Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen hatte, doch als ich meine Augen aufschlug war es draußen hell. Ich lag auf einer warmen nackten Brust und diesmal erschrak ich nicht über die Person unter mir.
Seth hatte beide Arme um mich geschlungen, mein Beine waren mit seinen verknotet und jemand hatte uns zugedeckt, vielleicht sogar er selber. So leise und mit so wenig Gezappel wie möglich schnappte ich mir mein Handy auf der anderen Seite der Couch. Es war bereits nach 10 Uhr morgens, wir hatten also die ersten Stunden in der Schule verpasst.
Schulterzuckend drehte ich mich auf die andere Seite, sofort hatte sich Seth zu mir gedreht und fest in den Arm genommen. Glücklich schloss ich meine Augen und döste wieder ein, Schule war doch nur eine Nebensache, die ich schon viele Male durchhatte und sich in Zukunft nicht ändern würde.
Wo ist sie?, riss mich eine schreiende Stimme aus dem Schlaf und auch Seth zuckte hinter mir zusammen.
Leah kam wütend ins Wohnzimmer gestürmt, sie zitterte wieder und um ihrem Arm hatte sie eine Schlinge. Das leichte Schlafmittel von Carlisle hatte wohl nachgelassen.
Was ist denn wieder?, fragte Seth mit schläfriger genervter Stimme und stand auf. Ich folgte ihm und schon stand Leah vor uns.
Wie hast du das gemacht? Wer hat dir überhaupt die Erlaubnis gegeben mich zu kontrollieren? DU hast kein Recht dazu und sonst auch niemand! Sie schrie mich an.
Beruhig dich, befahl ich, hob die Hand und ließ sie langsam wieder senken. Im selben Moment hörte sie auf zu zittern. Sie presste die Zähne aufeinander.
Lass das! Sie machte einen Schritt auf mich zu, sofort stand Seth vor mir und legte ihr eine Hand auf die Schulter.
Seine Stimme war herrisch und deutlich. Du lässt sie jetzt endlich in Ruhe. Wenn du das nicht kannst, dann komm nicht mehr hier her. Erwarte nicht von mir, dass ich dir hinterherlaufe. Du bist meine Schwester, doch du bist so launisch und das seit 20 Jahren! Gönn mir endlich mein Glück und wenn du mehr unter Leute gehen würdest, dann hättest du vielleicht auch schon jemanden gefunden! Es reicht Leah. Reiß dich verdammt nochmal zusammen!
Ihr Gesicht verzog sich schmerzvoll und ich schaute Seth mit großen Augen an.
Seth, sie ist deine Schwester, flüsterte ich ihm zu. Du musst das nicht für mich tun, wir können uns ja aus dem Weg gehen.
Nein Clara. Sie hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Ich habe nachvollzogen, dass sie wegen Sam verletzt war, aber es ist verdammt nochmal lange her und seitdem hat sie andauert schlecht Laune und giftet alles und jeden an. Sein Blick war jetzt wütend auf seine Schwester gerichtet.
Leah hingegen schaute mich an. Wag es ja nie wieder mit mir zu sprechen, geschweige denn mir irgendwelche Befehle zu erteilen. Wenn du meinem Bruder weh tust, dann werde ich dich töten, egal was das oberste Gesetz sagt. Seth zog zischend die Luft ein und knurrte, doch sie drehte sich bloß um und lief hinaus. Ich schaute auf den Boden. Mir war bewusst, was es heißen würde, wenn sie mich versuchen würde zu töten.
Entweder musste ich mich verwandeln oder Seth würde gegen seine Schwester bis zum Tod kämpfen müssen.
Es tut mir leid, flüsterte ich. In meinem Hals hatte sich ein dicker Kloß gebildet.
Hey nein, du bist nicht schuld mein Engel, er strich mir mit der Hand die Wange entlang.
Natürlich! Wenn ich nicht wäre, dann hätte Leah sich nicht so kopfüber in den Kampf gestürzt, wäre nicht verletzt und ich hätte meine Kraft nicht an ihr angewandt. Du wärst immer noch der glückliche Seth und vielleicht hättest du ein Mädchen gefunden, das nicht alt und verkorkst ist. Hätte ich weinen können, dann wären jetzt Tränen über mein Gesicht gelaufen, doch nichts davon geschah.
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Unendlichkeit.
FantasiClara zieht nach Forks und geht dort auf die High School. Sie ist einzigartig, da sie halb Vampir halb Werwolf ist. Dann trifft sie die Cullens, die nach zwei Jahrzehnten wieder in Forks sind, aber sie sind nicht allein. Die Quileute sind dieses Mal...
