Ich war genervt. Anders konnte ich meine Stimmung an diesem Tag nicht beschreiben. Es hatte heute morgen schon mit Harry angefangen, als er mich überreden wollten, meinen Geburtstag am Wochenende zu feiern und nicht etwa mit ihm, Zayn, Liam und Niall im Lucky. Nein. Er bestand darauf, dass ich meine Freunde aus der Schule einladen sollte, weil er der Meinung war, dass ich auch Kontakte in meinen Alter haben sollte.
Ich wollte ihm mehrmals erklären, dass da nicht wirklich Freunde existierten, die ich einladen konnte, aber das wollte er nicht hören.
Und dann war da noch Niall, der mich vor der Schule abgefangen hatte und wissen wollte, warum ich gestern nicht in der Schule war. Aber irgendwie lag mir das Gespräch mit Harry noch schwer im Magen, weil es mich wurmte, dass es ihn egal zu sein schien, dass die Leute in meiner Schule zu Homophobe waren, um mit mir befreundet zu sein, und so fehlte mir die Kraft Niall von Tom und Nick zu erzählen. Das wiederum hatte Niall, kindisch wie er manchmal war, in den falschen Hals bekommen und als dann auch noch in der ersten Physikstunde ein Überraschungstest geschrieben wurde, hätte ich am liebsten laut geschrieen.
Jetzt stand ich in der Herrentoilette vor einen Spiegel und versuchte mich zu beruhigen, schließ wusste ich, dass eigentlich alles gut war und ich nur so emotional reagierte, weil mir langsam alles zu viel wurde.
„Arg", gab ich wütend von mir und haute mit meiner flachen Hand auf das Waschbecken vor mir.
„Ruhig Tomlinson, das Becken hat dir nichts getan", ertönte plötzlich die Stimme von Jack hinter mir. Der hat mir gerade noch gefehlt.
„Nein, das Waschbecken nicht, aber da ich wohl schlecht die Menschen hauen kann, die mir etwas getan haben, ist es wohl eine angebrachte Alternative", pampte ich Jack an, der mich daraufhin merkwürdig anschaute. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass er auf meinen harschen Tonfall eingehen würde und ich so wenigstens etwas meiner Wut herauslassen konnte, aber das tat er nicht.
Stattdessen ging er recht sachlich auf meine Aussage ein: „Ich gehe Boxen, wenn mir alles zu viel wird."
Verdattert schaute ich ihn an: „Was?"
„Zwei Straßen weiter von hier ist ein Boxstudio, wenn du magst, kann ich dich mal mitnehmen", erklärte er weiter sein gesagtes.
„Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Was?", fragte ich nach, nicht glauben könnend, dass Jack gerade vorgeschlagen hatte, dass wir etwas zusammen unternehmen könnten.
Jack bemerkte dies und knirschte leicht mit seinen Zähnen: „Ich wollte mich nur etwas revanchieren, Tomlinson. Keiner zwingt dich dazu mein Angebot anzunehmen."
Immer noch perplex starrte ich ihn an. Doch dann ließ ich mir seinen Vorschlag genauer durch den Kopf gehen und die Vorstellung alles an einem Boxsack auszulassen, was sich die letzten Tage und Wochen angestaut hatte, klang gar nicht so schlecht.
„Okay. Nach der Schule?", fragte ich nach. Jack schaute überrascht auf. „Ja, wart am Eingang auf mich", sagte er und verschwand im nächsten Augenblick in einer der Klokabinen.
Kurz verharrte ich noch an Ort und Stelle, dann schüttelte ich mich und verließ die Toilette, mit dem Ziel Niall zu suchen und mich zu entschuldigen. Denn er hatte nichts schlimmes getan und letztendlich würde es mir gut tun, mich mit ihm über Tom, Nick und meine Eltern unterhalten zu können. Von Jack würde ich ihm aber vorerst nichts erzählen, ich musste erst selber herausfinden, was das zwischen uns war.
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Der Schulhof hatte sich schon fast völlig gelernt, als ich ungeduldig auf Jack wartete. Der Gedanke kam in mir hoch, dass Jack extra trödelte, damit niemand sah, dass er mit mir den Schulhof verließ und allein diese Vermutung veranlasste mich dazu, dass ich plötzlich gehen wollte.
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Lucky || Larry Stylinson
FanfictionLouis ist in einer Vorstadt mit immer gleichen Vorgärten, gepflegten Häusern und sonntäglichen Kirchenbesuchen groß geworden. In dieser Stadt gab es drei Dinge, die als unverzeihlich galten. Untreue, wenn man sich von Gott abwendete und Homosexualit...
