Yoongi überwand die letzten Meter und streckte seinen Arm nach mir aus. "Bleib bei mir.", flüsterte er. Ich sah ihn an, lächelte ein letztes Mal und ließ dann los. Yoongi versuchte noch mich zu fangen, doch es war bereits zu spät.
In rasender Geschwindigkeit näherte ich mich dem Boden. Für mich selbst schien die Zeit jedoch so langsam zu vergehen. Vor meinem inneren Auge spielten sich alle Erinnerungen noch einmal ab. Von meinen ersten Schritten, über den Verlust meines Vaters, die gemeinsame Zeit mit meinen Freunden, bis hin zu dem heutigen Tag.
Eine letzte kleine Träne stahl sich aus meinem Auge, ob vor Freude oder Trauer, wusste ich nicht. Und dann schlug mein Körper auf dem Boden auf.
„Yui? Herr im Himmel, sie wacht tatsächlich auf! Mei, Aoi seht doch! Meine Tochter ist wieder da!", hörte ich die dumpfen Rufe meiner Mutter. Es roch nach Desinfektionsmittel und etwas metallisch. Und dann war da noch dieser andere Geruch. Krankenhaus. Verdammt.
Vorsichtig öffnete ich meine Augen und starrte in die Gesichter meiner zwei Freundinnen und in das meiner Mutter. „Wo ist Yoongi?", fragte ich mit krächzender Stimme.
„Yoongi? Meinst du diesen Typen von BTS? Keine Ahnung vermutlich in Korea, oder so. Warum fragst du das eigentlich? Er weiß doch nichtmal, dass du existierst.", fragte Aoi mich verwirrt. Yoongi kannte mich nicht? Aber wir waren doch Freunde. Wie konnte das sein?
„Doch, er kennt mich. Er wollte mich doch retten.", fing ich an zu erklären. Mom unterbrach mich. „Yui, du hattest vor eineinhalb Jahren einen Autounfall. Seitdem hast du im Koma gelegen.", erklärte sie mir mit belegte Stimme.
Ich hatte was? Nein, das durfte nicht sein. Wir hatten doch so eine schöne Zeit. Das Album! Wenn ich das fand, wäre es doch bewiesen. Ich musste hier raus. Sofort.
Schnell zog ich die ganzen Kabel von meinen Armen. „Yui, was machst du da? Bleib gefälligst liegen! Yui, nein!", schrie meine Mutter verzweifelt. Sie versuchte mich aufzuhalten, doch ich war schneller.
Das Adrenalin trieb mich rasend schnell durch die Krankenhausgänge, über die Straße, die Gassen entlang und schließlich vor meine Haustür. Natürlich befand sich kein Schlüssel in dem Krankenhaus Hemd. Aber im Blumentopf lag noch der Ersatzschlüssel.
Schnell schloss ich auf und rannte nach oben in mein Zimmer. Dort im Regal müsste es stehen. Außer Atem kam ich davor zum Stehen und scannte es mit meinen Augen. Kein Album. Vielleicht lag es ja auf meinem Bett?
Nein, auch kein Album. Ich durchsuchte das ganze Zimmer, doch fand nichts. Ein Blick an die Decke verriet mir, dass dort auch keine Fotos von meinem Ausflug hingen. Auf meinem Handy waren auch keine zu sehen.
War es wirklich ein Traum? Der Instagram account! Schnell suchte ich danach, tatsächlich gab es einen mit dem Namen, doch er war privat. Ich tippte also auf Folgen anfragen und wartete verzweifelt.
Immer mehr Tränen flossen über meine Wangen und nahmen mir die Sicht. Verzweifelt starrte ich auf mein Handy und hoffte auf ein Zeichen. Irgendetwas, dass mir bestätigte, dass ich das nicht geträumt hatte.
Ich schluchzte immer wieder auf. Es durfte kein Traum sein. Was sollte ich denn dann machen? Da. Mein Handy blinkt auf. Der Nutzer hatte tatsächlich meine Anfrage genehmigt.
Zu sehen waren nur ein paar einzelne Bilder von Yoongi, die ich zuvor noch nie gesehen hatte. Sofort tippte ich auf das Nachrichtensymbol und tippte bedacht eine ziemlich lange Nachricht.
Grob ging es darum, dass ich wissen wollte, ob der Ausflug wirklich stattgefunden hatte und ob er einen Yui kannte. Die Antwort kam eine halbe Stunde später.
Mom hatte wohl aufgegeben nach mir zu suchen und das obwohl ich in meinem Zimmer saß. Unglaublich.
Tut mir leid, aber ich kenne keinen Yui. Das muss wohl ein ziemlich realistischer Traum gewesen sein. Vielleicht sehen wir uns ja mal auf einem Konzert, Kleiner :)
Er kannte mich nicht. Es war zwar merkwürdig, dass er überhaupt antwortete, aber ich war in diesem Moment so fertig, dass ich es nicht hinterfragte. Ich brach einfach zusammen.
Heulend lag ich auf dem Boden und wehrte mich nichtmal mehr, als ein Haufen Ärzte in mein Zimmer stürzten und mich recht unsanft zurück brachten. Ich ließ es einfach über mich ergehen.
Yoongis pov:
Weinend starrte ich auf meine Nachricht. Es tat mir so leid, aber er war besser dran, wenn er es nicht wusste. Er könnte wieder ein normales Leben führen. Ich hatte ihn nicht retten können, also musste ich ihn eben anders schützen.
Jin kam ins Zimmer und sah mich schockiert an. Seine Gedanken standen ihm förmlich auf die Stirn geschrieben.
Er hat doch nicht. Nein, das würde er nicht tun. Warum weint er denn? Oder doch? Hat er?
Und dann sprach er es aus. „Was hast du getan?", fragte er sichtlich wütend. „Das Richtige.", antwortete ich knapp. Er riss mir mein Handy aus der Hand und las sich die Nachrichten durch.
Auf seinem Gesicht spiegelte sich pures Entsetzen.
„Min Yoongi, du bringst das sofort in Ordnung!", rief er dann aufgebracht. Ich schüttelte schwach meinen Kopf. „Ich werde das nicht nochmal zulassen. Seine Freundinnen berichten mir immer, wie es ihm geht und wenn es schlimmer wird, haben wir auch schon einen Plan. Er wird nicht mehr leiden müssen. Aber dazu muss er die Zeit mit uns vergessen. ", erklärte ich ihm.
Er wusste, dass es so besser war. Es tat eben nur weh. Sehr weh. Aber wir wollten alle, dass es Yui besser ging und dazu war das notwendig.
Heute war der große Tag. Ich hatte Yuis Freundinnen Tickets zukommen lassen, damit sie mit Yui zu unserem Konzert und an dem Meat and Great danach konnten. Sie hatten mir ein heimliches Video geschickt, wie Yui reagiert hatte. Einfach Zucker. Er war fröhlich lachend durch das Zimmer gehopst, nur um seinen Freundinnen dann mit Tränen in den Augen um den Hals zu fallen.
Nun saß der Kleine bei Namjoon am Tisch und schien so glücklich zu sein. Er war genauso frech, wie am ersten Tag, als wir ihn gesehen hatten.
Nach und nach redete er mit den einzelnen Membern, denen ich ansehen konnte, dass es ihnen schwer fiel ihn nicht einfach zu umarmen, aber sich trotzdem so sehr freuten ihn wieder zu sehen.
Jetzt saß er vor mir, stellte sich mit einer kleinen Kopfverbeugung vor und lächelte mich breit an. „Schön dich kennenzulernen, Yui.", meinte ich breit lächelnd. Es war schön ihn wiederzusehen.
„Ganz ehrlich? So in echt bist du irgendwie größer als erwartet. Ich hatte zwar von dir geträumt, aber da warst du auch kleiner. Oder Jimin ist gewachsen.", meinte er überlegend. Dann schlug er sich plötzlich die Hände vor den Mund und entschuldigte sich immer wieder. „Ich hab nicht so geträumt, also nicht falsch verstehen. Verdammt jetzt seh ich dich endlich mal und verkack direkt. Es tut mir so leid.", rattert er immer wieder runter. Bis ich dann einfach seine Hand nahm und ihn anlächelte.
„Ich finde, dass du alles richtig machst. Ich bin doch auch nur ein Mensch, da muss man nicht alles richtig machen. Ich selbst habe schon unzählige Fehler gemacht.", erklärte ich ihm. Erleichtert sah er mich an.
Mein größter Fehler war, dass ich ihn danach gehen ließ.
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And I oop- ne jetzt mal ernsthaft, dachte ihr wirklich ich lass euch einfach so davonkommen? Pff mein Mastermind hatte noch mehr geplant ^^.
Frage: Wie findet ihr dieses Ending?
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What if...
FanficWas wäre, wenn Bts plötzlich in deinem Zimmer stehen würde? Wie würdest du reagieren? Was wäre der Grund dafür? Fragen über Fragen. Fragen, die sich ein junges Mädchen nicht einmal gestellt hatte. Bis es dann wirklich geschah. Würde sie einen riesen...
