7: Vergiftete Heilung

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Die Fackeln warfen orangene Muster auf die Wände und den Boden

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Die Fackeln warfen orangene Muster auf die Wände und den Boden. Vier Wachmänner verkeilten ihre Speere ineinander und einer schüttelte gleichgültig den Kopf, sobald ich versuchte, mich an ihnen vorbeizudrängeln.

„Bitte, ich muss mit dem jungen Herrscher, mit Dal sprechen", flehte ich und drückte zwei Speere auseinander. „Es ist wichtig!"

„Meine Dame, Ihr solltet zu so später Stunde den Harem nicht verlassen", entgegnete der, der eben den Kopf geschüttelt hatte. „Hinter den Mauern seid Ihr sicher, aber auf dem Weg zum Schloss könntet Ihr Euch verletzen und es kann eine halbe Stunde dauern, bis Euch eine der Patrouillen findet."

Das war eine Lüge. Die Wachposten ließen keinen Fleck des Palastes lange unbewacht.

Er räusperte sich und sah an mir vorbei. „Außerdem sehen die Herrschaften es nicht gerne, wenn ihr Damen euch ohne Begleitung außerhalb des Harems aufhaltet."

Ich schaute an mir herab und zog die losen Stoffe enger. „Bitte, sagt dem jungen Herrscher wenigstens, dass ich auf ihn warte."

„Meine Herrin." Er deutete eine Verbeugung an. „Wenn wir jeder Haremsdame erlauben würden, Nachrichten an Dal zu überbringen, könnten wir unsere Arbeit nicht mehr machen."

Seinen Einwand konnte ich nachvollziehen, jedoch nicht akzeptieren. „Bitte. Er könnte in Gefahr sein."

„Anathea!" Das Tor öffnete sich, aber ich versprach mir nicht allzu viel, denn ich hatte Farhan an seiner Stimme erkannt. „Was habt Ihr hier verloren?"

„Ich möchte mit Dal sprechen."

„Er wird zu Euch kommen, wenn er mit Euch sprechen möchte." Seine Augen huschten über meinen Körper und er verzog das Gesicht. „Solltet Ihr lernen, Eure Bitten zu einer angemessenen Zeit und in einem schicklichen Gewand vorzutragen, könnte ich über eine Ausnahme nachdenken, doch so werde ich Euch nicht ins Schloss lassen."

Ein paar Meter trennten mich noch von Farhan, aber ich drohte, unter seinem strengen Blick zu zerbrechen. Hätte ich ihm die Chance gegeben, hätte er an jeder Kleinigkeit etwas auszusetzen gehabt.

„Achtet auf Euren jungen Herrn, Farhan", sagte ich und wandte ihm den Rücken zu. „Werdet Ihr Dal darüber informieren, dass ich ihn sehen möchte?"

„Nein. Der junge Herrscher hat andere Pflichten, als sich ständig um die Gesuche der Damen zu kümmern. Habt Geduld."

Ich hatte weder Geduld noch Zeit, denn irgendwo in diesem Schloss lebte eine Verräterin, die es auf Dals Leben abgesehen hatte. Oder ich irrte mich. In meinem ersten Leben hatte die Attentäterin das Fruchtgebäck ungefähr drei Monate nach meiner Ankunft vergiftet. Ich war knapp zwei Monate im Harem. Das Giftattentat war verfrüht und ich vielleicht nur paranoid.

Zurück in meinem Zimmer betrachtete ich das zerkleinerte Gebäck, haderte mit dem Gedanken, es selbst zu probieren.

Denk nicht einmal daran, dieses Zeug zu essen.

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