Der Klingelton zieht sich immer mehr in die Länge, je länger ich darauf warte dass meine Mutter endlich abnimmt.
,,Nimm ab, Nimm ab", flüstere ich ungeduldig, wobei ich in Gillians Zimmer auf und ab gehe.
Wiederum nimmt meine Mutter nicht ab, sondern bloß ihre Mailbox meldet sich, so dass ich direkt auflege und es erneut versuche.
,,Bitte", flehe ich weiter und gehe noch schneller durch Gillians Zimmer. Diese hat sich wiederum auf ihr Bett verschanzt und blickt mir Fingernägelkauend zu.
,,Gina!" Kommt es auf einmal von der anderen Seite der Leitung und ich bleibe stehen, um erleichtert auszuatmen.
Gillian blickt mich mit großen Augen und fragend an, so dass ich als Antwort nicke und sie versteht.
,,Hey Mom", gebe ich nur kleinlaut wieder.
,,Oh Gott sei dank", ich höre wie sie sich hinsetzt und gleich daraufhin Mathew ruft.
,,Gina, bitte sag mir dass es dir gut geht!" Ich höre Angst und Sorge in ihrer Stimme, wie nie zuvor.
Erst jetzt merke ich, wie schlimm mein weglaufen von zuhause für sie gewesen sein muss. Oder besser gesagt, immer noch ist.
,,Mir geht es gut Mom, ich bin bei Gillian in Danville und mir geht es gut", ich versuche sie mit ruhiger Stimme zu beruhigen, aber so ganz klappt es nicht. Stattdessen höre ich nur Mathew so etwas sagen wie ,,Ist sie das?".
,,Ja, Gina gehts gut, sie ist in Danville bei ihrer Freundin." Die Erleichterung ist meiner Mutter anzuhören und ich fange an mich auf den Boden zu setzten, da auch ich nun eine gewisse Erleichterung verspüre.
,,Gina, warum hast du das getan?" Ist die nächste Frage die ich höre, die von Mathew kommt.
,,Ich...", fange ich zögerlich an und fahre mit meiner Hand durch meine Haare. ,,Ich brauche Abstand, okay?" Ich versuche ruhig zu Atmen und mich zu besinnen. ,,Mir war gestern so einiges zu viel, ich musste einfach weg".
,,Aber warum sagst du mir das nicht, ich hätte dich doch zu Gillian fahren können", meine Mutter klingt immer noch voller Sorge, obwohl sie jetzt weiß wo ich bin und dass es mir gut geht.
,,So hat es aber gestern Abend nicht ausgesehen", entgegne ich und atme wieder tief durch, um nicht wieder die gleiche Wut wie am gestriegen Abend zu empfinden.
,,Du hast nicht auf mich gehört, du...", meine Mutter atmet einmal tief durch, genau wie ich es getan habe ,,Ist jetzt auch egal, Hauptsache dir geht es gut."
Es entsteht eine kurze Stille zwischen uns, aber ehe ich denke dass sie vielleicht aufgelegt hat, höre ich ihre Stimme wieder.
,,Ich komme dich gleich abholen, dann können wir über alles reden." Es liegt etwas endgültiges in ihrer Stimme was ich nicht leiden kann und außerdem möchte ich immer noch nicht Heim.
,,Nein", sage ich konkret und blicke auf die Holzdielen in Gillians Zimmer.
,,Das hast du nicht zu Endscheiden Gina", höre ich meine Mutter sagen und dann wie sie sich räuspert, als hätte sie einen Kloß im Hals.
,,Mom", fange ich ruhig an ,,Ich bin nicht ohne Grund weggelaufen", ich lege eine bittende Stimme auf ,,Bitte lass mir einfach nur dieses Wochenende. Ich verspreche dir, ich fahre am Sonntag zurück oder du holst mich ab, aber bitte lass mich noch diesen Samstag bei Gillian sein".
Erneut legt sich eine Stille über unser Gespräch und ich rechne damit dass meine Mutter meinen Wunsch abschlägt, aber dann seufzt sie kurz auf.
,,Na gut."
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Sag Niemals Nie
Fiksyen RemajaStiefbrüder? Und dann auch noch zwei Stück? Für Gina unvorstellbar! Jahrelang hatte sie alleine mit ihrer Mutter in Danville gelebt, doch auf einmal möchte diese zu ihrem Beziehungspartner Mathew, nach Charlottesville ziehen. Seine zwei Söhne, Jac...
