Kapitel 32

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@minisosauria1 sind dieses so wie die folgenden Kapitel gewidmet. Ich hoffe, das reicht für WHAM.

P.o.V. Keiji

Sie hatten gestern noch eine ganze Weile zusammengesessen und gelacht, während sie das Essen vertilgt hatten. Todmüde waren sie dann ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen. Als Keiji an diesem Morgen aufwachte, war das Bett neben ihm leer. Kōtarō musste sich das wirklich abgewöhnen. Verschlafen setzte er sich auf und sah sich um. Auf dem Nachttisch lag ein Zettel. 'Guten Morgen Süßer. Ich wurde zum Stammesältesten gerufen. Bin bald zurück, Frühstück findest du auf der Fensterbank. Lieb dich.' Keiji lächelte. Sein Freund dachte auch an alles. Er stand auf und lief zur Fensterbank, um sein Frühstück zu holen. Warum Kōtarō wohl zum Stammesältesten musste? War es was Ernstes? Hatte Kōtarō irgendwas angestellt? Was machte ein Stammesältester eigentlich? Nachdenklich schnappt er sich die Brötchentüte und den Kaffee von der Fensterbank. Es würde schon nichts Schlimmes sein. Keiji setzt sich auf den Boden und begann zu essen. Er gewöhnte sich langsam an das Essen an Land, auch wenn es noch immer zu trocken für ihn war. Er beendete sein Mahl und zog sich an. Kōtarō war noch nicht zurück. Wie lange so eine Besprechung mit dem Ältesten wo dauerte? Aber lange konnte es nicht mehr sein... Oder? Keiji trat vor die Tür. Der Wind spielte mit den schwarzen Strähnen und trug den Geruch von warmem Wasser und frischem Grün heran. Jetzt ein bisschen spazieren zu gehen, um sich die Zeit zu vertreiben, wäre wundervoll. Der Meermann lief schnell zurück in die Hütte und drehte den Zettel um, auf den Kōtarō seine Botschaft geschrieben hatte. 'Bin spazieren, suche den Bach. Komme zum Mittagessen wieder. Liebe dich mehr.' Dann lief er hinaus und über den Baum auf die erste Brücke zu. Dadurch, dass Kaori in mitgeschleift hatte, um ihn Yukie vorzustellen, waren die wankenden Seilkonstruktionen keine echte Herausforderung mehr. Dennoch versuchte der Meermann so schnell wie möglich festen Boden unter die nackten Füße zu bekommen. Vom gestrigen Regen war der Boden noch feucht und matschig. Ein lustiges Gefühl. Keiji sah auf. In welche Richtung waren sie gestern gegangen? Hmm. Er begann zu laufen. Nach rechts, das kam ihm am wahrscheinlichsten vor. Der Geruch des feuchtwarmen Waldes überdeckte den des Flusses in der Ferne und hinderte Keiji daran, den richtigen Weg zu finden. Also lief er einfach immer weiter, beobachtete das Wechselspiel von Licht und Schatten und hing seinen Gedanken nach. Es war schwer einzuschätzen, wie lange er so spazierte, bis er schließlich die Baumgrenze durchbrach und auf einem gewaltigen Felsplateau stand. Unsicher sah er sich um. Dieser Ort war nicht der, den er gesucht hatte. Der glatte Stein kam ihm unnatürlich heiß vor und er machte einen Schritt von dem Plateau auf den kühlen Waldboden. "Ganz schön heiß, was?" Keiji drehte sich erstaunt um. Am anderen Ende der Plattform stand ein junger Mann mit einem selbstsicheren Lächeln. Trotz der Hitze trug er einen schwarzen Hanfu. Die chinesische Tracht schmeichelte seinem ausgesprochen gut gebauten Körper und er strich sich die braunen Haare, welche im lose in den Nacken fielen, aus den Augen. "Ja.", antwortete Keiji. Der Mann kam mit einem leichten, federnden Gang auf ihn zu. "Ich bin Oikawa.", stellte er sich vor und streckte eine Hand aus. Keiji ergriff sie. Sollte er sich mit Akaashi vorstellen? Aber den Namen hatte er dauerhaft ablegen wollen. Er könnte sich auch mit Vornamen vorstellen, aber das wäre seltsam, wo Oikawa das auch nicht getan hatte. Kurzerhand sah er dem Braunhaarigen in die Augen und antwortete: "Bokuto." Oikawa lächelte bezaubernd. "Freut mich. Sag, kennst du dich aus in dieser Gegend?" Bedauern schüttelte Keiji den Kopf. "Tut mir leid, ich wohne noch nicht sonderlich lange hier." Oikawa nickte. "Verstehe. Schade, na, was soll man machen. Du hast nicht zufällig eine Pflanze gesehen, deren Blüten aufrecht stehen wie Pilze? In rot und pink, wuchert an Baumstämmen... Angeblich." Erneut musste der Meermann verneinen. "Suchst du die Blume aus einem bestimmten Grund?" Oikawa begann den Wald mit den Augen abzusuchen. "Ja. Ein... Freund von mir ist verletzt. Der Idiot hat es geschafft von einem Dolch durchbohrt zu werden. Ist das zu fassen?! Nun, die Wunde hat sich entzündet und diese Blume hilft ihm das zu überleben... Vorausgesetzt, ich kann sie finden." Keiji sah ihn erschrocken an. "Ich helfe dir suchen." 
"Danke Bokuto." Oikawa lächelte ihm zu. 
"Sag, wie hat dein Freund es geschafft abgestochen zu werden?" 
"Er hat sich vor mich geworfen." 
"Oh. Tut mir leid, die Frage war unsensibel." 
"Schon gut, es war mir und ihm beiden bewusst, dass dieser Moment kommen würde." Sie liefen tiefer in den Wald, um die Pflanze zu suchen. "Wie kommt's?"
"Er ist... sowas wie man Bodyguard." 
"Dein Bodyguard?"
"Ja, da wo ich herkomme bin ich sowas wie eine Berühmtheit, nun ja." Er lachte verlegen. Keiji nickte. "Also war der Dolch für dich bestimmt gewesen." 
"Ja."
Einen Moment schwiegen sie beide. Dann fragte der Schwarzhaarige doch: "Sag, wenn du eine so wichtige Persönlichkeit bist, da wo du herkommst, wieso hast du keinen anderen Bodyguard bei dir?" Oikawa blieb stehen. "Es könnte niemals einen anderen für mich geben. Ah, außerdem bin ich undercover hier, also streng genommen weiß niemand von meinem Aufenthalt." Keiji lachte. "Du bist ein toller Typ, Oikawa. Wer, um sein Bodyguard zu retten, alles stehen und liegen lässt, der hat den Erfolg mehr als verdient." 
"Danke." Keiji legte den Kopf in den Nacken und sah zu den Baumwipfeln empor. Er konnte seinen Augen nicht trauen. "Oikawa! Schau nach oben!" Der Mann hob den Blick und stieß einen Freudenschrei aus. "Bokuto, das sind sie! Vielen, vielen Dank !" Die Äste der Bäume waren über und über mit den roten Blüten bedeckt, die allesamt nach oben standen und ein märchenhaftes Ambiente schufen. Gemeinsam zogen sie eine der Ranken hinunter und Oikawa pflückte ein paar der Blumen. "Gut, dass ich dir begegnet bin. Ich muss dann wieder, meinen Freund retten. Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder. Bis dann Bokuto, ich bin dir was schuldig." 
"Ach was, das habe ich doch gerne gemacht. Viel Glück." Oikawa winkte zum Abschied, dann rannte er los und war nach kurzer Zeit schon nicht mehr zu sehen. Es wurde auch für Keiji langsam Zeit zu gehen. Er begann den Rückweg durch den Wald. Kōtarō davon zu erzählen würde lustig werden. Was er wohl davon hielt, dass der Wassermann seinen Nachnamen benutzt hatte? Lächelnd erhöhte das Wasserwesen sein Tempo. Doch das hätte er besser nicht getan. Der matschige Boden rutscht unter seinen Füßen weg und Keiji schlug auf den feuchten Grund. Benommen setzt er sich auf. Er hatte Glück gehabt, direkt vor ihm war eine gewaltige Felsspalte. Er stand auf. Als er sich umdrehte, sah er direkt in die Augen eines großen, grauen Fuchses. Erschrocken machte er einen Schritt zurück... Genau ins Nichts. Der Versuch sich zu fangen war hoffnungslos, Keiji stürzte in die schwarze Schlucht, und alles was ihm zu tun blieb, war fest die Augen zu zukneifen und zu beten.

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Soooo, ich weiß, Oikawa ist nicht perfekt gelungen... Aber für die ganzen IwaOi- Fans unter euch... 

Complete my World (BokuAka)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt