27. Vergangenheit

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Nervös stand ich vor der Hütte und spielte mit meinen Fingern. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals und ich überlegte, ob ich jetzt nicht einfach zurücklaufen sollte. Es war nichts daran auszusetzen, denn keiner hatte mich gesehen.

Ich muss mich ihnen stellen, dachte ich, ich muss es für sie tun! Sie war schließlich eine von ihnen gewesen!

Ich holte tief Luft und klopfte drei Mal an der hölzernen Tür. Ich hörte Schritte und im nächsten Moment öffnete sich quietschend die Tür der Hütte.

Der Mann vor mir war groß und hatte schwarzes Haar, welches langsam anfing grau zu werden. Seine Augen waren fast genauso schwarz wie seine Haar und weiteten sich bei meinem Anblick.

Elisabeth?, fragte er mit einer tiefen Stimme. Hinter ihm hörte ich eine Frau die leise Gebete aufsagte.

Ich schüttelte den Kopf und schluckte. Mein Name ist Clara. Clara Baker. Meine Mutter ist war Elisabeth. Bist du Cavezon?

Ich schaute zu dem Mann hoch, er war mindestens zwei Köpfe größer als ich. Ich hörte den schnellen Herzschlag der Frau in der Hütte, doch auch das Herz von Cavezon beschleunigte sich.

Er baute sich bei meinen Worten zu seiner vollen Größe auf und schaute mich nun mit hasserfüllten Augen an. Verschwinde! Du bist hier nicht erwünscht Blutsauger!

Ich stockte den Atem und schaute ihn überrascht an. Nein, bitte warte doch! Ich flehte ihn an, doch er schlug die Tür vor meiner Nase zu.

Wütend blies ich meine Wangen auf und fuhr mir mit einer Hand durch meine Haare, doch ich gab nicht auf. Wieder klopfte ich drei Mal an der Tür und hörte von innen, dass es eine große Diskussion gab, ob sie wieder die Tür öffnen sollte oder riskieren sollte, dass ich wütend wurde und die Tür eintrat.

Macht bitte die Tür wieder auf, ich möchte nur mit euch reden. Ansonsten überlege ich mir wirklich, ob ich die Tür eintreten soll, rief ich durch die Tür und fügte dann noch schnell hinzu. Ich möchte euch nichts tun, bitte glaubt mir. Es war die Wahrheit.

Wieder hörte ich Schritte, dieses Mal jedoch zögerlich und dann öffnete sich die Tür.

Du hast fünf Minuten, ertönte die Stimme von Cavezon.

Zögerlich trat ich in die Hütte ein und schaute auf eine Frau mit schwarzen Haaren und grauen Ansätzen. Sie hingegen schaute mich mit ihren hellbraunen, mit falten umrandeten Augen an.

Hallo, begrüßte ich sie freundlich und lächelte leicht. Ich versuchte dabei nicht meine Zähne zu zeigen.

Hallo Clara, grüßte sie zurück. Ihre Stimme war warm und freundlich. Ich bin Huyana.

Ich weiß, antwortete ich ihr. Fallender Regen. Meine Antwort brachte sie zum Lächeln und auch ich lächelte breiter, dabei entblößte ich meine Zähne. Ihr Lächeln erstarb und sie wich einen Schritt nach hinten zurück. Ihr Herz raste.

Ich schüttelte den Kopf. Nein hab keine Angst. Ich werde euch nichts tun. Ich möchte euch kennenlernen.

Cavezon stellte sich beschützend vor seine Frau. Wir wollen dich aber nicht kennenlernen. Elisabeth hat sich von über 40 Jahren entschieden. Sie hat sich für diesen Blutsauger entschieden und ihre ganze Familie und ihren Stamm verraten!

Ich schaute ihn wütend an. Wie kannst du nur so etwas sagen? Ihr habt sie vertrieben! Sie war nicht mehr erwünscht und wurde verstoßen! Du musst doch wissen, wie machtlos man gegen eine Prägung ist! Ich schaute Huyana an, die einen weiteren Schritt zurückwich.

Unendlichkeit.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt