Ruhe vor dem Sturm

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Ben staunte nicht schlecht.
"Was habt ihr mit ihm angestellt?", hakte er überrascht nach. Lennox zog die Brauen zusammen.
"Ich bin mir nicht sicher", musste er zugeben. Auch Thea schien verwirrt.
"Cassaras ist keine gemeine Person... richtig freundlich ist er in der Regel aber auch nicht", dachte sie laut nach und starrte immer noch auf die Reling, über die er soeben gesprungen war. Sammy stoppte die Audioaufnahme und verstaute das Handy in Bens Hosentasche.

Alea für ihren Teil, war jedoch garnicht so überrascht wie ihre Freunde. Sie wusste, dass Cassaras sich das Aufleben der Meere für Thea wünschte. Ihr war unter anderem auch klar, dass sie ihm mit ihren bisherigen Taten bereits imponieren konnte. Sie war nicht überrascht, sondern beeindruckt.
"Wenn man den Leuten Hoffnung schenkt, tun sie außergewöhnliche Dinge", sprach sie schließlich in die Runde. Ihre Anführerstimme war stark wie immer.
"Wir haben es nicht nur geschafft, den Silberumhang zu bekommen. Wir haben auch Mura und Cassaras von uns überzeugen können!".
"Wahre Worte, Schwester", rief Sammy ihr inspiriert zu und nahm einen demonstrativ großen Schluck von seinem Apfelsaft. Alea stand auf und hielt ihre Hand in die Mitte. Lennox legte daraufhin seine Hand über ihre eigene. Dann auch Sammy, Tess, Ben und zuletzt Thea.
"Alpha Cru!", brüllten sie in die Luft und brachen in freudiges Gelächter aus.

Die Cru deckte mit einem guten Gefühl den Tisch ab und räumten an Deck auf. Sogar Keno schleppte ein paar Servietten nach unten und mampfte von den Resten, damit diese nicht weggeworfen wurden. In Nu war das Schiff wieder auf Vordermann gebracht. Die Jugendlichen setzten sich im Salon hin und quatschten noch ein Weilchen über die jüngsten Geschehnisse.
"Korallen werden also in Fatum Abtribri durch Nixenmagie am leben erhalten?", fasste Tess deren Beschreibung nochmal zusammen.
"Ja, Cassaras hat sie als Nutzkorallen bezeichnet", ergänzte Lennox daraufhin. Er reichte Keno einen weiteren Buntstift, während er sprach. Der Kobold hatte seine kreative Kunst auf dem Couchtisch ausgebreitet und schon das ein oder andere Bild gemalt gehabt.

"Korallen, wie wir sie sonst gewohnt sind, sind leider vom Aussterben bedroht", seufzte Ben nachdenklich. Daran hatten Alea auch bereits denken müssen.
"Das liegt am Klimawandel", erklärte Sammy, der ebenfalls ein Experte auf diesem Gebiet war.
"Es wird im Wasser einfach zu warm für sie".
Ben lehnte sich zurück und begann zu erzählen:
"Korallen überleben durch Algen. Ist das Wasser aber zu warm, werden diese giftig", erklärte er. „Um sich selbst zu schützen, stoßen Korallen die Algen ab. Als Resultat verlieren sie nicht nur ihre charismatische Farbe, sondern sterben au nach wenigen Tagen. Was viele nicht wissen, ist dass Korallen nicht nur Gesteine sind, sondern richtige Lebewesen!". Diese Information war Alea nicht neu. Sie fand es fast schon skurril, dass diese Mineralskelette doch tatsächlich leben sollten, doch das taten sie. Dass sie so sehr unter dem Klimawandel leideten fand sie mehr als erschütternd. Neben dem Meeresleuchten gehörten Korallenriffen zu ihren liebsten Meeresphänomen. Korallenriffen hatten sie schon immer fasziniert. Sie hatten etwas lebendiges.
"Nennt man das nicht Korallenbleichen oder so ähnlich?", fragte Lennox, der anscheinend auch  ein gewisses Grundwissen besaß.
"Ja, genau", bestätigte Sammy daraufhin.
"Erwärmt sich unsere Erde um weitere 1,5 Grad werden bis zu 90 Prozent weltweiter Korallenriffe aussterben", erzählte nun Tess den anderen. Sie musste diese Info über Aleas geschütztes Handy aus dem Internet gefunden haben, denn sie hielt dieses gerade noch in der Hand. Thea atmete schwer aus.
"Wie sehr muss unsere Erde auseinander fallen, damit die  Menschen endlich umdenken?", stellte sie frustriert eine rhetorische Frage. Lennox lachte sarkastisch.
"Nicht unser Planet muss zusammenbrechen, sondern unsere Wirtschaft. Solange die Konzerne Geld machen, ist es unwichtig, wie es um den Planeten steht". Lennox hatte sich zwar vor kurzem zu seiner Landgängerseite begeben, schien seine Meinung allerdings kaum geändert zu haben.
"Deshalb soll man keine Produkte von Firmen kaufen, die der Umwelt schaden", erklärte Ben ernst.
"Aber woher weiss man denn, welche Firma wie umweltbelastend ist?", wollte nun Tess wissen. Das war eine durchaus berechtigte Frage!
"Ganz einfach - man informiert sich", fand Lennox gleich eine Lösung.
"Coca Cola zum Beipsiel gehört zu den größten Müllproduzenten. Um solche Firmen sollte man einen großen Bogen machen, wenn man die Meere schonen möchte".
"Oder Nestlé. Dieses Unternehmen zerstört den Regenwald und stiehlt den Einwohnern aus armen Regionen das Wasser für ihre Produkte!", zählte Sammy eine weitere große Marke auf.
"Falls man sich nicht sicher ist, ob die Firma schlecht ist, kann man alternativ von Marken kaufen, bei denen man bereits weiß, dass diese gut für die Umwelt sind", trug nun auch Alea ihren Part bei. Tess nickte langsam.
"Da gibt es ganz schön viel zu beachten", stöhnte sie.
"Das stimmt. Umweltsiegel erleichtern einem zum Glück auch die Recherchen. Man muss sich dafür nur die Verpackung genauer ansehen", gab Thea ihr einen hilfreichen Tipp.
"Aber hilft es wirklich, wenn ein paar Jugendliche aufhören ihre Kaugummis vom Nestlé zu kaufen?", kam es Tess irgendwann in den Sinn. Ben verneinte dies.
"Zu alle mal sind wie nicht nur ein paar Jugendliche. Weltweit gibt es tausende Menschen die es uns gleich tun", korrigierte er sie. Alea musste an die Protestation denken, welch sie in Frankreich gegen Kreuzfahrtschiffe in Bewegung gesetzt hatten. Allein dort hatten sich hunderte Menschen versammelt.
"Wenn man sich mal ansieht, wie viele Bio-Produkte es im Vergleich zu den letzten 40 Jahren gibt, kann man durchaus behaupten, dass der Konsument ein Mitspracherecht hat", meinte Alea. Die Unternehmen hatten anscheinend verstanden, dass solche Produkte immer attraktiver wurden und sich dem angepasst.
"Okay, ich glaube, ich werde meine Eltern mal darauf ansprechen, sobald ich wieder Zuhause bin. Wir können sicherlich auch auf ein paar Produkte verzichten oder nach Alternativen suchen", kam Tess zum Entschluss. Ben schenkte ihr ein stolzes Lächeln.

Alea Aquarius Band 7 (Fanfiction)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt