Mit einer Decke über den Beinen und einem weiche Kissen unter dem Kopf, lag Alicia auf dem Esstisch im Essenssalon. Das Kleid hatte Megara ihr bis Zur Brust hochgezogen und so ihre Körpermitte freigelegt.
Außer Megara und Alicia war nur Kol noch im Zimmer. Klaus hatte ihn, kaum das Elijah aufgelegt hatte, sofort zur Seite genommen und ihm gesagt, er hätte nicht von Alicias Seite zu weichen, bis Elijah da sein würde. Rebekah und Klaus hatte Megara vehement aus dem Raum gescheucht. Nur Kol hatte sich erfolgreich widersetzen können.
Etwas unsicher sah Alicia sich um und sah Megara zu, welche in aller Ruhe ihre Tasche ausräumte. Ein Kristallpendel, Mörser, mehrere Glaser mit getrockneten Kräutern darin.
Doch als Megara einen langen Silberdolch aus der Tasche zog, atmete Alicia erschrocken auf. Schon stand Kol , mit einem zerschneidenden Geräusch der Luft neben dem Tisch und stellte sich zwischen Alicia und Megara.
"Stopp." knurrte er und seine Augen waren mit einem Mal blutunterlaufen.
In aller Seelenruhe sah Megara zu dem Vampir auf.
"Ja?" fragte sie.
"Was wollen Sie damit?" wollte Kol wissen.
"Ich brauche etwas Blut von ihr." antwortete Megara und zeigte mit der Dolchspitze auf Alicia.
Kol schon Megaras Hand, in der sie den Dolch hielt nach unten.
"Für?" fragte er mit bedrohlich ruhiger Stimme.
"Einen Zykluszauber." gab die Hexe wieder eine knappe Antwort.
"Sie muss den Nachkommen bei Vollmond empfangen. Ich werde ihre Fruchtbarkeit auf den Vollmond legen." fügte sie hinzu und sah Kol fest in die Augen.
"Und nun, gehen Sie mir aus dem Weg, Kol." forderte die Hexe mit klarer und fester Stimme.
Langsam machte Kol zwei Schritte zurück und blieb direkt neben Alicias Schultern stehen.
"Fangen wir an." lächelte die Hexe nun wieder und nahm das Kristallpendel, dessen Pendelstein ein Amethyst war, in die Hand.
"Keine Angst." lächelte Kol Alicia an. Zumindest versuchte er so gut es ging zu lächeln. Innerlich kochte er.
Diese Hexe war ihm nicht geheuer.
"Elijah ist auf dem Weg." Alicia nickte etwas erleichtert.
Die Hexe stockte und sah auf.
"Ach so?" fragte sie und wandte sich um. Mit hochgezogener Augenbraue sah sie Kol an.
Kol erwiderte ihren starren Blick.
"Ja." gab er triumphal zurück. Er konnte spüren wie sehr ihr das gegen den Strich ging.
"Sollten Sie in Zukunft, an Alicia Zauber anwenden wollen, bittet die Familie darum uns darüber vor Ihrem Eintreffen zu informieren. Ich bin mir sicher, Elijah ist nicht sehr erfreut darüber, den Anfang hiervon zu verpassen." Kol kniff die Augen zusammen.
"Ich weiß nicht ob es so gut ist, wenn jemand dabei ist. Das hier ist doch eine sehr intime Angelegenheit." lächelte Megara ruhig.
"Oh das können Sie nachher in aller Ruhe mit meinem Bruder besprechen. Und jetzt fangen wir an." Kol zog die Schultern zurück und machte sich so noch ein stück größer.
"Das wird jetzt alles ein wenig weh tun." blickte Megara das Mädchen.
Schon griff Alicia nach Kols Hand, der ihre fest in seine nahm und auch noch die andere Hand um ihre schloss.
Mit schwingendem Schritt trat Megara an den Tisch und hielt das Pendel über Alicia drüber.
Die Tür des Haupteingangs flog mit einem lauten Krachen auf und Rebekah, welche mit Klaus in der Eingangshalle stand, drehte sich schnell um.
"Wo sind sie?" wollte Elijah wissen, und zog sich seinen klitschnassen Mantel aus.
Klaus nickte auf den Essenssalon. "Die sind da schon eine halbe Ewigkeit drinnen." knurrte er.
"Was will sie?" fragte Elijah weiter und warf seinen Mantel über das Treppengeländer. Er hatte sich in der Klinik nur schnell ein Shirt und eine Jeans angezogen, seinen Anzug hatte er dort zurück gelassen.
"Ei,-" weiter kam Rebekah nicht.
Ein spitzer, lauter Schrei drang aus dem Salon. Ehe sich Rebekah auch nur bewegen konnte stand Elijah vor der Tür und riss diese auf.
Kol sah schnell über die Schulter zu seinem Bruder. Er hielt Alicias Hand fest in seiner, welche sich einmal vor Schmerz fest zusammengekrümmt hatte. Erschrocken wich die Hexe von dem Tisch zurück und Klaus schoss schnell zwischen die und den Tisch auf dem Alicia lag.
"Alicia," schnellte Elijah zu dem Tisch vor und lehnte sich über sie. Sie war blass.
Er legte ihr eine Hand auf die Wange und musterte sie schnell. Sie hatte einen Schnitt in der Handfläche und Kräutermischungen, waren um sie herum verteilt und der Duft von weiteren verbrannten Kräutern lag in der Luft.
"Weg." zischte Elijah seinem Bruder zu und der ließ von Alicia ab.
"Sieh mich an." nahm Elijah ihr Gesicht in die Hände und sieh sah ihn durch ihre Tränen an.
"Was ist hier los?" fragte Elijah und sah die Hexe streng an.
"Ich bereite sie auf das Ritual in einer Woche vor." antwortete Megara, die Hände zu einer beruhigenden Geste erhoben.
mit erhobenem Zeigefinger zeigte Elijah auf die Hexe und knurrte drohend: "Sowas passiert nie wieder, wenn ich nicht im Haus bin. Haben Sie das verstanden, Megara!"
Die Hexe nickte einmal.
"Komm her." schob Elijah die Arme unter Alicia und hob sie hoch. Schon war er mit ihr aus dem Raum verschwunden.
"Ich denke." betrat Rebekah mit fröhlicher Stimme und beschwingtem Schritt den Salon.
"Es ist das Beste, wenn Sie und nun verlassen." lächelte sie die Hexe umwerfend an.
"Ich bin sowieso fertig." erwiderte Megara das Lächeln.
Mit einem Scheppern warf Klaus all ihre Utensilien in die Tasche und fasste Megara dann am Arm.
"Darf ich Sie zur Tür begleiten?" lächelte er und zog sie in die Eingangshalle.
"Aua." zischte Alicia mit zusammengekniffenen Augen, als sie in Elijahs Badezimmer auf der Ablage neben dem Waschbecken saß und Elijah ihre Schnittwunde mit Desinfektionsmittel abtupfte.
"Zwei Behandlungen in einer Woche. Das wäre was zum abrechnen." meinte Elijah und warf den blutigen Tupfer in das Waschbecken.
"Wenn du so weiter machst, könnte ich an dir reich werden, wenn wir das jedes Mal in der Klinik machen würden." zwinkerte er ihr zu und nahm ein großes Pflaster zur Hand.
"Scharf bin ich nicht darauf." versicherte Alicia mit einem leichten Lächeln.
"Sowas lässt du nie wieder machen, wenn ich nicht da bin." ermahnend sah Elijah sie an, als er ihr das Pflaster auf die Handkante klebte.
"Ja." nickte sie mit einem leicht genervten Unterton. Sie kam sich vor wie ein Schulmädchen, dass eine Gardinenpredigt vom Rektor bekam.
"Brav." strich Elijah ihr einmal über das Kinn und trat dann von ihr zurück.
"Ist dir noch schlecht?" wollte Elijah wissen.
"Nein." schüttelte sie den Kopf. Elijah nickte zufrieden und wollte sich abwenden. In der sich abwenden Bewegung, blieb er mit den Augen an Alicias Hals hängen. Um ihn hing das Medaillon.
langsam wandte Elijah sich ihr zu und streckte die Hand nach ihr aus. Er legte die Fingerspitzen auf dem Anhänger ab und strich über die glitzernden Steine.
Alicia sah auf seine Hand runter.
"Mikaelson klingt irgendwie besser, als Darkening. Finde ich." murmelte Alicia und sah Elijah an.
Der ließ die Hand auf dem Anhänger liegen und sah dann zu ihren grünen Augen auf.
"Du bist bereits mehr Mikaelson, als ich jeh gedacht hätte, dass du werden würdest. Alicia Mikaelson." mit stolzem Blick sah er sie an und legte ihr eine Hand auf die Wange.
Dieses Mädchen, welches vor wenigen Tagen ihn erst kennengelernt hatte war bereit ihm blind zu vertrauen und sich auf den Handel mit ihm, zu dem man sie gezwungen hatte, voll und ganz einzulassen.
Mit überschlagenen Beinen saß Megara in ihrer großen Altbauwohnung und blickte auf den Dolch, auf dem Schreibtisch vor sich runter. Dabei trommelte sie die ganze Zeit mit den Fingern auf die Armlehne ihres Sessels.
An dem Dolch war noch genug Blut für einen kleinen Zauber gewesen.
Etwas stimmte hier nicht. In ihrem Blut waren Rückstände eines Zaubers, welcher eindeutig nicht von ihr war.
Megara griff nach dem Glas Rotwein auf dem Tisch und nahm einen Schluck.
Sie konnte es fühlen, in diesem Blut steckte Magie. Nicht die gebürtige Magie von Alicia, keine Magie welche sie ihr zugefügt hatte. Es war dunkle Magie.
"Was passiert hier mit dir mein Kind" murmelte Megara und stellte ihr Glas wieder ab. Mit ihrem schroffen Auftritt heute hatte sie bei den Vampiren nun sicher keinen Stein im Brett. Sie trauten ihr nicht so wirklich, das spürte sie und bevor sie nicht wusste, was das in dem Blut des Mädchens war, würde sie die Vampire darüber sicher nicht in Kenntnis setzen.
Für einen Vertrauensvorschuss reichte ihr merkwürdiges Gefühl was Alicias Blut betraf nicht.
Elijah hatte mehr als klar gemacht, das sie sich dem Mädchen nun ohne ihn nicht mehr zu nähern hatte.
Auch wenn sie erfahren musste, warum der Zauber heute so schmerzhaft und intensiv gewirkt hatte. Solch stechende Schmerzen hätte es nicht geben dürfen. Ein Ziehen, vielleicht ein leichtes brennen, ja aber nicht sowas wie heute!
In all ihren Jahren auf dieser Erde hatte sie schon einige Zykluszauber gewirkt, doch keiner war so verlaufen wie der heute.
Und Megara hatte die fürchterliche Ahnung, dass die Familie Mikaelson keine Ahnung hatte, dass in ihrem neusten Familienmitglied etwas steckte, was da nichts verloren hatte.
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Lunar eclipse Im Blick des Vollmonds (Elijah Mikaelson FF)
Fanfiction„Elijah, lauf." hauchte sie, dabei fest die Hände auf ihre Ohren pressend. „Nein, Alicia, sieh mich an." ging er vor ihr in die Knie und wollte nach ihren Händen greifen. „Lauf weg!" wurde sie lauter und presste dann fest die Lippen zusammen. Ihre...
