57 II Regennacht

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,,Ihr seid was?" Viola kreischt auf und springt vom Sofa, wo wir gerade noch saßen und über den letzten Abend sprachen.

Viola hatte mir eben noch Stolz und glücklich erzählt wie sie mit Emett den ganzen Abend getanzt hatte und sie sich besser verstanden hatten, als je erwartet.

Auch sah ich ihr an, dass sie glücklicher war als sonst. Ganz als wäre dieser Junge ihr unter die Haut gegangen. Ich hoffe er wird sie nicht enttäuschen und stattdessen gut behandeln, so wie sie es verdient hat.

Doch nun hatte sie mir alle Informationen vom letzten Abend aus der Nase gezogen und sieht mich nun ungläubig an.

,,Ja, wir sind jetzt offiziell zusammen", nuschel ich und hoffe dass sie sich wieder beruhigt. Ich muss mich selbst noch an die Situation gewöhnen und realisieren, dass Jace und ich jetzt ein Paar sind.

,,Warum freust du dich den gar nicht?" Viola blickt mich betrübt an und setzt sich neben mich, um mich näher unter die Lupe zu nehmen.

,,Bin ich doch", ich schmunzel verlegen. ,,Aber da gibt es nun mal immer noch ein Problem, welches ich nicht so einfach ignorieren kann", gestehe ich ein und blicke auf meine Hände runter, die eine Cola Flasche umklammern. Feine Wassertropfen haben sich von ihr abgeperlt und kühlen meine warme Haut.

,,Und das wäre", zieht Viola weiter nach und sieht mich fragend an, als würde sie keine Sekunde länger auf die Antwort warten können.

,,Meine Mum", bringe ich es in einem Satz heraus und sehe sie an. ,,Alles zwischen uns mussten wir bis jetzt geheimhalten. Aber ich weiß nicht ob ich das will. Die ganze Zeit darauf zu achten dass niemand uns im Haus zusammen sieht. Nur Abends, wenn alle Schlafen mit einander Zeit zu verbringen und immer die Angst zu haben dass Mathew oder meine Mum uns sieht." Verzweifelt blicke ich in Violas helle Augen, die mir verständlich entgegenblicken.

,,Nun ja", sie sieht mich nachdenklich an. ,,Für jede Beziehung muss man ein gewisses Opfer bringen, das lässt sich nicht vermeiden. Aber wieso willst du es ihr denn nicht sagen? Vielleicht reagiert sie ja ganz anders als du denkst", ermutigend lächelt sie mir zu, doch mein Grübeln bleibt.

,,Aber was wenn nicht? Ich bin ihre Tochter und Jace ihr Stiefsohn, ich weiß jetzt schon dass das nicht gut enden wird. Meine Mum hat sich immer eine große, normale Familie gewünscht. Ich würde doch nur all ihre Vorstellungen damit kaputt machen, wenn ich ihr sage dass ich mit meinem Stiefbruder zusammen bin. Dann ist unsere Familie nämlich alles andere als normal. Und außerdem würde sie andauernd ein Auge auf uns haben. Nein, besser noch, sie würde uns wahrscheinlich nicht einmal allein zuhause lassen können, aus angst dass wir was... tuen", vollende ich meine Erklärung und werfe meine Hände vor die Stirn.

,,Ach komm Gina", Viola nimmt mich in den Arm. ,,Hör auf über alles immer so sehr nachzudenken. Du erwartest immer das schlimmste und steigerst dich viel zu sehr hinein." Sie tätschelt meinen Kopf.

Ich seufze einmal auf und setzte mich wieder gerade hin. Vielleicht hat sie ja irgendwo Recht. Ich weiß dass ich viel zu oft über kleine Sachen nachdenke, aber diese Sache ist definitiv nicht klein. Und ich bin so froh endlich mit Jace zusammen zu sein, ich will das nicht direkt wieder zerstören.

,,Na los, lass uns was zu essen machen", Viola zwingt mich vom Sofa aufzustehen und schubst mich in die Küche. ,,Ich hab Hunger", quengelt sie lachend und ich kann ihr nur zustimmen. Heute morgen hat ein einziges Brötchen nicht viel gebracht und mein Magen lechzte immer noch nach etwas essbaren.


Zum Nachmittag hin verbrachten Viola und ich einen entspannten Nachmittag. Wir schauten uns die ersten zwei Harry Potter Filme auf dem Fernseher an und bestellten uns Pizza. Den ersten Ferien Tag wollten wir genießen und unsere angesammelte Faulheit endlich mal so richtig raus lassen.

Sag Niemals NieGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt