P.o.V. Kōtarō
Kōtarō lief hinter Keiji her, der glücklich vor ihm durch den Regen flanierte. Ein stilles Lächeln schlich sich auf seine Lippen, während er seinem Freund dabei zusah, wie dieser über eine Pfütze sprang. Es war schön zu sehen, dass es ihm gut ging. Auch, wenn etwas in der Eule sich noch immer schuldig fühlte. Keiji hatte zwar gesagt, dass es in Ordnung sei, aber die Tatsache, dass er sich für die Sache in der Höhle nicht hatte revangieren dürfen, beschäftigte ihn trotzdem. Aber damit nicht genug. Die ganze Situation war bedrückend, Kōtarō wusste, dass es Keiji nicht sonderlich gut ging. Die Albträume, die ganzen Gespräche der letzten Tage. Er streckte den Arm aus, um seinen Partner festzuhalten. 'Denkst du, man hat es schwer als Eule mit einem Meermann?' Kōtarōs Finger streiften das matschige Oberteil Keijis. 'Keiji muss nur eine Schlacht schlagen: Die, gegen die Trennung von Elementarwesen. Um mit seiner Eule zusammensein zu können.' Die Eule ließ seine Hand sinken. 'Kōtarō, ich widere mich selbst an.' Er war so zerbrechlich. So stark. So verletzlich. Es war unglaublich, wie gut er belastende Dinge wegstecken konnte, auch wenn ihn vieles doch sehr zweifeln ließ. Keiji hatte bisher wahrscheinlich immer diese Stärke aufrecht erhalten müssen, um der psychischen Belastung durch die mangelnde Sorge der Eltern standhalten zu können. Aber auf Dauer bedeutete auch das eine große Last. Und jetzt, wo er von den ganzen Bürden befreit war, fielen die mentalen Strapazen auf ihn zurück. Das Aufarbeiten derartiger Ereignisse würde vermutlich viel Zeit in Anspruch nehmen, so oder so auch neue Belastungen mit sich bringen. Manchmal war es wirklich schwer, den Meermann einzuschätzen. Ob er nun einen starken, selbstbewussten Tag hatte, oder einen der Tage, an denen er sich so viele Gedanken machte und zweifelte. Er streckte seine Hand erneut aus und grub die Finger in den nassen Stoff. "Ko?" Mit einem Ruck zog er Keiji nach hinten, der stolperte und fiel gegen den Oberkörper der Eule. Sanft schloss Kōtarō seine Arme um ihn. Das Wasserwesen ließ sich darauf ein und legte seine Hände auf die seines Freundes. "Ich liebe dich, Keiji. Ich weiß, es ist manchmal schwer für dich, und ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann. Ich finde nicht die richtigen Worte, um dir Sicherheit und Trost zu geben..." Der Griff um Kōtarōs Hände verstärkte sich, während er nach den nächsten Worten suchte. "Ich wünschte, ich könnte dir das geben, was du brauchst, aber ich bin wirklich schlecht in sowas. Aber ich kann dir zuhören, ich kann dich umarmen, mich um dich sorgen, dir Liebe geben. Wenn du mich brauchst, bin ich da. Auch, wenn ich keine besonders gute Hilfe bin." Einen Moment standen sie in Stille, nur der Regen auf den Blättern war zu hören. "Ko,", begann Keiji, seine Stimme klang gepresst. "sag sowas nicht einfach, wenn wir nicht zuhause sind." Kōtarō sah erstaunt auf ihn hinunter. "Wieso?" Keiji drehte sich um und vergrub sein Gesicht in dem Oberteil des Vogelmannes. "Weil ich keinen Bock habe, heulend durch die ganze Umgebung zu rennen."
P.o.V. Keiji
Keiji spürte eine der großen Hände auf seinem Kopf, während die andere sich sacht auf seinen Rücken legte, um ihn an den Körper seines Freundes zu drücken. Die Tränen quollen ihm aus seinen Augen und verschwanden in Kōtarōs Hemd. "Sorry, ich wollte dich nicht zum Weinen bringen." Keiji legte seine Stirn an die Brust des Großen und starrte auf den Boden. "Du Idiot! Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich bin nur..." Fuck, er hatte nicht gewusst, dass Kōtarō sich so viele Gedanken um das Thema machte. "Nur was?" Gerührt? Erleichtert? Überwältigt? Verliebt? Stolz? Glücklich? Traurig? Wütend? Dankbar? Hm, dankbar. "Dankbar. Denke ich."
"Denkst du?"
"Hmm."
Kōtarō lachte. "Dankbar also. Aber wieso, es ist doch wahr. Dass ich eigentlich keine Hilfe bin."
"Doch. Doch, du bist eine große Hilfe. Ich kann mit dir reden und das reicht. Du kannst mir viel mehr geben, als jeder andere auf dieser Welt. Es ist wie Kenma sagt: Ohne dich wäre ich dauerhaft am Heulen. Es tut gut, in deiner Nähe zu sein. Es tut gut, mit dir zu reden und zu lachen und ich will einfach nur mehr und mehr Zeit mit dir verbringen. Aber ich habe das Gefühl, dass ich etwas damit kaputtmache, immer wieder die ernsten Themen anzusprechen. Ich will mehr mit dir lachen und Spaß haben als über ernste Themen nachzudenken." Kōtarōs Hand bewegte sich über Keijis Kopf über seine Wange und hin zu seinem Kinn, welches er anhob. Der Blick der gelben Augen, so voller Einfühlsamkeit und Liebe, ließ ihn in den warmen Armen zerschmelzen. "Du machst nichts kaputt. Es ist eben auch mal wichtig, die ernsten Sachen zu bereden, und wenn es dir dadurch besser geht, ist das kein Problem für mich." Er lächelte und wischte die Tränen von den Wangen des Meermanns. "Ko. Ich will keine ernsten Gespräche führen." Die Eule beugte sich hinunter und küsste ihn. "An mir soll's nicht liegen. Ich will nur, dass es dir gut geht. Okay?" Keiji nickte. "Super!" Kōtarō beugte sich erneut herunter, diesmal allerdings um Keiji hochzuheben. "Kōtarō!"
"Uh, irgendwie ist es ungewohnt, nicht Ko genannt zu werden."
"Lass mich runter!"
"Nein."
"Was heißt hier 'Nein'?"
"Ich mag es, dich zu tragen. Ich habe das Gefühl, Macht über dich zu haben. Du bist mir ganz nah und kannst nicht entkommen."
"Kann ich nicht?" Keiji begann in Kōtarōs Armen zu zappeln, um heruntergelassen zu werden. "Ähhh, ich... Ich nehm's zurück." Keiji hob den Blick um Kōtarō in die Augen zu sehen. "Welch weise Entscheidung." Er drehte sich in den muskulösen Armen und versuchte, sich doch noch zu befreien. Das war allerdings leichter gesagt als getan, denn die Eule drückte ihn nur fester an sich. "Ko, bitte."
"Das meinst du eigentlich nicht ernst, du willst garnicht, dass ich dich runterlasse."
"Was macht dich da so sicher?"
"Du liebst mich doch, oder nicht?" Keiji hörte auf zu zappeln. "Das ist eine richtig miese Masche. Ich kann nichts tun, um zu widersprechen." Kōtarō grinste auf ihn hinab. "Das ist die Idee." Keiji versuchte seinen Freund böse anzufunkeln, aber der brach nur in lautes Gelächter aus. "Du bist einfach zu niedlich." Unsicher, ob er beleidigt oder beschämt sein sollte, drehte Keiji den Kopf weg. Kurz darauf spürte er ein paar sanfter Lippen an seinem Hals, wo sie sich festsaugten. Das Gefühl war komisch intensiv. "Ko~" Der Ältere erstarrte und löste sich von ihm. "Fuck, das war hot." Keiji wandte sein Gesicht wieder Kōtarō zu, der mit glänzenden Augen zurücksah. "Hehe, du bist rot geworden."
"Bin ich?" Der Meermann fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. Tatsächlich glühten seine Wangen. "Hey, Keiji."
"Ja?"
"Ich will immer noch Revange."
"Nicht heute. Ich würde gerne die Grundlagen für Volleyball lernen."
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Complete my World (BokuAka)
FanfictionBokuto x Akaashi - Eine verbotene Liebe... Eine kaputte Welt... Eine dramatische Tragödie... Und mitten drin ganz viel Haikyu und Fantasy! - Vor vielen Jahrhunderten haben sich die Menschen zu Elementarwesen weiterentwickelt, den sogenannten Urvölk...
