30. Liebe ist Krieg...

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Jassssss, schon Kapitel 30 und 1,1k!!! Das ist krass, wie schnell sich meine Story entwickelt hat! Danke dafür ;-)
Sorry für meine scheinbare Inaktivität. Ich hab gerade allerdings mehr oder weniger eine Schreibblockade... Ich hab' euch trotzdem über 3 oder 4 Tage ein neues Kapitel zusammengebastelt. Seid mir bitte nicht böse!
Viel Spaß Fee

Veröffentlichungsdatum/Überarbeitungsdatum: 21.06.2021/25.06.2021

Personen: Paul Landers, Richard Z. Kruspe, Till Lindemann, Christoph Schneider, Flake Lorenz, Oliver Riedel

Sicht: Schneider

Ich war Till sehr dankbar, dass ich bei ihm unterkommen konnte. Zu lange hatte ich mich auch mit meiner jetzt Ex-Freundin herumgeschlagen. On. Off.
Das erste Mal war ich treu geblieben. Sie hatte mich jedoch betrogen. Ganze fünf Mal! Das Sechste Mal hatte das ohnehin schon randvolle Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.
Das fand ich aber nicht schlimm, da ich sie ganz tief in mir drin schon abgeschrieben hatte. Das ist mir aber heute erst richtig bewusst geworden. Ich schwebte schon wieder auf Wolke sieben. Die Kontrolle über meine Gefühle hatte ich auf jeden Fall nicht mehr... Manchmal tu' ich mir selbst etwas leid. Manchmal schäme ich mich auch für mich selbst. Obwohl das noch nie aus irgendwelchen offensichtlichen Gründen erfolgte, fühle ich mich etwas nackt. Ich hatte das Gefühl mich vor allem und jeden verstecken zu müssen.
Meine Gefühle in Richtung der Frauen glichen einem Schlachtfeld. Ein echter Fluch. Zu viele Beziehungen war ich eingegangen und zu viele waren gescheitert. Ich denke, dass ich mit einer Frau nie glücklich werden würde.
Meine ständig wiederholende Schwärmereien machen mich echt alle. Nur dieses Mal ist es für mich am schlimmsten, da ich mich in meinen besten Freund verliebt habe. In meinen besten Freund namens Till.
Seit mehreren Wochen bringt mich der Gedanke immer wieder um, dass wir nie glücklich zusammen werden könnten.
Unzählige Ohrfeigen könnte ich mir dafür geben, dass ich nicht mit ihm darüber sprach... Allerdings wollte ich auch nicht, dass dadurch unsere Freundschaft in die Brüche geht. Er hat schon genug mit sich selbst, wegen Richard, zu tun. Da braucht er es nicht, dass ich ihm die Ohren vollheule!

Viel Zeit war vergangen, seit ich bei Till gelandet war. Zwar sind keine Tage vergangen, dennoch ging die Sonne langsam unter und draußen wurde es wieder erträglicher. Till war schon nach Draußen gegangen. Wir wollten grillen. Da wir bis jetzt nur noch allein waren, schlich sich eine Idee in meine Gedankenwelt ein. Wieso allein, wenn wir Bandkollegen haben...
Ich wählte die Nummer jedes einzelnen. Und jeder stimmte der Idee, Till zu überraschen, zu.
Der orange-rosa farbene Himmel hüllte die Dachterrasse von Till in eine einladende Stimmung.
Er war gerade beschäftigt den Grill anzufeuern, als es an der Tür klingelte.
Ich sprang nach unten und machte meinen Freunden auf. Praktischerweise standen sie alle zusammen vor der Tür, sodass ich andauernd runtersporten musste.

Ich und die anderen stiegen empor zu Till, der sich sehr darüber freute, die anderen zu sehen. Als Richard ihm gegenüber stand, sanken ihre Mundwinkel. Plötzlich wurde es still. Nur vereinzelt sangen Vögel ihre Lieder.
„Hey", sagte Richard zaghaft und schaute Till etwas verwirrt an.
„Hi", erwiderte dieser, „Können wir reden?"
Richard nickte nur leicht: „Aber nicht jetzt..."
Till nickte auch und schon entspannte sich die Stimmung wieder.

Sicht: Richard

„Habt ihr euch etwa immer noch nicht vertragen?", fragte mich Paul leise, als ich mich zu ihm auf die weiße Bank gesellte.
Ich zuckte mit den Schultern. Abwesend.
„Till so endlich mal seine Gefühle unter Kontrolle kriegen und akzeptieren, dass ich glücklich mit dir bin!", flüsterte ich wenig später laut. Wären die anderen nicht da gewesen, hätte ich es geschrien. Wütend. Laut.
Pauls Blick sackte zu Boden.
„Was ist?", fragte ich meinen Freund besorgt und legte ihm beruhigend die Hand auf meine Schulter.
„Es ist nur... Ich denke... Ich bin an eurem Streit Schuld. Vielleicht zerbricht eure Freundschaft und das alles nur, weil ich dir gesagt habe, dass ich dich liebe oder eben mehr fühle, als Freundschaft..."
Ich riss erschrocken die Augen auf: „Aber nicht doch! Till und ich bekommen das sicherlich wieder hin, da bin ich mir sicher. Außerdem bereue ich es keine Sekunde mich in dich verliebt zu haben, Paulchen... Kopf hoch, alles wird sich zum Besseren wenden!"
„Gut, wenn du meinst. Ich vertraue dir", er lächelte mich an. Unwiderstehlich. Ich musste leicht lächeln und stahl mir einen Kuss von ihm. Nun kehrte auch sein Lächeln wieder zurück. Dankbar.

Mit einem Seufzer ließ ich mich in meinem Sitz zurücksinken und hielt mir den Bauch. Völlig überfuttert. Zufrieden lies Olli einen Rülpser heraus, was den Rest der Truppe in Heiterkeit versetzte.
Till stand von seinem Hocker auf und räumte schon die ersten Dinge nach unten. Ich folgte ihm kurz darauf und fand mich in seiner Küche wieder. Er hantierte am Kühlschrank herum, als ich begann mit ihm zu sprechen: „Till... das geht so nicht weiter. Mit unserem stillen Streit, meine ich."
Ich sprach ruhig, da ich ihn nicht verängstigen wollte. Im Nachhinein entpuppte sich das als ziemlich dumm, da er kein kleines Kind mehr war und außerdem viel größer ist, als ich.
„Was soll ich denn noch machen, Richard?!", sagte er laut und klang sehr ungehalten.
„Deinen verdammten Mund aufmachen und sagen, was du fühlst!", schrie ich ihn an.
Till drehte sich ruckartig um, sodass ich zusammenzuckte: „Ich habe dich geliebt! Ich habe dich verdammt noch mal seit '98 geliebt, Richard!"
Ich redete weiter lautstark auf ihn ein: „Es geht nicht darum, was du gefühlt hast, sondern was du JETZT fühlst, Till!"
Er antwortete nicht. Ihm standen die Tränen in den Augen.
„Es tut mir ja auch Leid, dass ich dich Friendzonen musste, aber ich liebe nun einmal Paul! ICH LIEBE IHN UND NICHT DICH, Till! Versteh' das doch und freue dich für mich!"
Er starrte mich perplex an und sank, in einen Heulkrampf verwickelt, auf dem Küchenboden zusammen. Große heiße Tränen kullerten seine roten Wangen hinab. Sein Gesicht hielt er mit Händen und seine Beine winkelte er an. Unaufhörlich schluchzte er. Immer und immer wieder.
Ich sank neben ihm auf die Knie: „Tut mir Leid Till! Ich hätte dich nicht so anschreien dürfen."
„I-Ich weiß doch selbst nicht, was ich gerade fühle!", stellte er unter Tränen klar.
„Vielleicht solltest du da nicht mit mir drüber reden. Ich bin ja der, um den es geht...", sagte ich beruhigend. Danach rief ich den erstbesten Namen, der mir in den Sinn kam: „SCHNEIDER!?"   

Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit...Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt