Emma wohnt mit ihrem Freund in einer wunderschönen Altbauwohnung in der Dresdner Neustadt. Nach außen scheint alles so perfekt. Eines Tages findet der neue Nachbar Emma in Tränen aufgelöst im Treppenhaus und die Fassade droht zu bröckeln...
Ihr Lieben, ja ihr seht richtig: Emma und Paddy gibt es noch. Ich hoffe, ihr verzeiht mir meine lange Abwesenheit, aber manchmal hat das Leben einfach andere Pläne. Mir geht es gut und ich versuche zukünftig der Geschichte, wieder etwas mehr Leben einzuhauchen. Ich freue mich über alle die am Ball geblieben sind und hoffe, wie immer, auf einen tollen Austausch mit euch.
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Emma liegt in ihrem Bett, während sie hört, wie Paddy in der Küche rumhantiert. Ihre pochenden Kopfschmerzen lassen langsam nach, dafür spürt sie, dass ihre Platzwunde deutlich spannt. Wer hat ihr das nur angetan? Wer hat so einen Hass auf sie, dass er sie feige aus dem Hinterhalt angreift? Ihre Gedanken kreisen umher und sie bemerkt, wie ihr wieder schwindelig wird. Sie schließt die Augen und spürt ihren Herzschlag, der sich beim Gedanken an das was heute geschah deutlich beschleinigt.
"Stör ich?", Paddy steht mit einer Tasse Tee in der Tür und guckt sie schüchtern an, als sie die Augen öffnet. Emma richtet sich auf. "Du störst nie." Sie klopft neben sich auf die Matratze und deutet ihm sich neben sie zu setzen. Paddy kommt der Aufforderung direkt nach. Er reicht ihr die Tasse. Emma taucht ihre Nase in den heißen Dampf und strahlt übers ganze Gesicht, "Yogitee?".
Paddy nickt, "Mit Milch und Honig, so wie du es liebst. Ich dachte mir, dass das jetzt genau das Richtige für dich ist. Wie geht es dir?" Er schaut sie besorgt an. "Es geht. Die Kopfschmerzen sind etwas besser, aber die Wunde spannt ganz schön. Viel mehr als meine körperlichen Beschwerden, plagen mich eher die Fragen, wer mir das angetan hat." Sie nippt vorsichtig an der Teetasse. Paddys Blick wird ernst, "Das wüsste ich auch gern. Glaub mir, ich werde alles daran setzen, denjenigen ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen." Sein Blick wird auf einmal ernst. "Aber erstmal ist es wichtig, dass du wieder fit wirst. Versuch am besten ein bisschen zu schlafen. Wenn du möchtest, setze ich mich hier auf deinen Sessel und wache über deinen Schlaf, so wie ich es früher schon öfter gemacht habe."
Emma lächelt, "Und du bist sicher, dass du mich beschützen kannst, falls heute Nacht irgendwelche bösen Geister mich heimsuchen?" Paddy fixiert sie mit seinen Augen. "Das gehört zu meinen leichtesten Übungen. Ich habe meine Schwestern früher oft beschützt, als wir auf den Straßen lebten. Maite und Barby haben mich immer geweckt, wenn sie nachts zur Toilette mussten. Oft war es unheimlich und die Leute waren uns nicht immer wohl gesonnen. Jimmy und Joey haben sich immer über ihre Ängste lustig gemacht, aber ich bin stets mit aufgestanden, wenn nachts die Blase drückte. Ich hatte immer das Bedürfnis für meine Schwestern der starke Bruder zu sein, auch wenn ich zum Beispiel jünger als Barby war und man mir mein Alter nicht unbedingt ansah."
Emma muss grinsen, "Ohja, ich erinnere mich an die Bilder von dem rotbackigen Mädchen." "Ey", Paddy stößt sie unsanft in die Seite, so dass sie es gerade so schafft, ihre Tasse festzuhalten, um nich den Tee über ihre Bettdecke zu schütten.
Paddy nimmt Emma die Tasse aus der Hand und stellt sie neben dem Bett auf dem Nachttisch ab, bevor noch ein Unglück passiert. Er beugt sich nach vorn und drückt ihr einen Kuss auf die Stirn. "Dein Glück, dass du verletzt bist, mit frechen Mädchen mache ich sonst ganz anderes." Er nimmt ihre Hand und streicht sanft über ihren Handrücken. "Ich lass dich jetzt aber erstmal in Ruhe. Du brauchst Schlaf."
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Ein starker Schmerz durzieht Emmas Kopf als sie aus aufwacht. Ihr Schlaf war unruhig und geprägt von wilden und angsteinflössenden Träumen. Immer wieder stand sie dort in ihrer Küche, spürte förmlich die Angst im Nacken und den dumpfen Schlag, der sie schließlich zu Fall brachte. Immer und immer wieder wiederholte sich diese Szene, bis sie sich zum aufwachen zwang.
Paddy schreckt hoch, als ein kleiner Schmerzenschrei ihre Lippen verlässt. Sofort sitzt er neben ihr auf dem Bett und schaut sie aus besorgten Augen an. "Alles gut?"
Emma nickt. "Ja, die Schmerzmittel lassen nur langsam nach und das Spannen der Wunde macht mich wahnsinnig." Zaghaft tätschelt er nach ihrer Hand. "Du solltest dich noch etwas ausruhen und liegen bleiben. Soll ich dir etwas zum Essen machen?" Paddy ist gerade im Begriff aufzustehen, als sie ihn an seinem Handgelenk festhält und zu sich zurück ans Bett zieht. "Mir ist nicht nach Essen."
"Kann ich stattdessen irgendwas anderes für dich tun?" Vorsichtig nimmt er wieder am Bettrand Platz und sucht mit seinen Augen ihren Blick. Emma nickt. "Bitte lege dich einfach zu mir." Paddys Augen ziehen sich zu kleinen Schlitzen zusammen und seine Lachfältchen kommen zum Vorschein. Ihr Herz macht einen kleinen Hüpfer, als ihr bewusst wird, wie sehr sie all diese kleinen Dinge an ihm lieben gelernt hat. Sie war verliebt, wie lange nicht mehr. Ihr Nachbar hatte quasi im Sturm ihr Herz erobert und sie konnte und wollte sich ein Leben ohne Paddy nicht mehr vorstellen.
Vorsichtig hebt Paddy die Bettdecke und schmiegt sich an Emmas warmen Körper. Sie kuschelt sich an ihn und legt ihren Kopf auf seine Brust. Minutenlang lauscht sie seinem ruhigen Herzschlag. "Erzähl mir etwas von früher", fordert sie ihn schließlich auf.
"Was genau willst du denn hören?", fragt er mit sanfter Stimme. Zärtlich lässt sie ihre Fingerspitzen über seinen Bauch wandern. "Von den Straßen, von euren Erlebnissen dort. Das klingt alles immer sooo spannend und auch ein bisschen romantisch." Sie muss kichern. Paddy pustet leise Luft durch seine Lippen. "Puuuuhhhh, romantisch also, ja? Geht so, würde ich sagen. Wenn ich so drüber nachdenke, habe ich jetzt schon vermutlich das Arbeitsleben eines 70 oder 80jährigen hinter mir, wenn du mich fragst. In jungen Jahren war das vielleicht noch ganz spannend, aber mit zunehmenden Alter spürte ich auch die Verantwortung die wuchs. Wir mussten dafür sorgen, dass das Geld reinkommt. Urlaub kannten wir nicht, stattdessen wurde tagein tagaus geackert. Privatsphäre war kaum vorhanden. Ich bin quasi auf der Straße, vor den Augen vieler Menschen erwachsen geworden. Manchmal wüsste ich gern, wie es anders gewesen wäre." Er seufzt.
"Das tut mir leid." Emma richtet sich etwas auf und schaut ihn an. Ihre Blicke treffen ist. "Und der aufkommende Erfolg hat es nicht besser gemacht, stimmts?" Paddy schüttelt den Kopf und schaut sie aus traurigen Augen an. "Naja, es sei denn du empfindest es als Verbesserung auf Schritt und Tritt von einem Bodyguard begleitet zu werden." Emma legt ihren Kopf wieder auf seiner Brust ab. "Nicht wirklich.", flüstert sie leise.
Er fährt mit seinen Fingern durch ihre Haare, darauf bedacht nicht an ihre Verletzung zu kommen. "Gefühlt bin ich aktuell das erste Mal in meinem Leben jemand wie du und ich. Ich kann selbstbestimmt leben und mit einer Frau Hand in Hand draußen rumlaufen. Früher ein Ding der Unmöglichkeit."
Emma lässt ihre Hand unter sein Thirt gleiten, um sanft über seine weiche Haut zu streicheln. Sie spürt wie er kurz erschaudert, um dann schließlich die Augen zu schließen und die Berührung zu genießen. Langsam wandert Emma mit ihrem Kopf zu seinem Ohr. "Umso glücklicher bin ich, dass ich dich erst in diesem Lebensabschnitt kennenlernen durfte.", haucht sie zärtlich in sein Ohr.