Crucis

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Lennox stellte den Rucksack vor sich und öffnete diesen.
„Mal schauen was hier alles drinnen ist. Immerhin wird der komplette Inhalt gleich nass, wenn wir zum Schiff schwimmen wollen", bemerkte er während er den Reißverschluss öffnete. Ben ging nicht an sein Handy, weshalb die Truppe beschloss selbst zur Crucis zu schwimmen.
„Die Sengbohne kann selbstverständlich nass werden. Das Geld ist auch wasserfest", murmelte er vor sich hin und zog gleichzeitig diverse Gegenstände aus der Tasche. 

„Na sieh mal einer an. Es sind noch zwei Brote übrig", wunderte er sich mit der Brotdose in der Hand. Sofort richtete sich Kenos Aufmerksamkeit zum Oblivion. Fordernd nahm er das Essen ins Visier. Lennox verstand seine Signale und haperte nicht lange mit sich. Keine Sekunde später schmiss er die Brote ins Wasser und serviere sie somit Keno gleich vor die Nase. Hungrig stürzte sich der Kobold auf das Essen und verschlang alles mit nur wenigen Bissen. Diesen Anblick waren die Jugendlichen bereits gewöhnt, weshalb sie sich davon nicht ablenken ließen. 

„Was machen wir eigentlich mit dem Handy?", überlegte Thea laut und blickte auf das klotzige Gerät. Aleas altes neues Handy war sehr altmodisch und keineswegs wasserdicht. Lennox kramte erneut im Rucksack und zog einen durchsichtigen Zipbeutel heraus, welchen Cassaras eingepackt haben musste. Er bestand aus Plastik, weshalb dieser keineswegs von der Alpha Cru hätte kommen können.
„Das dürfte reichen", vermutete er mit einem Schulterzucker. Er legte das Handy in den Beutel, verschloss diesen und packte ihn wieder beiseite. Alea gefiel zwar nicht, dass dieser aus Plastik bestand, sie hatten jedoch momentan keine andere Alternative. 

Sobald auch alle Klamotten im Rucksack waren schmiss Lennox diesen mit einer lässigen Bewegung auf seine Rücken.
„Von mir aus können wir los", verkündete er und stand auf, was die Mädchen ihm gleich taten. Als wäre es das normalste auf der Welt sprangen alle drei gleichzeitig vom Felsen ins Meer. Sobald Alea und Thea vollständig unter Wasser tauchten kamen ihre Schwimmhäute und Kiemen zum Vorschein, welche sich an Land wieder zusammen zogen. Keno schloss sich ihnen im Nu an und wich Alea nicht mehr von der Seite. In Loreley hatte er selbst gesagt, dass er sich nichts sehnlicher wünschte, als an der Seite, der Elvarion kämpfen zu dürfen. 

Es dauerte nicht lange und die vier schossen wie Pfeile durchs Wasser. Augenblicklich stießen in Alea Glücksgefühle hervor mit ihren Freunden schwimmen zu können. Ein Blick zur Seite verriet, dass es Lennox und Thea nicht anders ging. In ihren Stimmungsspiegel erkannte sie goldene Bläschen, welche ihre Vermutungen nur bestätigten. Auch Keno schien wie berauscht nach all den Jahren wieder mit Meerkindern zu schwimmen. 

Nachdem sie sich weit genug von der Küste entfernt hatten hielten sie an. Lennox nutzte den Zwischenstopp um aufzutauchen und nach Luft zu schnappen. Gleichzeitig machte sich Alea bereit um nach einer Finde-Finja zu rufen.
„Finde-Finja komm herbei, hilf uns schnell mit Zauberei", donnerte sie auf Hajara den traditionellen Spruch ins Wasser. Aus der Ferne erkannte sie bereits eine Gestalt, welche zielorientiert auf sie zu raste. In der Zwischenzeit war auch Lennox wieder unter Wasser getaucht. Es dauerte nicht lange und die Gestalt war bei der Gruppe angekommen - eine Finde-Finja. Sie war grell orange und hatte grüne Flecken. Das Wesen besaß mindestens zwanzig dünne korallenförmige Arme, auf welche unzählig viele Augen saßen. 

„Ich bin gekommen", verkündete die Magische.
„Ich heiße Alea Aquarius", stellte sich die Walwanderin vor. Die Finde-Finja guckte nicht schlecht. Wusste sie, dass Alea die Elavrion, der letzten Genration war?
„Ich heiße Franziska Freya", hielt sie sich trotz alle dem konzentriert an ihren Text.
„Dies ist meine Bitte: Finde das Schiff, genannt Crucis für mich", fuhr Alea unbeirrt fort. Prompt wedelte Franziska mit ihren Ärmchen hin und her. Nach wenigen Sekunden klirrte sie:
„Folgt mir!" und raste auch schon los.

Die vier bemühten sich hinterher zu kommen und holten die Finde-Finja schnell ein. Sie waren nicht lange unterwegs und das Wesen blieb stehen. Zufrieden drehte sie sich zu den Meerkindern.
„Ich habe gefunden, was ihr gesucht habt. Ich bin eine Finde-Finja", sprach das orange farbende Wesen seinen Text.
„Ich bin eine Walwanderin. Ich habe gesucht, du hast gefunden", ertönte Alea daraufhin.  Kurz darauf verschwand Franziska auch schon. Thea wank ihr zwar dankend hinterher, dies blieb allerdings unbemerkt. 

Die Bande befand sich nun gleich vor der Crucis.

Alea Aquarius Band 7 (Fanfiction)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt