Und du bist der sicher, dass sie es dir geglaubt haben?, fragte mich Carlisle mit besorgtem Blick.
Ich nickte heftig. Wenn ich es dir doch sage, Carlisle, ihr Herzschlag war aufgeregt, ihre Blicke fasziniert. Sie haben nicht gewusst was ich bin.
Er strich sich mit einer Hand über das Kinn und überlegte. Er schien noch immer Zweifel zu haben, deswegen drehte ich mich zu Edward um. Schau dir meine Erinnerung an, meine alten Gedanken, ich spielte die ganze Situation von vorne ab, damit er es ein weiteres Mal sehen konnte. Sieht das für dich ängstlich aus?
Nun schüttelte er den Kopf. Nicht wirklich, aber weißt du, dass es niemand sonst gesehen hat?
Es war niemand in der Nähe. Keine Menschen und keine weiteren Vampire, sagte eine Stimme hinter uns. Sie gehörte Jacob, welcher gerade wiederkam.
Seht ihr! Wir sollten lieber herausfinden, wie ich aufhöre in der verdammten Sonne zu glitzern, als wäre ich eine Diskokugel! Ich war aufgebracht, bereute meine Worte sofort, als ich sah, dass Edward und sein Adoptivvater das Gesicht verzogen. Entschuldigung, murmelte ich sofort. Es war trotzdem nicht normal für mich, es störte mich, denn ich liebte die Sonne.
Der Vampirdoktor, wie ihn alle Wölfe nannten, bat mich mit ihm in sein Behandlungszimmer zu kommen.
Du hast mir nie erzählt, dass sich für dich Dinge geändert haben, seit du in Kontakt mit Vampirgift warst. Er schaute mich ein wenig sauer und vorwurfsvoll an.
N-nein, stotterte ich, schaute zu Boden auf meine Füße.
Clara du musst mir so etwas sagen! Du gehörst jetzt unter anderem zu uns, wir sind alle eine große Familie. Wieso vertraust mir nicht? Er schrie zwar nicht, trotzdem hörte ich aus seiner Stimme die Wut.
Es liegt nicht am Vertrauen, ich würde jedem von euch mein Leben anvertrauen! Aber nach Nessie, nach Seth und nach meinem Arm, ich zeigte auf ihn und schüttelte den Kopf. Ich wollte nicht noch mehr Probleme anschleppen. Es geht mir gut, nur, dass ich jetzt besser sehe und höre. Meine Haut war anfangs kalt, aber jetzt ist sie wieder warm. Die Sonne hat hier seit Wochen nicht geschienen und ich wusste nicht, dass ich wie ein Vampir glitzern würde, das musst du mir glauben!
Er überbrückte die Distanz zwischen uns und legte eine Hand auf meine Schulter. Natürlich glaube ich dir. Aber du bist nicht mehr alleine, das musst du verstehen. Du kannst deine Veränderungen, Probleme oder Erlebnisse immer mit uns teilen, hast du verstanden? Wir sind jetzt für dich da.
Ich starrte ich an und war unfähig ein Wort zu sagen, deswegen nickte ich langsam und tat dann etwas, was ich noch nie bei ihm getan hatte. Ich umarmte ihn herzlich. Danke, hauchte ich ihm tonlos zu.
Spät in der Nacht (Erzähler Sicht)
Eine dunkle Gestalt lauerte auf dem Dach des Forks Community Hospitals. Sie schien auf etwas zu warten.
In dem Moment erlosch das Licht im Raum der Kühlkammer in dem das gesamte Blut des Krankenhauses gelagert wurde.
Geräuschlos glitt die dunkle Gestalt hinunter zum Fenster des Raumes und genauso geräuschlos wurde dieses geöffnet. Elegant glitt sie in den dunklen Raum und horchte auf. Die Schwestern auf der Station quatschten gemütlich über ihre neusten Eroberungen. Die Nachtschicht war bis dahin still und eher langweilig gewesen, sodass sie nicht allzu aufmerksam waren.
Die Tür des Kühlschrankes quietschte beim Öffnen und kurz verharrte die unbekannte Gestalt, horchte auf. Aber die Schwestern hatten weiterhin nichts mitbekommen.
In übernatürlicher Geschwindigkeit stopfte sie den gesamten Inhalt des Kühlschrankes in die Tasche und verschloss sie. Fürs Erste sollte es reichen.
Der Durst jedoch war zu stark. Gierig riss sie den nächsten Kühlschrank auf und packte den nächstgelegenen Beutel, nur um dann die Zähne hinein zu schlagen und gierig den Saft des Lebens zu sich zu nehmen.
Ein Stöhnen entfuhr dem Vampir als es kalt die Kehle hinunterlief, dadurch den schmerzenden Durst vorerst löschte.
Mit einem Mal erstarrte sie, horchte auf, doch es war bereits zu spät.
Ich hol noch schnell einmal AB Positiv, trällerte die Schwester fröhlich und riss die Tür auf. Der Lichtschein des Ganges erhellte den Raum ein wenig und bevor die Schwester das Licht im Raum einschalten konnte erstarrte sie.
Was tun sie da?!, schrie sie erschrocken auf, ihre Augen waren vor Angst und Schreck weit aufgerissen.
Leben kehrte in den Vampiren zurück, packte die vollgepackte Tasche und lief auf das Fenster zu.
Hilfe! Die Schreie der mittzwanziger Schwester hallten durch den Flur, doch der Eindringling war bereits fort und mit ihm eine ganze Ladung AB Positiv.
Claras Sicht
Wieso nur tat ich mir das nach so einer langen Zeit immer wieder an? Ich hasste die Schule, doch irgendwo zu leben und nichts zu tun, war auf Dauer unglaublich langweilig. Vielleicht sollte ich mit Seth in den Urlaub fahren? Nur wir beide am Strand, Cocktails in der Hand und die Sonne auf unseren bereits warmen Körpern.
Grässliche Idee, sagte eine Stimme mir, du glitzerst in der Sonne wie eine Diskokugel.
Großartig, murmelte ich mir selber zu und stellte den Motor auf dem Parkplatz der Forks High-School ab.
Zum Glück hatten wir Alice, die vorausschauen konnte, ob die Sonne scheinen würde oder ob es in Strömen regnen würde. Letzteres traf heute zu.
Die Nacht war quälend langsam vergangen. Ohne Seth einzuschlafen, war nahezu unmöglich, weswegen ich mich die ganze Nacht herumgewälzt hatte. Die schlaflose Nacht sah man mir dementsprechend an.
Wow, du siehst ja schon fast so aus wie wir, begrüßt mich Emmett mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht.
Als Antwort knurrte ich leise und schaute mich um. Wo ist Seth?
Matt antwortete mir. Er kommt heute nicht.
Ich runzelte verwundert die Stirn. Warum nicht? Edward las natürlich meine Gedanken.
Es gab einen Vorfall im Krankenhaus. Carlisle, Jasper und Alice, sowie ein paar der Wölfe wollen der Sache auf den Grund gehen.
Was für ein Vorfall?
Nessie ging fröhlich zu mir rüber und hackte sich ein, dann erzählte sie mir leise über das Geschehen in der Nacht. Im Krankenhaus wurde eingebrochen. Die Blutbank wurde ausgeraubt und wir denken, naja eigentlich wissen wir es, dass es ein Vampir war. Ich meine, was soll ein Mensch mit so vielen Blutkonserven? Jedenfalls, gehen sie der Sache auf den Grund und suchen ihn.
Abrupt blieb ich stehen. Es gab nur einen Vampir, der menschliches Blut zu sich nahm und in letzter Zeit in Forks war.
Vater.
Wir müssen etwas gegen ihn unternehmen!, schrie ich, als bei den Cullens zu Hause ankam.
Carlisle war so ruhig wie immer. Bitte Clara, das werden wir, aber wir wissen nicht, ob er es tatsächlich war.
Verwundert runzelte ich die Stirn. Was soll das heißen? Ich schaute auf Jasper. Habt ihr ihn denn nicht am Geruch erkannt?
Jasper schüttelte den Kopf. Es war nicht derselbe.
Natürlich nicht. Mein Vater war nie der Typ, der lange alleine bleibt. Es waren bestimmt irgendwelche verdammten Freunde von ihm. Hat denn diese Schwester nichts gesehen? Irgendein Hinweis auf den Einbrecher?
Sie wusste nicht mal, ob es ein Mann oder eine Frau war so schnell war er weg. Wenn die Volturi davon erfährt, dann werde sie an uns denken! Edward biss die Zähne zusammen, er war wütend. Es sollte nicht noch mal die Volturi in die Nähe seiner Tochter kommen, das wusste ich.
Ich klatschte die Hände zusammen und stand schließlich von der Couch auf. Gut, dann lasst uns William finden und ihn zur Rede stellen. Wer weiß, vielleicht ist das irgendeiner seiner Rachepläne.
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Unendlichkeit.
FantasiaClara zieht nach Forks und geht dort auf die High School. Sie ist einzigartig, da sie halb Vampir halb Werwolf ist. Dann trifft sie die Cullens, die nach zwei Jahrzehnten wieder in Forks sind, aber sie sind nicht allein. Die Quileute sind dieses Mal...
