Meine Liebe brachte mich um. Ein Unbekannter entriss mich dem Tod. Ich floh vor meinem Ende in ein neues Leben.
Die liebeskranke Tyrannin Anathea aus Roenheim musste erst ihr Leben verlieren, um zu verstehen, wofür es sich zu leben lohnt. Eine Gotth...
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Die Soldaten aus Dorsteinn und die Krieger aus Ottar, die eben noch ihre Waffen erhoben und animalisch anmutende Geräusche von sich gegeben haben, starrten mich an. Ihr Starren presste mich tiefer in die Arme der Gottheit, die mich für einen unnötigen Krieg ausnutzte.
„Meine Dame, wieso so traurig?", zog Parvus mich auf und schaute zurück zu seinem Herrscher. „Du hast doch, was du begehrst. Selbst wenn Oskari es wollte, er kann dir jetzt nicht hinterherlaufen."
Ich biss mir auf die Innenseite meiner Wange, schmeckte Blut und schluckte es mit der Panik in meiner Kehle herunter. Von hier aus hatte ich einen besseren Überblick über beide Seiten. Jeres Schutzmauern würden einem Angriff standhalten und Oskari kehrte zurück in seine Stadt, zu seinen Leuten. Er wirkte geschlagen, obwohl es keinen Kampf gegeben hatte. Auch die Truppen des Nordens waren ungebrochen, aber geschwächt. Ihre Reihen öffneten sich und ein Rappe trabte heran.
Parvus warf mich auf die Erde und nahm Abstand.
Ich rieb mir das Knie, das ich mir beim Fall aufgeschlagen hatte, und schaute auf. Dal stieg achtsam von seinem Pferd, das Schwert in der Hand.
„Dal, was macht Ihr hier?", forderte ich eine Antwort.
„Der Süden hat Dorsteinn angegriffen und mir jemanden genommen, die ich schwor zu beschützen." Er konzentrierte sich auf den feindlichen Gott hinter mir. „Du hast Albio getötet, nicht wahr?"
„Nun, ich habe es zumindest versucht", zischte Parvus und heiße Luft stieg auf. „Da ich momentan nicht an meinen Bruder herankomme, muss ich mir meine Zeit mit anderen vertreiben."
Ein Windstoß schlug Dal das Schwert aus der Hand. „Anathea, komm sofort zu mir", befahl dieser.
„Ich kann nicht." Mein Flehen prallte an ihm ab. Die Rüstungsplatten schabten aneinander, als er vor und zurück trat, unsicher ob er sein Schwert oder mich holen sollte. „Bitte, Oskari hat mich nichts getan", log ich und versteckte meinen vernarbten linken Arm, denn Oskari hatte mich zwar erst der Seuche ausgesetzt und dann gerettet, aber mir fehlte die Zeit, Dal alles ausführlich zu erklären. „Es muss keinen Krieg geben."
„Oh doch, der Herrscher Ottars und ich müssen endlich beenden, was unsere Vorfahren begonnen haben. Andernfalls wird es immer Streitigkeiten, Schlachten und Kriege geben. Verstehst du nicht, dass ich diesen Krieg für unsere Zukunft führe?"
Wieso war er so engstirnig? Krieg brachte keine Zukunft, nur Trauer und Verlust.
„Ich befürchte, Eure Dame versteht die Kunst der Kriegsführung nicht", antwortete Parvus für mich, kam zu mir und schob mich mit einem Fuß von Dal weg. „Ich lebe den Krieg jedoch und nichts würde mich mehr entzücken, als gegen Euch zu kämpfen. Aber keine Sorge, unser Kampf wird nicht lange dauern und ich werde Eure Dame zurück zu Oskari bringen, der ihren Verrat sicher gebührend bestrafen wird."
„Nein!"
Der Gott riss seinen Arm in die Höhe und der Wind folgte, schleuderte mich zurück und raubte mir die Stimme. Den Atem. Jede Gegenwehr. Ich konnte nichts tun. Ich war ihnen allen hilflos ausgeliefert.