P.o.V Kōtarō
Als er das Zimmer wieder betrat, lag Keiji auf dem Bett und starrte an die Decke. Lächelnd winkte er den Großen zu sich. Kōtarō konnte die Frage in seinen Augen sehen, doch der Meermann fragte nicht. Wofür die Eule seinem Freund ausgesprochen dankbar war. Die Eule schloss die Tür und setzte sich auf die Bettkante. Sofort setzte sich der Meermann neben ihn und nahm seine Hand. "Hey." Kōtarō strich leicht mit seinem Daumen über den Handrücken. "Hey.", erwiderte er. "Es ist zwar noch nicht besonders spät, aber lass uns doch trotzdem schon schlafen gehen. Heute war ein anstrengender Tag." Kōtarō nickte. "Das kannst du laut sagen. Dann gehe ich mich schnell umziehen." Er griff sich seine Sachen und verließ das Zimmer, Keijis Blick im Rücken. Der Vogelmann betrat das Badezimmer und schloss hinter sich ab. Dann ließ er sich auf den Boden sinken und schloss die Augen, ohne das Licht anzumachen. Es war so... neu. Diese ganze Sache nahm ihn mehr mit, als er je zugeben würde. Immerhin war er ein erwachsener Mann! Wieso also sollte ein bisschen Liebe ihn so fertig machen? Wieso nur...? Er fuhr sich durch die Haare. Dieses Gefühl... dieses verdammte Gefühl... Wann immer er bei Keiji war fühlte er sich unbeschreiblich gut. Aber schon das hier, zwei Türen von ihm entfernt für ein paar Minuten, verursachte einen Schmerz in seiner Brust, als würde jemand sein Herz zerdrücken. Kōtarō erhob sich mit einem leisen Seufzen vom Boden und zog sich um. Normalerweise war er doch nicht so empfindlich. Und auch Keiji schien nicht wirklich überwältigt von Emotionen. Wieso merkte er das alles denn intensiver als er? Sein Freund. Es war irgendwie schön, ihn so nennen zu können. Die Eule schloss die Tür auf und ging zurück zu Kenmas Zimmer. Als er die Tür öffnete, sah er direkt in Keijis graue Augen und machte erschrocken einen Schritt zurück. "Gott, mein Herz ist stehengeblieben!" Der Meermann zog ihn zu sich in den Raum und schloss die Tür. "Und dabei hatte ich gehofft, es schneller schlagen lassen zu können." Dieser Junge hatte ja keine Ahnung. Er schaltete das Licht aus. Die Dunkelheit war so vollkommen, dass er nicht einmal mehr die Hand vor Augen sehen konnte. Plötzlich spürte Kōtarō, wie sein Meerwesen ihre Finger verschränkte. Nach einem kurzen Moment zog Keiji an seiner Hand. "Jetzt komm schon, oder willst du die ganze Nacht da herumstehen?" Kōtarō ließ sich von ihm durch den Raum führen, bis seine Knie an das Bett stießen. Erleichtert, endlich einen Orientierungspunkt gefunden zu haben, setzte er sich auf die Bettkante, ohne Keiji loszolassen. Im nächsten Moment fühlte er die freie Hand seines Freundes an seiner Schulter, dann sank die Matratze neben ihm ein. Keiji setzte sich auf seinen Schoß, das Gesicht zu ihm. Die langen Finger lösten sich von seiner Hand, um kurz darauf in seinen Haaren zu vergraben. Sanft, aber auch irgendwie ungeduldig, zog er seinen Kopf nach hinten. "Wenn du dich das nächste Mal umziehen musst, mach es hier oder beeil dich!" Keijis Stimme war beinahe ein leises Knurren. Sofort überlief Kōtarōs ganzen Körper eine Gänsehaut, die sich in ein wohliges Kribbeln verwandelte, als ihre Lippen aufeinandertrafen.
P.o.V. Keiji
"In Ordnung.", erklang es von unter ihm. Ein zufriedenes Lächeln umspielte Keijis Lippen. Sein Freund klang ganz schön außeratem. Gut. Erneut beugte er sich hinunter und küsste ihn. Dieser Mann machte ihn wahnsinnig. Jedes Mal, wenn Kōtarō ihn alleine ließ, war es, als würde ihm ein Teil fehlen. Als wäre die Eule einfach der einzige Sinn, den sein Leben brauchte. Zehn Minuten. Zehn Minuten war er weg gewesen. Das hatte gereicht, damit Keiji wie ein Verrückter über ihn herfiel. Obwohl er wusste, dass er sich zurückhalten musste. Die Eule schlang einen Arm um ihn und ließ sich nach hinten fallen. Ein Grinsen schlich sich in das Gesicht des Meermannes. Kōtarō zog ihn ganz zu ihm herunter. Verdammt, er durfte sich nicht vergessen. Sie waren noch nicht so weit, noch nicht... Seine Lippen öffneten sich. Sofort schloss er sie wieder und löste sich sanft von dem Luftwesen. Die großen, gelben Eulenaugen funkelten ihn an. Diesen Blick kannte er nicht. Aber dieser Blick war nicht ängstlich oder geschockt, noch besorgt. Viel mehr... auffordernd. "Es ist okay. Halte dich nicht zurück, nur weil ich unerfahren bin. Es ist okay." Sanft strich er mit den Fingern über Keijis Rücken. Okay. Es war okay. Wieder beugte er sich herunter. Erst vorsichtig und dann immer intensiver küsste er Kōtarō. Langsam öffnete er seinen Mund. Die Eule folgte seinen Bewegungen. Achtsam darauf bedacht, jederzeit abbrechen zu können, ließ er seine Zunge in den Mund seines Freundes gleiten. Dieser verstand schnell und erwiderte zögerlich. Er hatte dieses Gefühl fast vergessen. Und dann war es um seine Selbstbeherrschung geschehen. Ohne Rücksicht tat er einfach, was sich richtig anfühlte. Keine Gedanken mehr darum, dass es zu viel oder zu schnell sein könnte. Es tat gut, sich einfach dem hinzugeben. Nach einer Weile löste sich Kōtarō vorsichtig von ihm. Seine Augen lächelten ihn in der Dunkelheit an. "Lass uns schlafen, ja?" Auch Keiji musste jetzt lächeln. "Ja." Sie legten sich richtig hin und die Eule deckte sie beide zu. Er schlang die Arme um das Meerwesen und zog ihn an sich. Zufrieden schloss er die Augen. Tief atmete er den Duft des jungen Mannes ein. Als er schon zur Hälfte am schlafen war, hörte er etwas. Ganz leise nur, aber dennoch. "Ich liebe dich." Lächelnd schlief er ein. Ich liebe dich auch, Bokuto Kōtarō. Mehr als alles andere auf dieser Welt. Mehr als mein Leben, mehr als jeden, den ich je kannte. Mehr, als ich in Worte fassen kann. So sehr, dass es wehtut, wenn du nicht da bist. Dass ich das Gefühl habe, auch wenn die Welt untergehen sollte, es wäre egal. Denn solange ich dich habe, gibt es nichts, das ich nicht schaffen, nichts, das mich unglücklich machen könnte.
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Complete my World (BokuAka)
FanfictionBokuto x Akaashi - Eine verbotene Liebe... Eine kaputte Welt... Eine dramatische Tragödie... Und mitten drin ganz viel Haikyu und Fantasy! - Vor vielen Jahrhunderten haben sich die Menschen zu Elementarwesen weiterentwickelt, den sogenannten Urvölk...
