„Na, dann schlaf doch mit ihm", äffte ich ein paar Stunden später Harry nach, als ich besagten Mann dabei beobachtet, wie er eng mit einem gut aussehenden Schwarzhaarigen tanzte. Als ob das so einfach wäre, wie es bei ihm immer aussah.
„Mit wem sollst du schlafen?", fragte mich Tom, der sich nun neben mich gesellt hatte. Erschrocken fuhr ich zu ihm herum. „Mit niemanden", piepste ich und verfluchte im selben Augenblick die Tatsache, dass ich meine Stimme nicht im Griff hatte.
„Immer noch zu wenig Drinks, um offen über Sex reden zu können?", fragte er mich und grinste dabei. Ich dachte an meine Cocktails die Harry mir den ganzen Abend besorgt hatte und in denen kein einziger Tropfen Alkohol gewesen war und nickte: „Scheint wohl so."
„Dabei macht es das Leben so viel einfacher, wenn man kein Tabuthema daraus macht. Nur wenn du offen über Sex reden kannst, bekommst du auch das im Bett was du möchtest. Ich meine dein gegenüber kann ja nicht hellsehen, was dich erregt", redete Tom weiter, als wäre ich ein kleines Kind, dem er die Welt erklären müsste.
„Mit meinem Sexpartner sollte ich darüber reden können, aber doch nicht mit jedem Menschen auf dieser Welt", erklärte ich Tom meine Sicht der Dinge und musste kurz schmunzeln, als ich an meine nervösen Versuche dachte, Harry zu erklären, was mich erregte.
„Also heißt das, dass du nicht mit mir schlafen willst, weil du nicht mit mir über Sex redest?", fragte mich Tom. Erschrocken sah ich ihn an. Hatte er das gerade wirklich gesagt?
„Jetzt guck nicht so Louis. Du siehst verdammt gut aus und bist dazu noch charmant und witzig. Wie könnte ich nicht in Betracht ziehen, mit dir schlafen zu wollen?"
„Ich ... ich", fing ich an und stockte dann. Wirklich wissen was ich sagen wollte, tat ich nämlich nicht und so sprach ich das einzige aus das so offensichtlich war, dass auch mein Gehirn aus daraus einen Satz formulieren konnte: „Du siehst auch gut aus."
Auf Toms Gesicht bildete sich ein Lächeln. „Also habe ich doch noch eine Chance?", fragte er mich und beugte sich etwas weiter zu mir herüber, sodass ich sein Parfüm riechen konnte. Ich nickte bloß, nicht fähig zu antworten.
Und dann geschah das Unglaubliche, Tom fucking Watson küsste mich. Sein blumiger Geruch schien meinen ganzen Körper zu umhüllen und eine unglaubliche Lust breitete sich in mir aus. Unsere Lippen bewegten sich im Einklang aufeinander und er wartete nur kurz, bis er den Kuss vertiefte, mich näher an sich zog und seine Hände auf meinen Hintern legte.
Als wir uns wenige später schwer atmend voneinander lösten, breitete sich ein dümmliches Lächeln auf unser beider Lippen aus.
„Magst du noch mit mir in mein Hotel kommen?", fragte mich Tom, woraufhin ich mich nach Harry umsah. Hatte er mitbekommen was hier gerade passiert war?
Doch als ich Harry erblickte, immer noch sich an dem Schwarzhaarigen reibend, kannte ich die Antwort. Er hatte mich völlig ausgeblendet und so blickte ich entschlossen zu Tom zurück und sagte : „Gerne, ich sag nur eben Harry Bescheid, dass ich weg bin."
Tom schaute ebenfalls zu dem tanzend Harry und sah mich skeptisch an: „Meinst du, das interessiert ihn noch?" Ein kleiner Stich durchzog mein Herz, doch das ignorierte ich. „Sagen wir mal so, er macht sich sorgen, wenn ich einfach so gehe", erklärte ich Tom das, was ich vor ein paar Tagen erlebet hatte, als ich ohne Bescheid zu sagen, mit Liam und Zayn nach Hause gegangen war.
Kurz nickte Tom mir zu und dann machte ich mich auf den Weg nach Harry. Als ich diesen ansprach, guckte mich sein Tanzpartner abwertend an. „Hau ab Kleiner. Du siehst doch, dass er mit mir tanzt", sagte der Schwarzhaarige und fing wieder an sich an Harry zu reiben. Harry ging allerdings nicht darauf ein und schenkte mir stattdessen seine völlige Aufmerksamkeit. „Alles gut bei dir?", fragte er mich und lächelte mich an.
„Ja, ich wollte nur...", setzte ich an, wurde allerdings wieder von Harrys Auserwählten unterbrochen. „Wer ist das denn und wann haut er ab?", fragte er Harry genervt. Harrys Blick verfinsterte sich daraufhin: „Das ist Louis, mein Freund, und ich würde wirklich gerne erfahren, was er zu sagen hat, also wie wärs, wenn du kurz still bist?"
Der Schwarzhaarige verzog überrascht sein Gesicht und schien kurz zu überlegen, ob sein Stolz zu groß war, um sich so etwas bieten zu lassen, doch die Aussicht die Nacht mit Harry verbringen zu können, überzeugte ihn wohl schließlich zu bleiben und den Mund zu halten, denn er verschränkte zwar seine Arme vor der Brust, blieb aber an Ort und Stelle stehen.
„Also, was wolltest du sagen?", fragte Harry bei mir nach. Ich schüttelte kurz meinen Kopf über den Schwarzhaarigen und blickte dann Harry direkt in die Augen: „Tom hat mich gefragt, ob ich noch mit zu ihm ins Hotel kommen will. Ich wollte dir nur kurz Bescheid sagen, dass ich dann weg bin."
Harry zog überrascht seine Augenbrauen in die Höhe, dann lächelte er: „Gut, dann sehen wir uns später?" Ich nickte bloß, nicht ganz wissend ob ich eine andere Reaktion von ihm erwartet hatte.
Harry beugte sich zu mir herunter und küsste mich kurz. „Viel Spaß", flüsterte er, als wir uns wieder lösten. Dann wendete er sich zu den verdutzt reinschauenden Schwarzhaarigen. Dem würde Harry wohl noch erklären müssen, was für eine Art Beziehung wir führten. Seinen überraschten Blick konnte ich ihn auf jeden Fall nicht übel nehmen. Ich konnte manchmal selber noch nicht fassen, was Harry und ich hier taten.
Ich drehte mich ohne ein weiteres Wort zu Tom um, der sich mit dem Barkeeper unterhielt und nichts von dem Kuss zwischen Harry und mir mitbekommen zu haben schien.
„Dann wollen wir mal", dachte ich mir, nicht ganz meine Gefühle einordnen könnend.
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Lucky || Larry Stylinson
FanfictionLouis ist in einer Vorstadt mit immer gleichen Vorgärten, gepflegten Häusern und sonntäglichen Kirchenbesuchen groß geworden. In dieser Stadt gab es drei Dinge, die als unverzeihlich galten. Untreue, wenn man sich von Gott abwendete und Homosexualit...
