24: Ein Mosaik aus Schuld und Rache

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Oskaris breite Schultern spannten sich an, als er mich vor den Barrikaden der nördlichen Truppen absetzte

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Oskaris breite Schultern spannten sich an, als er mich vor den Barrikaden der nördlichen Truppen absetzte. Obwohl sich seine Krieger kampfbereit hinter ihm aufreihten, lag seine Stirn in Falten. Die dunkelblauen Augen zuckten aufgeregt wie die eines Raubtiers, das seine Beute fixierte. Diese Beute würde sich allerdings nicht so leicht fangen lassen wie ich.

Farhan schlenderte auf uns zu, die Hände hinter dem Rücken verborgen und den Blick fest auf mir. Suvi hatte ihm Bitte um ein Gespräch überbracht, dennoch scharrte sich eine Truppe Soldaten hinter ihm zusammen.

„Anathea, wir haben uns schon gefragt, wo es Euch hingezogen hat", sagte er.

Oskari schnalzte mit der Zunge, aber er war rasch wieder der stille, weitläufige See, der ungern ein Wort verlor.

„Und Ihr habt den Herrscher Ottar mitgebracht, wie ich sehe." Farhan trat unruhig vor uns zurück. „Womit haben wir diese Ehre verdient?"

Ich griff in Oskaris Mantel, hielt ihn zurück und schob mich an ihm vorbei. „Der junge Herrscher des Nordens sollte in Kenntnis über unser Anliegen gesetzt worden sein."

„Richtig, Eure Nachricht wurde überbracht." Farhan atmete tief durch, beobachtete Oskari aufmerksam. „Aber Ihr, Anathea aus Roenheim, habt die Gunst unseres Herrschers dank Eurer nächtlichen Flucht verloren."

Zumindest betitelte er mich nicht als Verräterin.

„Braucht sie diese Gunst, um mit deinem Herrn sprechen zu können? Brauche ich die Gunst deines Herrschers, um mit ihm sprechen zu dürfen?", mischte sich Oskari ein und zog mich zaghaft mit sich mit. „Sollte Dal nicht in den nächsten Minuten zu einem Gespräch bereit sein, werden wir zu bewährten Methoden übergehen."

Farhan schreckte kaum sichtbar zusammen, nickte jedoch. „Mein Herrscher erwartet Euch. Irgendwelche Waffen?"

„Nein. Danke. Ich habe meine eigenen Waffen dabei."

Ich verdrehte die Augen. Wenn all meine Mühen an diesen Sturköpfen scheitern sollte, dann würde ich sie allesamt eigenhändig ... Ich atmete tief durch.

Farhan würde die bewaffneten Krieger des Südens nicht in sein provisorisches Lager lassen und Ottars Herrscher würde sich nicht entwaffnen lassen. Schweiß rann meinen Nacken und Rücken hinab. In aller Öffentlichkeit strategische Pläne zu besprechen und die Schwächen des Gegners zu offenbaren, würden sich beide Seiten nicht erlauben.

„Wir versuchen höflich zu sein, aber solltet Ihr mit Eurem Schwert noch näher kommen, werdet Ihr meines spüren!" Ein goldblonder Schopf wühlte sich durch die Mauer aus Soldaten und richtete seine Klinge auf uns. Dal. „Oskari, es ist wahrlich eine Freude, Eure Bekanntschaft fernab des Schlachtfeldes zu machen. Gebt meinem Vertrauten nun Eure Waffen."

„Fürchtet Ihr, dass ich Euch andernfalls verletzen könnte?"

„Nein, aber Ihr wollt mit mir sprechen, also werdet Ihr mir auch beweisen, dass Eure Absichten gut sind."

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