Kapitel 5

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Als wir wenig später den Parkplatz der Schule erreichten, lagen viele Blicke auf uns. Und ich wusste nicht ob es an dem Auto von Harry lag oder an der Tatsache, dass er sich zu mir rüber beugte und mich zum Abschied küsste.

Damit schien wohl auch der letzte seine Zweifel verloren zu haben, dass ich schwul war und ich wusste nicht, ob ich das wirklich gut finden sollte.

Doch als Harry den Kuss vertiefte und ich mich für einen Moment in dem Gefühl verlor, welches er mir bescherte, waren mir plötzlich die dummen Sprüche, die deswegen kommen würden, egal.

Als wir uns lösten, schauten Harry und ich uns tief in die Augen. „Sehen wir uns wieder?", fragte ich ihn, immer noch leicht außer Atem.

Harry brach sofort unseren Augenkontakt ab. „Bestimmt. Im Lucky oder so, wenn nicht gerade eine Mottoparty ist und du mit deinen geklauten Ausweis darein kommst.", sagte er und startete den Motor. Signalisierte mir damit, dass ich aussteigen sollte.

Ich blickte Harry noch kurz an. War das gerade ein Abfuhr? Doch so leicht ließ ich mich nicht abwimmeln. „Dann bis bald Harry.", sagte ich, drückte ihm ein Kuss auf die Wange und stieg aus.

Harry antwortete mir nicht mehr und fuhr davon. Ich blickte ihm noch kurz nach, dann drehte ich mich um und schaute direkt in die Augen von dem Jungen, den ich an dieser Schule am meisten hasste. Jack Miller.

„Na. Hat dich dein Freier zur Schule gebracht, Schwuchtel?", spuckte er mir regelrecht entgegen.

„Nur weil dich keiner ran lässt, musst du nicht gleich eifersüchtig werden.", konterte ich.

„Eifersüchtig? Auf dich?", fragte er mich und ich sah in seinem Gesicht etwas aufblitzen, dass ich nur zu gut von ihm kannte. Er war wütend. Sehr sogar. Und dann hatte er sich nicht unter Kontrolle. Das hatte ich schon oft zu spüren bekommen.

Doch bevor die Situation weiter ausarten konnte, kam Niall von hinten, schlang seinen Arm um mich, sagte viel zu überfreundlich „Hey Jack." und zog mich von ihm weg.

Jack ließ dies über sich ergehen. Denn Niall war nun einmal der Schülersprecher und mit diesem legte man sich nicht unbedingt an, denn unser Direktor würde immer Niall glauben. Er mochte und vertraute Niall, doch wer tat das nicht.

„Du sollst dich doch nicht immer mit ihm anlegen.", tadelte Niall mich, als wir uns ein paar Meter von Jack entfernt hatten.

„Er hat doch angefangen.", protestierte ich, woraufhin Niall nur seine Augen verdrehte und mir meinen Schulrucksack in die Hand drückte.

„Schlimm genug, dass ich hier deinen Packesel spielen muss. Ich dachte du wolltest spätestens um 1 Uhr wieder bei mir sein."

„Mir ist etwas dazwischen gekommen.", antwortete ich Niall und setzte meinen Rucksack auf.

Niall hüpfte nach vorne, stellte sich vor mich und packte mich an meinen Schultern. „Hat das etwas damit zu tun, dass du eben aus einem viel zu teuren Mercedes gestiegen bist?", grinste mich Niall an.

„Vielleicht.", gab ich mit einem mindestens genauso breiten Lächeln zurück.

„Erzähl mir alles.", forderte Niall mich auf, woraufhin ich leicht lachen musste. Er war einfach viel zu neugierig.

„Ich habe bei jemanden geschlafen. Wir haben uns in einer Bar kennengelernt und wir hatten Sex. Dann hat er, er heißt übrigens Harry, mich heute morgen zur Schule gebracht."

Niall guckte mich perplex an: „Erzähl kein Scheiß."

„Mach ich nicht." antwortete ich ihm und mein Grinsen wurde noch breiter.

„Und war es gut?", fragte mich Niall. Er ließ endlich meine Schulter los und harkte sich bei mir ein. Gemeinsam gingen wir Richtung Schuleingang.

„Mehr als das. Er hat mich Dinge fühlen lassen, von denen ich nicht wusste, dass man sie fühlen kann."

Niall guckte mich mit großen Augen von der Seite an, dann verzog er das Gesicht: „Jetzt habe ich Kopfkino."

Ich lachte: „Selbst Schuld wenn du fragst." Niall löste sich von mir und öffnete die Tür der Schule.

„Und? Werdet ihr euch Wiedersehen?", fragte er nun etwas lauter, weil das Stimmengewirr um uns herum deutlich zugenommen hatte.

„Weiß nicht. Er meinte, dass wir uns vielleicht in einem Club wieder sehen würden, aber dann wohl eher zufällig."

„Krass. Ich glaube das könnte ich nicht. Ich will mein erstes Mal mit jemandem haben, mit dem ich in einer Beziehung bin."

Ich guckte Niall belustig an. „Du bist in einer Beziehung, hast aber keinen Sex.", zog ich ihn auf und ließ mich vor unserem Klassenraum auf den Boden fallen.

Niall tat es mir gleich: „Haha. Du bist so witzig. Zoey will es halt langsam angehen lassen und das respektiere ich."

Ich nickte: „Ja, ich weiß Niall." Dann ließ ich meinen Kopf in den Nacken fallen und stöhnte kurz auf. Ich war müde. Und ein bisschen verfluchte ich Harry dafür, dass er mich gezwungen hatte in die Schule zu gehen.

Wie von selbst, tauchte ein Bild von Harry vor meinen Augen auf und ein Lächeln bildete sich auf meinen Gesicht.

Ja. Ich würde ihn Wiedersehen. Dafür würde ich schon sorgen.

Lucky || Larry Stylinson Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt