79. (Ending 5)

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Yoongi über rückte die letzten Meter und hielt mich am Handgelenk fest. „Wenn du springst, dann springe ich auch.", meinte er entschlossen und kletterte zu mir. Mit großen Augen sah ich ihn an und schüttelte heftig meinen Kopf. Er sollte doch nicht sterben.

„Das ist der Preis für deine Entscheidung.", erklärte mir Yoongi sachlich. Diesen Preis wollte ich aber nicht zahlen. „Setz dich doch, während du überlegst.", meinte Yoongi sanft. Ich ließ mich also auf diesen schmalen Streifen sinken und Yoongi tat es mir gleich. Vorsichtshalber ergriff ich seine Hand und umklammerte sie fest. Er durfte keinesfalls fallen.

„Weißt du, es ist ziemlich entspannend so hoch oben auf einem Dach zu sitzen und die Welt unter sich einfach zu beobachten.", setzte Yoongi an zu erzählen. Ich wusste nicht, warum er das tat, vielleicht um Zeit zu schinden.

„Auch wenn ich Höhenangst habe, ist es hier oben anders. Man fühlt sich einfach frei. Keiner kann dir sagen, was du zu tun und zu lassen hast. Deine Probleme wirken so viel kleiner, beinahe nicht nicht mehr vorhanden. Die Zeit scheint plötzlich stehen zu bleiben. Ich könnte wirklich auf ewig hier sitzen, nur leider geht das nicht. Irgendwann holt einen das Leben leider wieder ein. Versuch diese Zeit einfach so lange wie möglich zu genießen. Auch wenn es schwer wird, da ist immer ein Licht am Ende des Tunnels und wenn es nur der Zug der Erlösung ist, den du auf keinen Fall nehmen wirst. Kleiner, ich habe dich wirklich gern und ich könnte es nicht aushalten, wenn du nicht mehr da wärst.", erklärte mir Yoongi.

Sein Blick wanderte in die Ferne und auch meiner schwiff ab. Auch meine Gedanken gingen nicht, ganz im Gegenteil sie wurden immer lauter.

Yoongi und ich redeten noch über alles mögliche bis ich die Gedanken nicht mehr aushielt.

„Yoongi, ich kann nicht mehr.", flüsterte ich. „Ich auch nicht mehr, Yui. Ich auch nicht.", erwiderte Yoongi.

Jimins pov:

So schnell wie ich konnte, rannte ich die Treppe nach oben. Taehyung kam nur schwer mit, doch ich spornte ihn durch meine verzweifelten Zurufe an. Wenn Yoongi auf dem Dach war, gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder, er wollte nachdenken, oder er versuchte es schon wieder. In beiden Fällen wollte ich bei ihm sein.

Mit einem lauten Knall stieß ich die Tür auf und dann sah ich ihn. Er saß auf dem schmalen Streifen, der ihn vor dem Tod bewahrte und redete mit einem kleinen Jungen. „Ich kann nicht mehr, Yoongi."

Das war doch Yui! „Ich auch nicht mehr, Yui. Ich auch nicht."
Was? Nein! Nein, das durfte nicht passieren. „Bleibt wo ihr seid, wir kommen!", rief ich und schon sprintete ich los. Taehyung war dicht hinter mir.

Wir überwanden die letzten Meter und klammerten uns durch das Geländer an die beiden. Taehyung hielt Yui fest und ich meinen Yoongi. Wir waren wortwörtlich in letzter Sekunde da, denn sie hatten gerade losgelassen.

Verwundert wanden sie ihre Köpfe zu uns. Ich konnte nicht genau erkennen, wie sie sich fühlten, aber erfreut waren sie nicht. Das versetzte mir einen kleinen Stich, jedoch versuchte ich dieses Gefühl zu verdrängen. Natürlich konnten sie gerade nicht erfreut sein.

„Na komm her, Kleiner. So schnell lässt dich Papabär nicht gehen.", meinte Taehyung mit beruhigender Stimme und zog Yuu zu sich über das Geländer. Yui ließ es einfach über sich ergehen und hing nun schlaff in Taehyungs Armen.

Ich währenddessen klammerte mich immer noch an Yoongi und machte mich nun auch daran, ihm auf die andere Seite zu helfen. Yoongis Augen blieben leer, nur ein Hauch von Sorge war zu erkennen, wenn er zu Yui sah. Der Kleine bedeutete ihm wirklich alles.

„Kommt mit, hier draußen ist es kalt. Wir gehen jetzt zu den anderen.", bestimmte Taehyung und trug Yui nach unten. Er hatte nicht einmal mehr die Kraft sich zu wehren. Ich nahm zögerlich Yoongis Hand und zog ihn mit mir nach unten. Er folgte mir widerstandslos.

Taehyung setzte Yui vor den Anderen ab und der Kleine blieb tatsächlich stehen. Auch Yoongi und ich gesellten uns dazu. Nun hieß es zu besprechen, wie wir weiter vorgehen sollten. Yoongi und ich würden unseren Streit später klären, aber wohin mit Yui?

"Was fällt dir eigentlich ein, Yui? Das ist doch keine Lösung. Außerdem hätten wir dich doch vermiss", fing Jin mit seiner Standpauke an. Den Rest würde ich euch aber ersparen, da diese über eine Stunde ging und somit kaum mehr auszuhalten war. Yui wurde  noch kleiner und das, obwohl er bereits ein Zwerg war.

Schließlich kamen wir zu dem Schluss, dass wir Yui wohl kaum bei uns aufnehmen konnten, auch wenn wir uns das wirklich wünschten. Somit musste er wohl oder übel zurück zu seiner Mutter. Wir motivierten ihn noch eine gute halbe Stunde, bevor er sich dann gemeinsam mit Yoongi auf den Weg zu sich Nachhause machte.

Yoongis pov:

Ich staunte nicht schlecht, als ich Yuis Unterschlupf sah. Der Kleine hatte wirklich einige Monate in seiner Schule gehaust und es hatte keiner bemerkt. Leider war es hier oben auch nicht gerade wärmer als draußen und bei seiner Kleidung wunderte es mich wirklich, dass er noch nicht krank war.

Ich begleitete ihn zu sich nach Hause, wartete bis er geklingelt hatte und lächelte ihn ermutigend an. Keine Sekunde später stand seine Mutter in der offenen Tür und sah erfreut zu ihrem Sohn.

„Ich habe ihren Sohn zufällig gefunden und dachte mir, dass sie ihn vielleicht wieder haben wollen.", meinte ich freundlich lächelnd. Wenn Yui mir nicht versichert hätte, dass sie eine gute Mutter war, wäre ich vermutlich ausgetickt.

Niemand. Wirklich niemand, durfte meinen kleinen Yui so verletzen.

„Es stört sie sicher nicht, wenn ich kurz mit rein komme. Es gibt einiges zu bereden.", fügte ich immer noch freundlich lächelnd hinzu. Ein Nein würde ich aber nicht akzeptieren.

Yuis Sicht:

Das war nun auch einige Wochen her. Mom hatte so getan, als würde sie Yoongi verstehen und sobald er weg war, hatte sie mir erklärt, dass ich ein Mädchen bleiben müsste.

Yoongi hatte mich danach wieder aufbauen müssen und nun machte ich meiner Mutter das Leben schwer. Ich trug die Kleidung, die ich tragen wollte, Schnitt meine Haare, färbte sie und pfiff auf alles. Ich war glücklich und frei.

Die Jungs traf ich öfter mal heimlich im Dorm. Sie halfen mir wirklich. Die nächsten drei Jahre würden zwar hart werden, aber ich würde es schaffen und danach wäre ich endlich ich selbst.

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Nun, das hier ist das letzte geplante Kapitel. Ihr habt weise gewählt, nummer drei war von Anfang an mein Favorit haha.

Frage: Was haltet ihr von diesem Kapitel?

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