Colin Spencer, blind vor Liebe?

46 5 5
                                        

Colin Spencers kleine Schwester Olivia hat es geschafft, sie steht auf den großen Bühnen der Welt. Nachdem Colins Kätzchen sie vor 2 Jahren aus seinem Leben verbannte, hat sich für die Geschwister viel verändert.

In den letzten zwei Jahren bin ich mit meiner Band durchgestartet. Nachdem ich mich mit meinem Bruder überworfen habe, wegen seinem Kätzchen, hatte mich ein Produzent in Liams Bar singen gehört und mir eine Chance gegeben.
Seither geht es für mich die Karriereleiter steil nach oben.
Ich hatte im letzten Jahr versucht wieder Kontakt zu meinem Bruder aufzunehmen, welcher aber von seinem biestigen Gestrüpp von Freundin unterbunden wurde.
Liebe macht wohl wirklich blind und taub. Denn meiner Meinung nach, kann sie weder singen, noch reicht ihr Spiel aus um auf einer Bühne zu stehen.
Aber Colin hat mir zu verstehen gegeben, dass ich... Zitat: „keine Ahnung von Musik habe und ihm nicht mehr im Weg stehen solle!"

Verletzt durch seine Worte habe ich mich auf mich konzentriert und was soll ich sagen... es hat sich gelohnt. Vier Top 10 Hits allein im letzten Jahr!
Als ich auf der Suche nach einem Drummer so wie Bassisten war, habe ich Adam und Doris die Möglichkeit geboten. Beide haben natürlich ohne zu zögern zugesagt.
Ich weiß, dass dies, einen noch größeren Keil zwischen meinen Bruder und mich getrieben hat, aber das ist der Grund, weshalb ich heute hier im Half Five sitze.
Ein letzter Versuch, um meinem Bruder die Hand zu reichen.
Versteckt, mit Sonnenbrille und Basecap sitze ich an einem der hinteren Tische, nur Liam, der Besitzer, und Matt wissen, dass ich heute hier bin.

Ebenjener kommt gerade mit zwei Bier und einem breiten Grinsen an meinen Tisch: „Hallo Prinzessin, oder muss ich jetzt königliche Hoheit sagen?"
„Spinner! Setz dich einfach und erzähl was es Neues gibt", fordere ich ihn mit ein Lächeln auf.
Gut gelaunt nimmt Matt neben mir platz, stellt mir ein Bier vor die Nase und trinkt dann erst mal einen Schluck aus seiner Flasche.
„Eigentlich ist alles beim alten. Das Kätzchen deines Bruders hat ihn voll im Griff. Nightmareden gibt es eigentlich nicht mehr. Die Songauswahl hat sich drastisch geändert. Nichts mehr von Colins Melancholie, Wut und den ausdrucksstarken Songs. Seit Maggie sich um die Setlist kümmert Singen sie von Blümchen und heile Welt. Keine Ahnung, wer die Songs schreibt... früher hätte sich Colin geweigert, so etwas zu hören, geschweigedenn zu singen. Er braucht dringend seinen Krümel. Du musst mit ihm reden!" Er fleht mich regelrecht an.
„Das hört sich schrecklich an, aber ich komme überhaupt nicht an ihn ran. Sie blockt alles ab", erkläre ich ihm.
„Onkel Matt ist da! Zusammen prügeln wir Colin heute Vernunft ein."
„Ich weiß nicht, ob wir mit Gewalt weiterkommen. Ich befürchte er muss selbst feststellen, dass sein „Kätzchen" Gift für ihn ist."
„Sollte man meinen, aber er bekommt gar nichts mehr mit! Maggie schläft mit dem neuen Drummer, aber Colin will nichts davon wissen", erklärt er mir mit einem schulterzucken.
„Was? Sie betrügt ihren - ich zitiere - „Schnuckipups"?"
„Ja", antwortet Matt kurz und nippt ein weiteres Mal an der Flasche. Nachdenklich lässt er seinen Blick durch die Bar schweifen.
„Hast du es ihm gesagt?", erkundigt ich mich skeptisch.
„Ja, aber ich habe den Fehler gemacht zuerst Maggie anzusprechen. Sie hat Colin dann soweit bearbeitet, dass er überzeugt war, ich würde Sein Kätzchen bei ihm schlecht machen, weil ich an ihr interessiert sei. Wir haben uns gestritten, die Fäuste sind geflogen, seither: Funkstille. Das war vor vier Monaten!"
Mit großen Augen schaue ich Matt an, das klingt so gar nicht nach meinem Bruder!

Während ich noch in Gedanken bin, wird das Licht gedimmt, die Fans und Groupies werden ruhiger. Als jedoch die Band die Bühne betritt, rasten sie förmlich aus.

„Seine Fans hat er aber noch", stelle ich fest.
„Die meisten waren ja auch nie an der Musik interessiert", gibt Matt zu bedenken. „Sie wollen deinem Bruder an die Wäsche."
Colin sieht müde aus, er ist noch blasser, als ich ihn in Erinnerung habe. Es zerreißt mir das Herz meinen großen Bruder so zu sehen.
„Siehst du, er braucht dich wirklich", kommentiert Matt sein Erscheinungsbild.
Vielleicht hat Matt recht, ich sollte mich nicht von dieser blond toupierten Vogelscheuche aufhalten lassen. Colin ist meine einzige Familie, die ich noch habe!
„Ok, mit dir zusammen komme ich vielleicht an diesem wahr gewordenen Albtraum vorbei", beschließe ich und trinke ebenfalls einen Schluck aus meiner Flasche. Nur Mut Zureden reicht heute nicht aus!
„Na das wollte ich hören!", entgegnet Matt mit seinem spitzbübischen Grinsen.

KurzgeschichtenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt