dem Schoß hat, hebt nun den Kopf. „Ja, Draco. Aber fahr die Lautstärke runter. Manche von uns müssen schon wieder lernen." Draco bleibt stehen und hält Luciens Blick für einige Sekunden, bevor er auf den Boden sieht.
Jay lehnt sich zu Lucien und wirft einen Blick in sein Buch. Sauber sind magische Materialen aufgelistet, zusammen mit ihren Eigenschaften und Merkmalen, an denen man sie erkennen kann. Es wundert ihn nicht wirklich, denn das ist das einzige, das Luciens Interesse für eine längere Zeit gehalten hat.
„Wann genau wirst du versuchen, einen Platz unter einem meister zu bekommen?" „Ich habe ein Gespräch übermorgen in Italien." „Viel Glück." „Danke Zwerg." Lucien wuschelt Jay durch die Haare und lächelte. Jay erwiderte das und wendet sich dann Keks zu, die in seinem Schoß zusammengerollt ist.
„Komm schon, Jay. Wir müssen los." „Draco, wir haben noch nicht mal Mittag. Warum sollten wir denn jetzt schon gehen?" „Wir müssen Festumhänge besorgen und das dauert. Sie müssen perfekt sein, perfekt. Sie zeigen unseren Status in der Gesellschaft." „Wofür brauchen wir Festumhänge?" „Ich weiß nicht, aber es ist toll, dass wir sie brauchen. Wir können das Wiesel richtig vorführen."
„Das sollte nicht dein Ziel sein, sondern allein die angemessene Präsentation deiner Familie." Alle drei Jungs sehen Lucius an, als dieser den Raum betritt. „Du weißt doch sicher, warum wir Festumhänge in der Schule brauchen." „Das weiß ich tatsächlich." „Und?" „Ich kann mich nicht erinnern, dass du eine Frage gestellt hättest, Draco."
„Wieso genau benötigen wir einen Festumhang dieses Schuljahr?" „Es ist den Eltern der Schüler nicht gestattet, diese Information zu enthüllen. Und ich habe nicht vor, das Vertrauen der Verantwortlichen zu zerstören." „Draco, lass es gut sein. Du wirst es nicht erfahren und das ist auch in Ordnung so. Also lass dich wie alle anderen überraschen."
„Ich wette, Nick Potter weiß es schon." „Vielleicht. Aber das zeigt nichts anderes außer, dass James Potter nicht verantwortungsbewusst und vertrauensvoll ist. Es wird seinen Stand in der Gesellschaft definitiv nicht verbessern, sollte sein Sohn mit solchem Wissen prahlen." Lucius sieht auf den jüngeren Blonden und dieser senkt den Kopf.
„Müssen wir wirklich schon los?" Jay sieht seinen Vater an und dieser nickt. „Wir haben einen Termin bei meinem Schneider, der euch die Festumhänge nähen wird und ich denke, dass Lucien die Ruhe gut tun wird." Jay nickt, steht auf und zieht sich seine Schuhe an. „Shoppen! Shoppen!" Draco hüpft um ihn herum, diesmal allerdings leiser als zuvor.
Lucius appariert sie beide in die Winkelgasse, in der trotz des guten Wetters nicht allzu viel los ist. Jay fragt Lucius, warum dies so ist. „Es ist Mittagszeit, aber noch nicht spät genug für die meisten, um Mittagessen zu gehen. Zudem ist es ein Wochentag und viele müssen arbeiten." Jay nickt und lässt seinen Blick über die Schaufenster gleiten.
„Jill." Die junge Frau sitzt vor einem der Lokale in der Sonne und unterhält sich mit einer anderen jungen Frau, mit kurzen, roten Haaren. Nun aber sieht sie sich um, entdeckt sie und lächelt. „Hey. Lillia, das sind Jay Malfoy, Lucius Malfoy und Draco ähm... ist es Malfoy, Black oder von Schönau?" Eine leichte Röte zieht sich über ihre Wangen und sie sieht unter den Wimpern zu Lucius.
„Black ist korrekt." Sie nickt. „Jay, du erinnerst dich vielleicht an Lillia Coe? Sie war auch in Slytherin, im Jahrgang über mir. Wir arbeiten gemeinsam im Saint Mungos." „Erfreut ihre Bekanntschaft zu machen." Lucius gibt Lillia die Hand und Jay nickt, ehe er Jill umarmt. „Ganz meinerseits." Lillia erwidert und sieht dann zu Jill.
„Du arbeitest bereits?" platzt es aus Draco heraus. „Ja. Eigentlich hätte ich erst im September anfangen sollen, wie alle, die nach bestandenen Prüfungen vom Mungos angestellt wurden, aber wir wurden nach dem Finale als Backup gerufen, weil es einfach zu viele Verletzte gab und gibt und daher haben wir unsere Arbeit schon früher angetreten."
„Habt ihr jetzt schon Mittagspause?" Jill lacht. „Ja. Als die neuen bekommen wir noch die unbeliebten Zeiten für die Pausen und müssen während der Essenszeiten Schicht schieben. Aber gut, das war zu erwarten." „Da hat es die Trankabteilung echt besser. Wir können Pause machen, wenn die Tränke es erlauben." „Was auch nicht immer ein Vorteil sein muss." lacht Jill.
„Wir lassen die Damen dann ihre Pause genießen. Ihr beide habt einen Termin." unterbricht Lucius das Gespräch und Jay wirft Jill noch einen traurigen Blick zu. „Nicht traurig sein. Ich komme garantiert noch einmal bei euch vorbei, bevor es für dich wieder zur Schule geht. Auch wenn der Sommerball dieses Jahr leider ausgefallen ist."
„Es wäre unverantwortlich gewesen, diesen stattfinden zu lassen, nachdem was bei dem Finale passiert ist." „Dies ist wahr, es war dennoch Schade, dass es ausgefallen ist." Lucius neigt den Kopf und Jill schüttelt ihren amüsiert, wendet sich dann aber dem Kellner zu, der ihnen ihr Essen bringt.
„Viel Spaß beim Shoppen." ruft Jill ihnen noch hinterher, dann sind sie außerhalb der Sichtweite des Lokals. Draco hüpft von einem Fuß auf den anderen, bis er die Schneiderei entdeckt. Ohne auf Lucius oder Jay zu warten, stürmt er in den Laden. „Wir haben bei seiner Erziehung versagt. Zumindest was seine Manieren anbelangt."
„Ah Mister Malfoy. Es ist doch immer eine Ehre, Sie in meinem bescheidenen Laden begrüßen zu dürfen. Der junge Mister Black hat mich bereits aufgeklärt. Sie benötigen Festtagsroben für die jungen Herren, ihrem Stand angemessen." Der Mann tritt hinter dem Tresen hervor, die stechend grünen Augen erfassen Jay.
„Wahrlich außergewöhnliche Augen. Wie die meinen. Ich denke, wir können sie noch mehr strahlen lassen um sie als Fokus zu setzen. Allerdings nicht mit den Farben der Saison. Also etwas klassisches, zeitloses. Oder was meinen Sie, Mister Malfoy?" „Ich vertraue die beiden ihren fähigen Händen an, Fabian."
Fabian klatscht in die Hände. „Wundervoll. Dann kommt mal mit ihr beiden. Wir müssen unbedingt einige Modelle ansehen. Aber ich denke, dass wir wundervoll. Dies hier für den jungen Mister Black und dies wegen der Farbe. Etwas weiblich vielleicht, aber warum nicht? Zumindest einmal als Versuch."
Er zieht immer mal wieder einen Umhang von den Stangen oder auch ein Stück Stoff aus einem Fach, während er Jay und Draco zu zwei Umkleiden im hinteren Teil des Ladens drängt. Lucius schüttelt amüsiert den Kopf und setzt sich auf eines der Sofas.
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Die neue Generation im Haus der Schlangen
FanfictionJay kehrt zu seinem vierten Jahr nach Hogwarts zurück, das erste Mal ohne seine Beschützer. So verändert sich auch das Haus Slytherin, dass sich so lange auf die Beiden verlassen hat. Während er versuchen muss, sich daran zu gewöhnen und selbst mit...
