Faustkampf

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Jay bewegt seine Figur über das Brett und lehnt sich dann zurück gegen den Sessel hinter ihm. Neben ihm sitzen Nevio, Marie und ein paar andere Zweitklässler, mit denen er ein Brettspiel spielt. In seinem Schoß liegt Hexe, der er mit der linken Hand durch das Fell streicht und sie dazu bringt zu schnurren wie ein gut geölter Motor.

Keks hat sich dagegen auf Maries Schultern zusammengerollt und spielt mit den braunen Strähnen, die ihr immer wieder vor die Pfoten wehen. Zu Jays Erleichterung scheint sich Marie daran aber nicht zu stören, immerhin kraulte sie Keks unterm Kinn wann immer sie nicht an der Reihe war.

„Hah. Gewonnen! Ich habe gewonnen!" Jared springt auf, als er seine Figur ins Ziel gestellt hat, und führt einen Siegestanz mitten in dem Gemeinschaftsraum auf, indem sie sitzen. Außer ihnen sind nur ein paar andere Schüler da, die ihnen einen Moment lang belustige Blicke zuwerfen, sich dann aber wieder ihren eigenen Dingen zuwenden.

„Gut gemacht." lacht Marie und lehnt sich ebenfalls zurück. Keks springt ihr in den Schoß und stupst ihre Hand an, bis diese sie krault. „Wollen wir noch eine Runde spielen oder was anderes?"

„Ich bin für ein anderes Spiel. Jared hat das jetzt dreimal in Folge gewonnen. Das macht keinen Spaß." grummelt Nevio und beginnt bereits damit das Spiel wegzuräumen. Jay hilft ihm und sieht durch den Stapel an Spiele, der auf dem Tisch steht und von dem sie die meisten an diesem Nachmittag schon gespielt haben.

„Hat irgendjemand einen Wunsch?" will Theresa wissen. Als niemand etwas sagt, zieht sie UNO aus dem Stapel. „Das geht schnell. Und niemand weiß vorher, wer gewinnen wird." Sie lacht und Jared seufzt gespielt, stimmt dann aber auch zu.

Theresa mischt die Karten und beginnt auszuteilen, als sich die Tür öffnet und Stimmengewirr den Raum füllt. Die kleine Gruppe kümmert sich nicht darum, sondern achten auf ihre Karten. Jay horcht erst auf, als Nicks Aufmerksamkeit suchende Stimme über die anderen Stimmen tönte. Sein Körper versteift sich und Nevio neben ihm wirft ihm einen fragenden Blick zu.

„Natürlich kenne ich die Savoyen, immerhin ist Sofia meine Verlobte. Ich kann dich natürlich mit ihnen bekannt machen, Mirella. Kann ich dich Mira nennen? Das klingt so viel netter als Mirabella und immerhin sind wir Freunde." Das folgende Kichern kommt von Mirella Faye, einer ihrer Gastschüler von Beauxbatons.

„Sicher. Ich würde mir ja einen Spitznamen ausdenken, aber Nick ist ja schon so ein cooler Name. Da brauchst du wirklich keinen Spitznamen mehr." „Stimmt es, dass du zum Frühjahrsball des italienischen Städtebunds eingeladen bist? Das ist eines der wichtigsten politischen Treffen überhaupt." Henri Petit scheint an Nicks anderer Seite zu kleben.

„Es scheint so. Immerhin will man eher mich, als den Helden der Welt, als einen Underling des dunklen Lords." „Seit wann bist du denn der Held der Welt? Soweit ich weiß, bist du nur der Held der englischen Welt und selbst das ist fraglich. Immerhin zeigst du weder sonderlich gutes Wissen oder Können noch besondere Kräfte. Ziemlich lachhaft für einen Helden der Welt." äfft Marie von ihrem Platz.

Nick wirbelt herum und stapft auf sie zu. „Was hast du zu sagen?" Marie reagiert nicht, sondern legt einfach nur eine Karte, lehnt sich zur Seite, sodass sie den Tisch sehen kann und deutet an, dass Nevio weiter machen soll. Mit einem beunruhigten Blick zu Nick sucht Nevio eine Karte aus und legt sie ab. Nick passt es gar nicht, dass sie ihn ignoriert.

Wütend packt er sie an den Oberarmen, zieht sie auf die Füße und schüttelt sie. „Was hast du zu sagen? Sag es mir ins Gesicht! Oder lass es!" Jay springt auf die Füße. „Lass sie los, Nick." „Oder was?! Was willst du tun? Mir wieder nur dumme Blicke an den Kopf werfen? Oder wieder auf deinen Todesservater warten?! Oder auf die verdammte Jackson?"

„Lass sie los, Nick!" Jay bricht Nicks Halt auf Marie und schiebt sich zwischen sie. Nick muss einen Schritt nach hinten machen, doch er kommt direkt zurück in Jays Gesicht. „Stimmt es, dass sich Jackson nicht nur von dem Todesserabschaum fucken lässt, sondern auch von dem dunklen Lo..." Nick wird durch Jays Faust unterbrochen, die seine Wange trifft und ihn zur Seite wirft.

Ohne Warnung stürzt sich Jay auf ihn und bearbeitet ihn mit seinen Fäusten. Nach einem Moment des Schocks beginnt Nick sich zu wehren. Zwischen den beiden werden nur Fäuste und Füße eingesetzt, die Zauberstäbe vollkommen vergessen. Jays Fingernägel reißen eine blutende Wunde auf Nicks Wange und er muss einen Schlag gegen die Schulter einstecken. Nicks Faust trifft Jays Schläfe und ein heißer Schmerz zuckt durch ihn. Er rammt Nick sein Knie in die Seite.

„Auseinander!" Jay kämpft gegen Nevio und Marie, die ihn mit einem Mal zurückhalten, während Nick in Henris und Maxim Iwanow Armen hängt. Zwischen ihnen steht Marie Faye, die zwischen ihnen hin und her sieht. „Was ist hier los?" Durch die Tür kommt Seren Madley geeilt, hinter ihr eine Erstklässlerin, die sich hinter der Schülersprecherin versteckt.

„Eine Auseinandersetzung zwischen den beiden hier. Nick Potter hat provoziert, aber Jay Malfoy hat zuerst zugeschlagen. Auch wenn Nick vorher die Kleine angegriffen hat." antwortet Marie Faye. Seren sieht alle nacheinander an. „Ich ziehen jedem von euch beiden jeweils hundert Punkte ab. Und ihr werdet jeweils zwei Wochen jeden Abend eine Stunde des Hauslehrers es anderen nachsitzen."

Sie dreht sich um und rauscht aus dem Raum, den sie komplett still hinterlässt. „Nick. Hast du dir was getan?" Mirella eilt zu Nicks Seite, nur um von Marie daran gehindert zu werden.

„Oh, nein, kleine Schwester. Du wirst dich mal schön aus diesem Konflikt heraushalten. Ich habe keine Lust unsere Familie in Gefahr zu sehen, weil du diesen Möchtegern Helden vögeln möchtest. Du hältst dich ab sofort von Nick Potter fern. Der ist eine Gefahr für alle, die in seiner Nähe sind." Marie packt Mirella am Oberarm und schleift sie aus dem Raum.

„Komm. Wir gehen und melden uns in der Krankenstation. Schade, dass Jill nicht mehr da ist. Dann müssten wir da nicht hin." murmelt Marie und reibt sich über die Oberarme.

Die neue Generation im Haus der SchlangenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt