4 || Kein leichter Einstieg

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Als Mason mir hilft die Kisten hochzutragen, blicke ich mich in der oberen Etage des Hauses um.

Sie besteht aus einem langen Flur, an deren Wänden große wie auch kleine Bilder hängen. Einige Landschaftsbilder, aber auch Kinderbilder von Mason und Jace, die auf einer schmalen Garderobe platziert wurden.

Ich bleibe für einen kurzen Moment stehen und blicke den Flur hinunter. Ich zählte insgesamt fünf Zimmer und erneut erstaunt mich die Größe des Hauses.

In Danville hatten zwar meine Mom und ich auch ein Haus, welches jedoch vergleichbar mit einem Bungalow wäre. Wir hatten keine zweite Etage und neben der Küche und dem Bad noch unsere Schlafzimmer, die wiederum über die Jahre schon etwas runtergekommen waren.

Aber für uns zwei hatte es gereicht, weswegen ich mich erstmal dran gewöhnen muss, in einem großen Haus wie diesem zu wohnen. Und dazu noch mit drei weiteren Personen.

„Links, die zweite Tür ist dein Zimmer. Die erste ist das Bad", fängt Mason an runterzurasseln und ich muss aufpassen, alles zu verstehen. „Geradeaus ist Jace Zimmer, hinten rechts meins und hier vorne rechts das von meinem Dad", er zeigt auf die jeweils genanten Räume und ich nicke.

Ohne ein weiteres Wort geht Mason auf die Zimmertür zu, die er den Namen „Dein Zimmer" zugeordnet hatte und tritt hinein. Er stellt die zwei Kartons ab, die er mühelos die Treppe hochgetragen hatte und dreht sich zu mir um.

„So ein großes Haus und nur ein Badezimmer?" Frage ich vorsichtig. Meine Visionen spielen jetzt schon verrückt, morgens ein Badezimmer mit vier weiteren Personen teilen zu müssen.

„Ein Eigenes wirst du ja wohl nicht bekommen, falls du das gehofft hast", fährt Mason mich an. „Aber unten, den Gang links, findest du noch eins", fügt er hinzu und mustert mich mit herabschauendem Blick. Als ich nicht reagiere, verschwindet er wieder aus dem Zimmer, welches nun mir gehört.

Was war das denn? Warum bekomme ich selbst für eine ganz normale Frage keine höfliche Antwort? Als wäre das zu viel verlangt.

Ich trete nun zum ersten Mal in das mittelgroße Zimmer und sehe mich neugierig um.

Ein Bockspringbett steht in der Mitte des Raumes mit dem Kopfteil an der Wand. Es sieht auf den ersten Blick sehr bequem aus und ich drücke die Matratze herunter, um zu prüfen, wie weich sie ist.

Mein Blick streift weiter durch das Zimmer und verhart an einem breiten Schrank mit Schiebetür, welcher an der gegenüberliegenden Wand vom Bett steht.

Er wirkt groß, so dass ich jetzt schon weiß, dass mindestens die Hälfte der Fächer und Bügel unbesetzt bleiben werden.

Ich habe nicht so viele Klamotten. Nicht wie Gillian, die sogar den Kleiderschrank ihrer Mutter mit beanspruchte.

Ich hingegen machte mir nicht so viel daraus, auch wenn ich Shoppen natürlich trotzdem liebe.

Mein Blick fällt geradeaus auf das Fenster, wohinter sich ein kleiner Balkon erstreckt.

Ich öffne die Fenstertür und trete hinaus in die Abendkälte, so dass ich automatisch die Arme um meinen Körper schlinge und zu frösteln beginne.

Es ist zwar zu dunkel, um den Ausblick des Balkons zu sehen, aber der Blick auf den mit Sternen besetzten Himmel war es wert.

Meine Zimmertür wird erneut aufgerissen und Mason trägt den letzten Karton hinein.

Ich schließe schnell wieder das Fenster, bevor zu viel Kälte hineingelangt und sehe zu, wie Mason sich schon wieder umdreht, um mein Zimmer zu verlassen.

„Warte", nutze ich die Gelegenheit und sehe, wie er sich mit einem fragenden Gesichtsausdruck wieder zu mir umdreht.

„Ich weiß, ihr wollt mich nicht hier haben, schon klar", beginne ich ruhig zu erklären, „Aber glaub mir, ich will das genauso wenig. Also hör auf mich mit deinen abstoßenden Blicken anzugucken und rede mit mir normal und nicht wie als wäre ich eine verwöhnte Tussi", sprudelt es aus mir heraus.

Sag Niemals NieGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt