4: Schloss aus Wasser und Gold

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Dal hätte nicht auf diese Weise von mir erfahren sollen, sagte Albio in meinem Kopf und ich stimmte ihm zu

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Dal hätte nicht auf diese Weise von mir erfahren sollen, sagte Albio in meinem Kopf und ich stimmte ihm zu. Denn alles, was eben geschehen war, lenkte zwar von dem Verrat meiner Eltern ab, es verwirrte Dal auch so sehr, dass er keinen klaren Gedanken fassen konnte. Da ging es ihm wie mir.

„Also gab es nie Pläne, Euch mit Oskari zu vermählen?", wollte er sich vergewissern und rieb sich den Nacken.

„Nein, die gab es nicht", log ich weiter.

„Das glaube ich Euch nicht. Aber egal, wichtiger ist es, dass Albio zurück ist."

„Das glaubt Ihr mir also?"

„Albio hat sich für unser Land geopfert, aber das wusste bisher nur die Herrscherfamilie. Außerdem gibt es keine irdische Erklärung für das Licht, das aus Euch herausgebrochen ist." Er streckte die Hand nach mir aus und öffnete sie, winkte mich heran. Ich wich ihm aus. „Kommt, Anathea. Ich werde Euren Wunsch erfüllen und Euch mit nach Mikko in Dorsteinn nehmen. In der Hauptstadt seid Ihr sicher und dort könnt Ihr Euch an keinen weiteren Plänen Eurer Eltern beteiligen."

„Nein", platzte es aus mir heraus und knirschte mit den Zähnen. Das war genau das, was ich vermeiden wollte.

„Ich frage nicht um Erlaubnis, meine Dame. Sollte Albio in Eurem Körper ruhen, seid Ihr weitaus wertvoller als Ihr Euch vorstellen könnt. Ich werde nicht zulassen, dass Ottar Euch in die Finger bekommt."

Meine Ausreden hatten seine Zweifel kein bisschen gemindert, aber was hatte ich auch anderes erwartet? Er war ein intelligenter Mann, das hatte ich in meinem ersten Leben einige Male miterlebt und meine Lügen waren nicht glaubhaft gewesen. Wenigstens hatte ich meine Eltern geschützt, denn ohne mich würden sie sich Ottar nicht so einfach anschließen können.

Mit Leichtigkeit warf er mich über seine Schulter, schleppte mich aus dem Zimmer, die Treppe herunter und in die Gaststätte.

Die Dunkelheit der Nacht klammerte sich an die Fenster und hatte Ruhe gebracht. Die Tische waren leer, Bierkrüge und Teller zeugten davon, dass die anderen Frauen beschäftigt waren. Ich spähte ins erste Stockwerk, lauschte, aber weder ihre noch die Stimmen der Gäste drangen durch die massiven Holztüren.

„Mein Herr!"

Ich stemmte mich an Dals Rücken hoch, bis ich mich mit den Händen auf seinen Schultern abstützen und über ihn hinwegschauen konnte. Ein Mann trat an uns heran, verbeugte sich tief und dabei verrutschte seine goldene Stirnkette – das Zeichen für einen herrschaftlichen Berater. Als er mich anschaute, verzog er das Gesicht leicht.

„Ist sie das Mädchen, nachdem Ihr gesucht habt?"

„Die Tochter aus Roenheim, Anathea, und ja, nach ihr haben wir gesucht."

„Soll ich die Pferde satteln, mein Herr?"

Mir wurde schlecht, aber das lag wahrscheinlich daran, dass Dals Schulter sich in meinen leeren Bauch bohrte. Hätte Dal nicht noch eine Nacht über seine Entscheidung nachdenken und mir die Chance für eine erneute Flucht einräumen können?

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