36 || Gewalt ist keine Lösung! Oder vielleicht doch?

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Schon zum zweiten Mal betrete ich die breite Einfahrt von Douges großem Grundstück, welches sich in der ruhigen Wohngegend befindet.

Dieses Mal sind nicht ganz so viele Jugendliche in dem Vorgarten wie beim letzten Mal, wofür ich dankbar bin, da mein Kopf nach meinem gemütlichen Bett und Schlaf schreit.

Denn ich bin nicht ganz freiwillig mit Viola hierher gekommen, nur um Seth zu suchen, der Viola ziemlich auf die Nerven geht.

Aber so ist Viola eben, wenn sie ein Problem hat, will  sie es so schnell wie möglich aus dem Weg räumen. Und so ist es jetzt auch.

In stürmischen Schritten geht sie den Betongweg endlang, zu der großen Holzterrasse, wo einige Leute am reden und trinken sind.

Wie auch beim letzten Mal erklingt laute Musik aus dem inneren, die eigentlich einen tollen Vibe vermittelt hätte, wäre ich nicht so quälend müde und erschöpft vom Tag. Meine Feierlaune lässt noch zu wünschen übrig.

,,Danke dass du uns abgeholt hast", bedanke ich mich bei Cole, der sich bereits ein Bier von einem herumstehenden Typen geklaut hat.

Bis zum heutigen Abend kam er mir nicht sehr offen und freundlich rüber, aber die ganze Fahrt über haben wir ein bisschen smalltalk geführt und es hat sich herausgestellt, dass er eigentlich ganz inordnung ist.

„Jace Freunde sind auch meine Freunde", murmelt er und kippt mehrere Schlücke von seinem Bier herunter.

„Ich bin aber nicht nur...", will ich gerade anfangen, da bekomme ich Violas Ellenbogen in die Rippen.

,,Darüber kann man sich auch noch später unterhalten. Wir müssen jetzt Seth finden", zischt sie gereizt und hakt sich bei mir ein.

,,Warum? Gibts Probleme?" Kommt es von Cole, der mit uns zusammen das Haus betritt.

,,Kann man so sagen", murmel ich und blicke mich um. Ich bin immer wieder erstaunt wie viele Menschen in ein Haus passen und frage mich instinktiv, ob Douge diese ganzen Menschen wohl persönlich kennt.

Ich sehe mich um und bemerke dass das Licht dieses Mal gedämmt ist und die Räume hauptsächlich von LED Lichtern beleuchtet werden, die an der Deckenleiste angebracht wurden.

Cole nickt uns noch einmal zu und geht dann in Richtung Wohnzimmer, wo sicherlich seine Freunde auf ihn warten.

Ich hoffe instinktiv Jace nicht über den Weg zu laufen, falls er doch hier aufkreuzen sollte. Denn auch wenn es meine Entscheidung ist, ob ich hier bin oder nicht, habe ich das Gefühl dass er sauer wäre, weil ich ihm nichts gesagt habe.

Ich überlege ihn kurz anzurufen, hauptsächlich aus eigen Interesse wo er sich gerade aufhält. Die Bemerkung von Cole in der Schule, dass diese Sarah auch wieder hier ist, beschert mir ein mulmiges Gefühl im Magen.

Jedoch habe ich keine Zeit weiter darüber nachzudenken, denn Viola zieht mich bereits weiter, Richtung Küche, wo sie sich aufgebracht umblickt, suchend nach ihrem Opfer Seth, dem sie sehr wahrscheinlich gleich an die Gurgel springen wird.

,,Denkst du nicht du solltest das alleine mit ihm klären?" Frage ich Viola und hole mir einen Becher, der als einziger noch unbenutzt auf dem Tresen steht.

Wenn ich schon hier bin, kann ich es mir ja wenigstens einwenig erleichtern.

Ich schnappe mir eine Flasche mit einer durchsichtigen Flüssigkeit und kippe etwas davon in mein Becher. Den restliches Platz fülle ich mit Cola auf und nippe einpaar mal daran, als Viola mir den Becher aus der Hand reist.

,,Warum...", will ich schon schmollend wiedergeben, doch Viola unterbricht mich. „Ich brauche es mehr", gibt sie nur frustriert von sich und kippt den Inhalt in einer Tour hinunter.

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