03 | männer und frauen

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H a n n a h

Vier Runden später wirft auch der letze kapitulierend die Karten auf den Tisch und stöhnt dann ungläubig auf, als ich meine Karten aufdecke und der Bluff offensichtlich wird. Schon schnell haben die Männer gemerkt, dass ich nicht nur in der Lage bin Poker zu spielen, sondern sogar eine hervorragende Spielerin bin.

Sofort muss ich an die Worte von Cathy Evans, Elizas und Matts Grandma denken: ‚Ein Mann mit Charme, Verstand und einem guten Pokerface ist meist gefährlicher, als ein Mann mit einer geladenen Waffe.", sagt sie, ehe sie mit verheißungsvollem Tonfall fortfährt. „Aber eine hübsche Frau mit Charme, Verstand und einem guten Pokerface ist es auf jeden Fall, denn Männer werden sie immer unterschätzen !"

„Das kann doch nicht wahr sein !", seufzt Alex zweifelnd und schüttelt dennoch mit Lächeln im Gesicht den Kopf, während ich mir breit grinsend die gewonnenen Pokerchips aus der Mitte schnappe.

„Ich habe doch gesagt, dass ich euch zeige, wie man Pokert.", erinnere ich den Schwarzhaarigen, was ihn zum Lachen bringt. Keine Ahnung ob Eliza oder Cathy, ihm oder Matt jemals erzählt haben, dass ich ab und zu an Cathys berühmt berüchtigtem ‚Buchclub' teilnehme. Dem sogenannte ‚Buchclub', der eigentlich nur als Deckmantel für die älteren Damen dient, während sie bei ihren Treffen in Wirklichkeit Chicago unsicher machen, Pokerspiele veranstalten und dabei jede Menge Martinis trinken.

„Nein nein nein, das kann nicht sein ! Keine Frau kann so gut pokern, dazu seid ihr doch gar nicht im Stande !", schimpft Trottel wütend. Er ist offenbar ein richtig mieser Verlierer und das er zusätzlich auch noch drei Drinks hatte, macht seine abwertenden und frauenfeindlichen Kommentar nicht besser.

„Russel !", warnt Alex seinen Highschool Freund dunkel, doch bis auf ein hämisches lächeln bekommt er von diesem Sexistischen Arschloch nichts.

„Ist es denn wirklich so schlimm für dich gegen eine Frau zu verlieren ?!", presse ich bissig hervor und als er mir bloß einen vernichtenden, aber durchaus arroganten Blick zuwirft, kann ich mir die nächsten Worte einfach nicht verkneifen. „Deine Blicke und dein fragiles männliches Ego nerven mich langsam gewaltig, also komm drüber hinweg."

„Wie bitte ? Was sagst du da ?!", beschwert er sich pikiert. Er und seine beiden Freunde haben plötzlich den selben arrogant, ärgerlichen Blick drauf und Knall auf Fall bricht der Damm in mir. Alles, was sich in der letzten Dreiviertel Stunde und unzähligen herablassenden Kommentaren, angestaut hat, möchte mit einem Mal raus. Vielleicht ist es auch die tödliche Kombi aus meinem jetzigen Gemütszustand und den unterdrückten Gefühlen, die seit gestern Abend dicht unter der Oberfläche brodeln, aber das ist mir jetzt egal.

„Ach kommt schon, es gibt immer noch genug Alpha Männer die sich heutzutage so verhalten, als hätten sie allein durch ihr enormes Ego und ihre Genetik das Recht, sich so aufzuführen, als wären sie das überlegende Geschlecht ! Doch Frauen sind weder weniger wert, noch das schwächere Geschlecht ! Wir brauchen keinen Mann mehr, um zu überleben, - wenn wir wollen, können wir nicht nur Poker spielen, sondern auch zum Mond fliegen, Präsident der Vereinigten Staaten werden oder ohne jegliche Gefühle einfach mit einem Mann schlafen !", sage ich und sehe diesen drei zurückgebliebenen und von männlichen Vorurteilen geprägten, Machos direkt in die Augen, denn genau das verkörpern Tick, Trick und Trottel für mich.

Ob nun beim Pokern, in Beziehungen, bei der Arbeit oder einfach beim Sex... es scheint für Männer, wie diese drei, regelrecht existenziell zu sein, eine Frau zu übertrumpfen, sie gewissermaßen zu unterdrücken und ihre pseudo männliche Überlegenheit zu demonstrieren ! Gott, wie ich das hasse !

„Oh Schönheit, wer hat dir denn dein armes Kleines Herz gebrochen, das du solche Ansichten vertrittst ?", gibt Trick gespielt mitleidig und einfühlsam zurück.

Bittersweet EnemiesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt