16: Im Süden wartet der Tod (2)

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Bei Sonnenaufgang schlug ich die Augen auf und fühlte mich allein, aber auch gesund und stark

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Bei Sonnenaufgang schlug ich die Augen auf und fühlte mich allein, aber auch gesund und stark. Ich würde keine Spielfigur für Oskari werden. Die Seuche würde weder mein Leben noch Albios bekommen. Wir würden Oskari keinen Sieg über eine Gottheit bringen, sondern diesen Menschen helfen.

Gegen die Seuche war Oskari machtlos.

Als Suvi damals Krankheiten geheilt hatte, meinte sie, dass Sauberkeit wichtig für die Gesundheit wäre. Ohne Wasser würde ich nichts an diesem Ort säubern können.

Ich schaute mich im Krankenlager um, entdeckte Gerippe und verwesende Leichen, die aus dem Weg geräumt, aber noch nicht verbrannt worden waren.

Im Schatten des Holzgebildes, das auf wundersame Weise am Feld klebte, stoppte ich. Verrostete Eimer und Schaufeln stapelten sich hier. In einem Wagen, dem ein Rad fehlte, lagen Steine und eine Spitzhacke.

„Das hier war einst ein Bergwerk", merkte Keldan an. Er musste mir gefolgt sein. Blut zeichnete eine dünne Linie über seinen Unterschenkel. „Die Arbeiter haben Edelsteine für die Schmiede geerntet."

„Was für Edelsteine?"

Er schmunzelte und die hellblauen Augen wurden schmaler. „Eine seltsame Frage, die ich leider nicht beantworten kann."

Edelsteine hatten mein Leben im Harem gesichert, aber wir konnten sie nicht essen, also musste ich mich wohl mit dem Gedanken anfreunden, auf gebratenen Insektenbeinen herumzukauen.

„Hier." Er warf mir einen der Steine, die im Wagen lagen, zu. „Darin befinden sich die Edelsteine. Vielleicht erkennst du sie ja wieder."

„Darin sollen Edelsteine sein?"

„Du musst den Klumpen aufbrechen und mit Wasser ausspülen, damit an das Wertvolle im Inneren kommst. Manche haben die Steine auch unter fließendem Wasser geschliffen, bis sie glänzten."

„Warte." Ich schmiss den Brocken weg und stolperte auf Keldan zu. „Das Gestein wurde mit Wasser ausgespült?"

Er nickte und hielt seine aufgedunsenen Hände hinter dem Rücken. Meine plötzliche Begeisterung für scheinbare Nichtigkeiten verunsicherte ihn.

„Wo haben die Arbeiter die Steine ausgespült?"

„Im Bergwerk. Denke ich." Sein Finger zeigte auf das Gebilde über uns. „Über die Brücke kommst du hinein, aber das würde ich an deiner Stelle lieber lassen. Im Berg war seit Jahren keiner mehr, weil es immer wieder zu Einstürzen kommt. Die Stützbalken, die noch stehen, sind mittlerweile alle morsch."

„Morsch? Wasser macht Holz morsch, richtig? Dann könnte es dort Wasser geben!"

Seine Augen weiteten sich. „J... ja. Vielleicht."

Ich war es gewohnt, dass andere mir folgten, aber Keldan blieb im Schatten stehen und sah mir nach. Unsere Blicke trafen sich und er schüttelte langsam den Kopf, widmete sich wieder den Laken, die über seiner Schulter hingen. Ohne Wasser würde er den Stoff niemals sauber bekommen und ohne Wasser würde ich die nächsten Tage nicht überleben, also kletterte ich am Bauwerk hoch.

Liebliche SchuldGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt