"Hier sind wir." öffnete Rebekah die Haustüre und trat zur Seite.
Die Hände in ihren Manteltasche tief vergraben trat Alicia hinter Rebekah in das Haus ein. Elijah war direkt hinter ihr und trug ihre Reisetasche in einer Hand.
"Kol. Kol wach auf." hörte Elijah Klaus zischen, gefolgt von einem leisen Schlag.
"Bin wach." japste Kol nach Luft und stand schnell aus seinem Sessel auf, in dem er eingeschlafen war.
Elijah stellte, als er das Haus betreten hatte, Alicias Reisetasche, neben der Tür ab und trat an die Seite des Mädchens.
"Willkommen im Mikaelson Manor in Venedig." zeigte Elijah mit einer ausladenden Geste durch die großen Eingangshalle, von der man in den Salon, Des Essenssalon, die Bibliothek und die Küche kam. Die weißen Marmorböden glänzten und eine breite Sanduhrentreppe führte aus dem Erdgeschoss in den ersten Stock, wo die Badezimmer, Ankleidezimmer und Schlafzimmer lagen. Im Dritten Stock befanden sich die Arbeitszimmer, Klaus Atelier und noch ein paar freie Räume.
"Sie ist endlich da." kam Klaus mit Kol aus dem Empfangssalon und betrat die Eingangshalle. Skeptisch sah Alicia von Klaus zu Kol und wieder zurück.
"Das sind meine Brüder." setzte Elijah an und zeigte auf Klaus und Kol.
"Ich weiß wer sie sind. Die Hexen haben mir bereits alles über eure Familie erzählt." fiel Alicia Elijah in das Wort und sah ihn ernst an.
"Dann bringe ich dich auf dein Zimmer." nickte Elijah, griff wieder nach Alicias Reisetasche und wies die Treppe hoch.
Als Elijah und Alicia das obere Ende der Treppe erreichten lehnte sich Klaus unten gegen das Treppengeländer ab und nahm seiner Schwester Rebekah den Mantel ab, welchen sie auszog.
"Der Schuss geht nach hinten los." schüttelte Kol den Kopf und strich sich das dichte, braune Haar nach hinten.
"Das wird er nicht." erwiderte Rebekah entschlossen.
"Die kann ihn ja kaum ansehen, vor Angst." zischte Kol und zeigte die Treppe hinauf.
"Sei ruhig." fauchte Rebekah.
"Hier rein." blieb Elijah vor einer der dunkel gestrichenen Türe stehen, auf der in goldener Farbe, ein geschwungenes A stand.
Er lehnte sich an den Türrahmen und nickte auf den silbernen Türknauf.
"Nur zu." nickte Elijah und stellte die Tasche vor sich ab.
Mit einem Mal, packte Alicia um den Türknauf zu und öffnete vorsichtig die Tür. Das Zimmer war wirklich nicht das, was sie erwartet hatte.
Ein Himmelbett, offene, große Fenster vor denen sich die langen, dünnen Vorhänge leicht im Wind wiegten.
Ein alter Sekretär, auf dem ein Füller und Briefpapier lagen, ein Schminktisch mit Spiegel, auf dem allerlei Sachen standen und ein halb hoher Schrank. Von der Decke hing ein kleiner Kronleuchter, an dem die Kristalle im Licht glitzerten.
"Die rechts führt zum Ankleidezimmer, links in dein Badezimmer." erklärte Elijah, als Alicia in das Zimmer eintrat. Er selbst stellte sich vor die Tür und blieb dort stehen.
Elijah stellte Alicias Reisetasche vor sich und verpasste dieser einen leichten Tritt. Schon schlidderte sie über die Türschwelle in ihr Zimmer.
"Weder ich noch meine Geschwister können dieses Zimmer betreten. Auch kein anderer Vampir. Nicht solange du keinen hereinbittest. Einmal hereingebeten, können wir dieses Zimmer immer betreten." erklärte Elijah und ging auf die Tür zu.
"Sieh her." forderte Elijah ruhig und versuchte mit der Hand in Alicias Zimmer zu gelangen. Es gab ein Geräusch, als würde er gegen Glas prallen. Elijahs Hand kam nicht über die Türschwelle und es sah aus, als würde sie an einer Glasscheibe anliegen.
Alicia trat auf die Tür zu und blickte dabei die ganze Zeit Elijahs Hand an. Als Alicia direkt vor dem Türrahmen stand, sah sie zu Elijah auf. Seine braunen Augen, sahen direkt in ihre. Sie legte eine Hand gegen den Türrahmen und schluckte.
"Muss es, heute Nacht passieren?" fragte sie vorsichtig und schluckte schnell.
"Nein, nein. Es hat noch Zeit." erwiderte Elijah schnell und schüttelte den Kopf.
"Komm erst mal an. Der Rest hat Zeit bis Morgen. Versuch zu schlafen." nickte Elijah, stieß sich vom Türrahmen ab.
Ehe Alicia noch einen Ton sagen konnte, war Elijah die Treppe runter.
"Gute Nacht." raunte Alicia, nahm ihre Tasche und schubste ihre Zimmertür zu.
"Gute Nacht, Prinzessin."
Mit einem erschrockenen Aufatmen, ließ Alicia die Tasche fallen und wandte sich schnell um.
"Ganz ruhig und egal was du tust. Schrei nicht. Ich will noch weiter leben." lachte Kol, welcher vor dem offenen Fenster stand und hineinsah.
"Kommst du raus? Oder sollen wir uns durch eine beigefarbene Gardine unterhalten?" fragte Kol und legte den Kopf leicht schief.
"Ich steh hier drinnen ganz gut." erwiderte Alicia und ging schnell zum Fenster. Mit einem Ruck zog sie die Vorhänge auf.
"Dann eben ohne Gardine." atmete Kol gespielt auf und grinste Alicia an, in einer Hand zwei Gläser, in der anderen Hand eine Flasche Whisky.
"Dachte du könntest nen Schluck vertragen." meinte Kol und setzte sich mit dem Rücken zum Balkongeländer vor das Fenster. Er schenkte in die beiden Gläser was ein und stellte dann ein Glas vor sich ab. Dann griff er neben sich und nahm einen Schürhaken zur Hand.
"Hier." schob er mit dem Schürhaken das Glas knapp über die Schwelle des Fensters und legte diesen dann wieder weg.
Mit hochgezogener Augenbraue setzte Alicia sich im Schneidersitz vor das Fenster und griff nach dem Glas.
"Ganz schöne Scheiße, was?" fragte Kol und nahm einen Schluck.
Alicia nickte.
Kol legte das Glas leicht gegen seine Lippen und musterte Alicia lange.
"Du hast keine Ahnung was du bist, oder?" fragte er schließlich und schnell sah Alicia auf.
"Nein." erwiderte sie schließlich.
"Aber ich weiß, das etwas mit mir nicht stimmt." lachte Alicia ironisch und nippte an ihrem Whisky.
"Oh Prinzessin." lachte Kol und lehnte sich zu Alicia vor.
"Mit dir ist alles in Ordnung." Kol stand auf und lehnte sich mit einem Ellenbogen gegen den Fensterrahmen.
"Alles was du braucht, ist jemand der dir beibringt das zu sein, was du von Geburt an bist. Eine der tödlichsten Kreaturen. Eine Banshee." lächelte Kol Alicia vertrauensvoll an.
"Und das kannst du?" fragte Alicia skeptisch und stand auf.
"Ich weiß, dass du singen kannst wie ein Engel. Ich habe dich singen hören. Aber wenn du schreist bluten allen um dich herum die Ohren. Ich kann dir beibringen deine Stimme zu einer Waffe zu machen. Denn deine Stimme tötet sogar eine Urvampir." während Kol erklärte zeigte er dabei auf Alicia und prostete ihr dann mit seinem Glas zu.
"Woher weißt du, dass ich singe?" fragte Alicia und zog die Augenbrauen zusammen.
"Auch hier in Venedig, gibt es etwas das sich Internet schimpft. Deine Schule hat viel von seiner Trällerei gehalten. Du warst auf der Schulhomepage. Ich hab dich gegoogelt. Elvis interessant. Ich hätte dich eher für nen ABBAFan gehalten. Aber es kann ja jeder das singen, was er will." meinte Kol und zwinkerte ihr zu.
"Willst du nun meine Hilfe oder nicht?" fragte Kol schließlich nach und nahm einen großen Schluck.
"Warum sollte ein Mikaelson das tun?" fragte Alicia, verschränkte einen Arm vor der Brust und nahm noch einen Schluck von ihrem Whisky.
Kol lachte etwas lauter und sah Alicia amüsiert an.
"Prinzessin, du bist nun auch eine Mikaelson und glaub mir, da musst du dich verteidigen können. Außerdem würde Elijah uns allen die Herzen rausreißen, wenn dir was passiert. Wie schon gesagt, ich will noch ne Weile leben. Wenn du mir nicht glaubst, heb die Platte von deinem Sekretär an. Dann wirst du sehen, was ich meine." zwinkerte Kol ihr zu, nahm Flasche und Schürhaken und wandte sich ab.
"Gute Nacht,- Prinzessin." winkte Kol über die Schulter, während er den Balkon entlang zu seinem Zimmer lief. Kaum war Kol außer Sichtweite, schloss Alicia schnell die Fenster und zog die Vorhänge zu.
Dann stellte sie ihr Glas auf dem Boden ab, lieg zu dem Tisch, nahm Briefpapier und Füller von diesem runter und ruckelte an der Schreibplatte.
Als diese sich nicht nach oben aufklappen ließ, ging Alicia in die Knie und sah sich den Tisch von unten an.
"Hab ich dich." murmelte Alicia und drückte an der Unterseite der vorstehenden Schreibplatte einen kleinen Knopf. Schon schnappte die Platte nach oben ein Stück auf und Alicia hob sie an.
Knarzend öffnete das Fach unter der Schreibfläche sich und hab die sich auf in rote Seide gebettete Gegenstände frei.
"Oh mein Gott." hauchte Alicia.
Vier sicher 15 Zentimeter, sauber gefeilte Holzpflöcke lagen neben einander aufgereiht darin. Daneben mehrere kleine Fläschchen mit der Aufschrift Eisenkrautwasser oder Wolfswurzelwasser.
Dazu noch kleine Phiolen mit schwarzer Asche darin. Auf ihnen stand Ebereschenasche.
Das Letzte war eine Halskette. Sie lag sanft in die rote Seide gebettet.
Eine silberne Halskette mit einem runden Anhänger. Es war ein Medaillon. Auf der Deckelseite waren eine nach unten zeigende Mondsichel zu sehen. In der Mondsichel kleine Sterne, aus glitzernden Diamanten und unter der Mondsichel, in einer geschwungenen und verschnörkelten Schrift ein A und ein M. Kunstvoll miteinander vereint.
"Alicia Mikaelson." zog Alicia eine Augenbraue hoch und nahm die Kette in die Hand. Vorsichtig öffnete Alicia die Kette.
Im Inneren des Anhängers, schützend hinter einen Glasscheibe lagen mehrere getrocknete Eisenkrautblüten.
Mit einem Schnappen, klappte Alicia den Anhänger wieder zu, schloss das Fach wieder und legte die Kette auf dem Schreibpult ab.
"Erledigt." ließ sich Kol in seinen Sessel im Salon fallen und warf voller Kraft die volle, geschliffene Flasche mit Whisky seinem Bruder Elijah zu.
Ohne aufzusehen, schnellte Elijahs Hand nach oben und fing am Hals die Flasche ab.
"So wie es sich angehört hat, hat sie das Fach unter ihrer Schreibplatte aufbekommen. Außerdem konnte ich das Eisenkraut und die Wolfswurz, bis in mein Zimmer riechen." meinte Kol und legte locker die Beine übereinander.
Geistesabwesend nickte Elijah und stellte die Flasche auf dem kleinen Tisch zwischen den Sesseln und dem Sofa ab.
"Was hast du nun vor?" fragte Kol.
"Alles vorbereiten. Rebekah ist bereits dabei." erwiderte Elijah.
Ja Rebekah war bereits dabei.
In ihrem Badezimmer und einer Badewanne voll mit blumig riechendem Schaumbad lag sie. Vor sich auf einer Ablageplatte, welche über die freistehende Badewanne drüber reichte, lagen über fünf verschiedene Modezeitschriften.
Das Meiste davon waren Brautzeitschriften. Ja zu Rebekahs großem Unmut musste die Kleine für die nächsten 14 Tage in weiß umherlaufen und auch am Tag des Rituals hatte sie weiß zu tragen.
Auch wenn das alles nicht so ließ wie Alicia sich das vielleicht vorgestellt hatte, Rebekah würde nicht zulassen, das sie an dem wahrscheinlich bedeutendsten Tag in ihrem Leben, wie eine Modeunbewuste kleine Maus rumlaufen würde. Das verbat Rebekah einfach ihre Liebe zur Mode.
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Lunar eclipse Im Blick des Vollmonds (Elijah Mikaelson FF)
Fanfiction„Elijah, lauf." hauchte sie, dabei fest die Hände auf ihre Ohren pressend. „Nein, Alicia, sieh mich an." ging er vor ihr in die Knie und wollte nach ihren Händen greifen. „Lauf weg!" wurde sie lauter und presste dann fest die Lippen zusammen. Ihre...
