Kapitel 7

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Draco hätte niemals gedacht, dass Greengrass so gut darin war ihren Zauberstab zu ziehen und schon gar nicht, dass sie so strikt die Grenzen absteckte, obwohl es doch genau das war, was er wollte. Oder nicht? Eigentlich. Wobei er sich fragte, was gegen guten Sex sprach. Sicher, sie hassten sich und schenkten sich wirklich kein gutes Wort. Aber der Sex war... berauschend gewesen. Wobei es vielleicht eben nur wegen der Anspannung sein könnte, die ständig zwischen ihnen herrschte. Er rieb sich über die Augen und griff nach dem Scotch Glas. Seine Kehle brannte und der Alkohol ließ ihn ruhiger werden. Und dann hatte sie ihm noch ihre Unterwäsche wieder entwendet. Er wusste selbst nicht, wieso er sie überhaupt aufgehoben und ihr nicht wieder gegeben hatte. Er hatte sogar noch kurz davor den Spitzenslip kurz in seiner Hand gehabt und an die Nummer im Archiv gedacht, bevor er losgezogen war, um seinen Kopf frei zubekommen. Und als er eindeutig wieder vernünftig denken konnte, war sie über seinem Tisch gebeugt gewesen. Er schloss die Augen und unterdrückte ein dreckiges Lachen. Scheiße, die Frau brachte ihn eindeutig noch ins Grab.

„Und wo geht's hin?", hörte er Blaise fragen und er wandte sich seinen zwei besten Freunden zu.
Sie waren heute bei Blaise, nur um im Anschluss sich auf die Piste zumachen. Wozu genau wusste Draco nicht. Denn Blaise schien momentan sich mit Tracey zu treffen und sicher hatte Blaise schon einige Frauen gehabt, aber er fuhr nie zweigleisig. Und Theo schien mit Greengrass beschäftigt zu sein. Es würde wohl heute bei Reden und Trinken bleiben. Im Grunde könnten sie in Blaise Wohnung bleiben.
„Worum geht es?", hakte sich Draco ein und die beiden sahen ihn kurz an.
„Um Theos Date mit Astoria", grinste Blaise breit und Draco rollte mit den Augen.
Richtig. Was hatte er gesagt als er Greengrass im Büro besucht hatte? Am Donnerstagabend?
„Was hast du denn vor?", fragte Draco und schwenkte sein Glas leicht hin und her.

„Wir gehen erst in ein Konzert und im Anschluss Essen", erzählte Theo und Draco runzelte die Stirn.
„Ganz schön Dick aufgetragen für ein erstes Date. Oder?"
„Denkst du?", fragte Theo unsicher und Draco seufzte innerlich.
Theo war in solchen Dingen wirklich wie ein... Teenager ohne Erfahrungen.
„Schwachsinn", warf Blaise ein und blickte Theo an. „Das ist gut. Du hast doch erzählt, dass sie Musik mag. Und im Anschluss könnt ihr euch unterhalten."
„Wobei du hoffentlich nicht wieder zu viel sprichst", meinte Draco grinsend und Blaise blickte ihn verwirrt an.
„Was?"
Draco gluckste.
„Theo hat erzählt, dass er zu viel gesprochen hatte beim Kaffeekränzchen mit Greengrass."
Blaise grinste breit und sah Theo fragend an.
„Wirklich? Du bekommst doch sonst kaum ein Wort heraus."
Theo grinste und zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Bei ihr geht das leicht. Zu leicht." Theo lachte leise. „Ich hatte das Gefühl, ich habe viel zu viel gesagt."

Blaise schlug ihm auf die Schulter.
„Unsinn. Das ist doch gut."
Theo lachte unsicher und fuhr sich durch seine Haare.
„Aber mag sie klassische Musik?", hakte Draco nach und Blaise zischte ihn an.
„Sie mag unterschiedliche Musik", antwortete Theo. „Sie hat früher selbst Klavier und Geige gespielt."
„Tatsächlich?", fragte Blaise. „So etwas weißt du, obwohl du nur mit ihr Kaffee trinken warst?"
„Wir haben viel geredet. Sehr viel", sprach Theo und grinste dabei dämlich. Wahnsinn das man sich mit Greengrass unterhalten konnte. Vielleicht sollte er Tipps von Theo einholen, dachte er amüsiert und schob den Gedanken nach hinten. Wozu wollte er mit Greengrass reden? „Ich war überrascht, dass sie überhaupt zugesagt hat. Ich glaube sie war verwirrt als ich danach gefragt habe", gestand Theo und Draco zog seine Brauen nach oben.
„Wieso?"
„Keine Ahnung. Sie hat verwirrt geklungen am Telefon."
„Du hast bei ihr angerufen?"
Theo nickte.
„Ja, ich habe die Nummer von Tracey."

Blaise grinste breit.
„Nun vielleicht war sie irritiert, weil du ein Telefon verwendet hast." Vermutlich. „Aber jetzt erzähl mal. Ich meine wir kennen Greengrass vor allem nur von den Hassreden von Draco. Wir wollen mehr wissen."
Wollten sie das? Theo wirkte unsicher. Er kratzte sich über das Kinn.
„Ich weiß nicht was ich erzählen soll. Sie ist... umwerfend." Blaise lachte leise und Theo grinste breit. „Sie hat so eine beruhigende Art. Du fühlst dich einfach wohl in ihrer Gegenwart."
Blaise zwinkerte Draco zu.
„Hast du gehört. Man fühlt sich wohl bei ihr. Vielleicht solltest du auch versuchen mit Greengrass zu reden."
Draco nippte an seinem Trink. Oh, er wusste wie er sich bei Greengrass wohlfühlen würde, aber dass sollte er vermutlich nicht Theo oder Blaise aufbinden.

„Sie ist ein Sprachtalent", meinte Theo und schien darüber nachzudenken. „Sie lernt aktuell Portugiesisch. Ohne Portugiesisch beherrscht sie fünf Sprachen."
„Fünf?", fragte Blaise und Theo nickte wieder wie ein Trottel.
„Zeigt das nicht einfach, dass sie eine kleine Streberin ist?", warf Draco ein und Theo wirkte kein bisschen beleidigt.
„Ich glaube eher das es zeigt, dass sie unheimlich schlau und talentiert ist."
Draco wollte etwas sagen, doch Blaise sah ihn mahnend an und meinte dann zu Theo
„Wichtig ist doch, dass ihr euch versteht."
Theo lachte unsicher auf.
„Ja, ich weiß. Aber ich finde sie auch unglaublich schön."
Draco nickte kaum sichtbar. Sie war... schön. Sie hatte einen ansprechenden Körper und ein hübsches Gesicht.

„Du solltest dich selbst nicht so runtermachen", sprach Blaise. „Du bist kein hässlicher Klotz."
Nein war Theo definitiv nicht, der jetzt lustlos auflachte.
„Ja, ich weiß. Aber Frauen wie sie juckt das ansonsten wenig."
Blaise schnaubte.
„Astoria ist nicht so eine." Nun Astorias Familie war aber auch nicht mehr angesehen in ihren Kreisen. Das Einzige was sie vorweisen konnte war ein alter Stammbaum, auch wenn viele behaupteten, dass dies nach dem Krieg nicht wichtig sei, und ein hübsches Gesicht. Andere Frauen in ihren Kreisen besahen sich Theo nicht weiter, wegen genau dem fehlenden tadellosen Stammbaum. „So ist sie nicht", meinte Blaise. Und würde sie auch nicht sein. Denn so wie Draco Greengrass einschätzte machte sie sich aus solchen Dingen nichts. „Du wirst ein großartiges Date mit ihr haben. Das spüre ich", erwiderte Blaise gutgelaunt und klopfte Theo auf die Schulter und Draco nahm erneut einen großen Schluck aus seinem Glas.
Spülte den Gedanken hinunter, dass Theo vielleicht trotzdem Greengrass nicht gewachsen war.







Astoria drehte sich von einer Seite auf die andere, während sie sich im Spiegel betrachtete. Sie war sich unsicher gewesen als Theo ihr erzählt hatte, dass er mit ihr auf ein Klassisches Konzert und im Anschluss Essen gehen wollte. Also hatte sie Tracey gestern Abend kontaktiert und die hatte ihr von einem Abendkleid abgeraten.
„Es ist eine Aufführung unter der Woche. Ein Cocktailkleid oder Etuikleid reicht vollkommen aus. Du willst doch nicht overdressed sein, oder?" Nein wollte sie definitiv nicht. „Zieh doch das kleine Schwarze an", hatte die Blondine vorgeschlagen und das trug sie jetzt.
Es war schön, definitiv. Es war nicht zu lang und nicht zu kurz. Es betonte das was sie hatte. Aber sie fragte sich, ob es zu schlicht war. Aber mehr Schmuck als ihre Ohrringe wollte sie nicht tragen. Sie fuhr sich erneut durch ihre offenen Haare. Sie hatte sich große Locken für mehr Volumen gemacht. Sie schlüpfte in andere hohe Schuhe und fühlte sich besser, weil diese bequemer waren.

Das hier würde schön werden, redete sie sich gut zu und musste Lächeln. Sie hatte die ganze Woche Malfoy aus ihrem Leben bannen können und würde morgen frei haben. Sie würde einen umwerfenden Abend haben mit einem wirklich netten Kerl. Theo war vielleicht schüchtern, aber er hatte einen angenehmen Charakter und er gab sich so unglaublich viel Mühe. Im Grunde war er unglaublich süß. Es klingelte und sie sah überrascht auf ihren Wecker. Wollte Theo nicht erst in einer halben Stunde da sein? Er war zu früh. Sie eilte zur Tür, öffnete sie und warf sie im nächsten Moment wieder zu nur um sich dagegen zu lehnen. War das sein verdammter Ernst? Wollte er ihr jetzt wahrlich den letzten Nerv rauben?

„Greengrass", hörte sie Malfoy gedehnt seufzen. „Mach schon auf."
Woher zum Teufel hatte er ihre Adresse? In ihrer Personalakte stand sie definitiv nicht. Dafür hatte sie gesorgt. Aus der Arbeit kannte sie nur Lucius und Lucius würde sie nicht einfach so Draco geben.
„Verschwinde Malfoy", forderte sie, ohne die Tür zu öffnen.
„Glaub mir, nichts lieber als das. Theo schickt mich."
Sie öffnete und sah ihn entgeistert an.
„Was?" Er musterte sie von oben nach unten und sie schnippte ärgerlich vor seinem Gesicht. „Malfoy, hier spielt die Musik." Seine grauen Augen begegneten ihren braunen. „Warum schickt dich Theo?"
„Er kommt nicht", meinte Draco und Astoria sah ihn verwirrt an
„Was?"
Malfoy wollte wieder den Mund aufmachen als das Telefon klingelte. Sie wandte sich von ihm genervt ab und ging mit einem knappen
„Hallo", ran.
Sie hörte mehrere Stimmen miteinander reden und dann Theos vertraute
„Tori", sagen.

„Theo", sagte sie schwer. „Was ist los?"
„Ist Draco schon bei dir?", hakte er nach.
Er war schlecht zu verstehen. Astoria wandte sich mit dem Hörer um und sah wie Malfoy bereits in ihrer Wohnung stand und die Tür geschlossen hatte. Er behielt sie im Blick und das gefiel ihr nicht. Er sollte gehen und vor allem gar nicht hier sein.
„Ja. Aber ich verstehe nicht wieso er hier ist und nicht du."
„Die drücken hier uns noch ein Meeting rein", erklärte Theo. „Ich habe keine Ahnung wie lang es geht." Er lachte lustlos auf und seufzte. „Es tut mir leid, Tori. So war das nicht geplant."
Malfoy räuspere sich genervt und Astoria funkelte ihn an, bevor sie mit dem Schnurrlosen Telefon ins Schlafzimmer ging und dabei die Tür zuschlug.
„Dann verschieben wir doch das ganze", erwiderte sie sanft. „Dafür hättest du Malfoy nicht schicken müssen."
Den Idioten.

„Aber die Karten. Sie würden verfallen", sprach Theo schnell. „Ich dachte ihr könntet hingehen."
Gemeinsam? Mit Malfoy? Nie im Leben.
„Theo, ich denke wirklich..."
„Wäre doch schade um die Karten", unterbrach er sie ruhig. „Und glaub mir, Draco ist nicht so schlimm, wie der erste Eindruck oft scheint." Nein, er war schlimmer. Sie hörte wie im Hintergrund jemand nach Theo verlangte. „Es tut mir leid, Astoria. Ich mach das wieder gut. Versprochen."
„Schon gut", antwortete Astoria und hörte wie Theo auflegte.
Sie seufzte und fluchte innerlich. Sie war sich sicher, dass es nicht Theos Absicht war sie zu versetzen. Aber wie kam er auf den dummen Gedanken, Malfoy zu schicken?

Es klopfte an ihrer Zimmertür.
„Greengrass? Was ist jetzt?" Sie würde ihn verfluchen und vor die Tür setzen. „Ich hör dich bis hierher denken. Du willst mich gerade töten, oder?" Wäre auch eine Idee, dachte sie und stand auf. Ihre Blicke begegneten sich wieder als sie die Tür öffnete. „Hat es Theo dir erklärt?"
Sie schob sich an ihm vorbei und stellte das Telefon zurück.
„Ja hat er. Aber es war unnötig das du hierher kommst. Ich werde nämlich nicht mit dir Ausgehen."
Er wirkte einen Augenblick überrascht, bevor er die Augen rollte.
„Wir gehen ja auch nicht aus. Also nicht miteinander. Ich soll dich einfach nur begleiten."
Sie lachte auf.
„Nein."
„Das ist doch kindisch. Theo hat ein Batzen Gold dafür ausgegeben. Was für eine Verschwendung."

Sie verschränkte die Hände vor der Brust als Malfoy sie wieder musterte.
„Theodore verpasst was."
„Merlin Malfoy", seufzte sie und er grinste schief.
„Was ist das Problem? Ich begleite dich zu diesem Konzert und dann hast du mich wieder los." Es hörte sich nach einer dummen Idee an. Einer sehr dummen Idee. „Wir müssen ja nicht Essen gehen."
„Essen gehen?", hakte sie spitz nach. „Bist du verrückt?"
„Also nicht Essen gehen. Alles klar." Sie sagte nichts. „Hey, ich bin hier wegen Theodore. Ich habe versprochen zu helfen."
„Ja und du machst das, weil du so ein guter, loyaler Freund bist."
„Ob du es glaubst oder nicht, Greengrass. Aber das bin ich."






Draco hatte es für einen Witz gehalten als Theo sich bei ihm gemeldet hatte und sein Dilemma ihm erklärt hatte. Auch, dass er eigentlich dachte, dass Tracey mit Greengrass hingehen könnte, aber Tracey nicht erreichte. Draco wusste wieso. Tracey war bei Blaise. Aber das sagte er nicht. Erstens, weil Blaise ihn umbringen würde und zweitens, er Lust hatte ein wenig Greengrass zu ärgern. Doch er hatte das alles irgendwie vergessen als sie in diesem kleinen perfekten schwarzen Kleid die Haustür geöffnet hatte. Diese Frau würde sein Untergang sein, da war er sich sicher. Sie war wütend und eindeutig enttäuscht gewesen. Enttäuscht darüber, dass Theo keine Zeit hatte und wütend, dass er hier war, statt Theo. Stand sie auf Nott? War das wichtig? Im Grunde nicht, wobei es ihn privat einfach interessieren würde. Es hatte ihn Überredungskunst gekostet, dass sie überhaupt mitkam, und er fragte sich, wozu er diesen dämlichen Aufwand betrieb. Es war im Grunde nicht sein Date, sondern das von Nott.

Und sie war wenig begeistert, dass er sie begleitete. Ganz und gar nicht. Im Grunde ignorierte sie ihn. Er dagegen, warf ihr immer wieder Blicke zu. Musterte sie, nur um dann sich wieder im Theater umzusehen und der Musik zu lauschen. Dafür das es Donnerstagabend war, schien das Theater recht stark besucht zu sein, dass wurde ihm erst richtig bewusst als sie die Loge nach dem Konzert verließen und Draco musste sich zusammenreißen, um seine Hand nicht an Greengrass Rücken zu legen als er neben ihr die Treppe nach unten ging mit einer anderen Menschentraube. Sie betaten den Eingangsbereich und sie beide wandten sich um als jemand deutlich
„Astoria?", sagte.
Ein Mann in Dracos Alter mit goldbraunem Haar und wachen blauen Augen kam auf sie zu. Greengrass wirkte zwar überrascht, lächelte aber breit.
„William", sprach sie aus und der Fremde beugte sich vertraut zu ihr und küsste sie auf die Wange. „Was tust du denn hier in England?", hakte sie nach und der Mann lachte.

„Meine Tante besuchen", erwiderte der Fremde und Draco hörte seinen starken amerikanischen Akzent heraus. Er musterte sie und Dracos Augen verengten sich, während der Kerl Greengrass röntgte. „Wow, du siehst umwerfend auf." Greengrass bedankte sich und das erste Mal richtete sich Williams Aufmerksamkeit auf Draco. Er hielt Draco seine Hand hin. „Hallo, William Doyles."
Draco nahm sie zögernd.
„Draco Malfoy."
Wer zur Hölle war der Kerl. Williams Augen richteten sich wieder auf Greengrass
„Wir müssen uns unbedingt treffen, solange ich hier bin."
„Gern", antwortete sie schlicht. „Wie lange bist du hier?"
„Etwa noch neun Tage. Wir vermissen dich in Washington." Sie lachte verlegen und William grinste. „Ernsthaft. Bist du dir sicher, dass wir dich nicht doch zurück holen können? Wir könnten deine Arbeit wirklich gebrauchen."
„Vorerst nicht. Aber Frag mich doch nochmal in einem Jahr."
Draco verrenkte sich beinahe den Hals. Hatte sie gerade wirklich...

William zwinkerte ihr zu.
„Ich nehme dich beim Wort, Tori."
Er küsste sie zum Abschied erneut und sie beide sahen William nach.
„Wer zur Hölle, war das?", wollte Draco wissen und Greengrass blinzelte als würde sie ihn erst jetzt wieder bemerken.
„Hat er doch gesagt." Er rollte mit den Augen und zischte ihren Nachnamen. „Ein Studienkollege. Er hat mit mir studiert. Ich war für das Vorpraktikum in der Firma seiner Familie."
Er folgte ihr als sie sich in Bewegung setzte.
„Du willst nach Amerika?", fragte er als sie auf den Gehweg traten.
Sie zuckte die Schultern.
„Vielleicht." Ob das irgendjemand wusste? Sein Vater? Ihre Freunde? Theodor? „Es ist zumindest eine Option."
Dann wäre er von ihr befreit. Für immer. Diese Erkenntnis hatte einen bitteren Beigeschmack, denn Draco sich nicht erklären konnte. Er sollte erleichtert sein. Warum war er nicht erleichtert?

„Die Firma ist natürlich nicht so groß, wie die deiner Familie", redete sie und er lief neben ihr her. „Aber dafür mehr tätig auf dem asiatischen Markt und natürlich den amerikanischen. Aber das ist wohl klar."
Was sollte er dazu sagen? Ihm sagte der Familienname nichts.
„Ich wusste nicht, dass du ein Vorpraktikum in einer anderen Firma gemacht hast."
Ihre Stirn runzelte sich.
„Du musstest doch vor deinem Antritt im Studium sicher auch eines machen."
Er kniff die Augen zusammen.
„Das mein ich nicht. Ich... egal."
Sie hatte ihr Praktikum im Studium auch bei seinem Vater gemacht, warum nicht das Vorpraktikum? Was sprach dagegen? Und als würde sie seine Gedanken lesen können, warf sie ein.
„Es war die Idee deines Vaters. Williams Onkel und er waren in der Jugend gute Freunde gewesen."
Nun scheinbar nicht gut genug, denn Draco kannte keinen einzigen Freund, Bekannten oder Geschäftspartner seines Vaters mit dem Namen Doyles.

„Also Malfoy", fing sie wieder an und trat in die kleine Seitengasse, in der sie appariert waren. „Danke für deine Dienste von Nott. Wenn es auch unnötig war."
War das ihr verdammter Ernst? Sie apparierte und er machte einen Schritt und apparierte nach. In der bekannten Sackgasse, nicht weit weg von ihrer Wohnung.
„Greengrass", sprach er eilig und lief ihr hinterher.
„Was?", fragte sie gereizt und bog nicht nach rechts, zu ihrer Wohnung, sondern links ab.
„Du bist befreit für heute. Reicht dir das nicht?" Er blieb irritiert stehen als sie in einen Laden an der Ecke der Straße trat. Scheinbar eine Pizzeria. „Hi Jack", begrüßte sie einen Mann der hinter den Tresen arbeitete
Er nickte nur knapp
„Hi Tori."
„Ein Pizzastück." Der Mann nickte und Draco wollte ein dummes Kommentar ablassen als sein Magen unheimlich laut knurrte. Sie sah ihn an, grinste schief und meinte dann zu Jack. „Zwei Stücke."

„Ich brauche nicht..."
„Oh halt die Klappe. Oder ist Pizza zu schlecht für einen Draco Malfoy."
Jack hob abwartend fragen die Brauen, während er die zwei Stücke Astoria reichte, die Muggelgeld auf die Tresen legte.
„Nein", gab er zögernd von sich und sie reichte ihm ein Stück.
„Damit sind wir Quitt, Malfoy", erklärte sie und sie verließen den Laden.
Er sah ihr dabei zu, wie sie in das heiße Stück biss und tat es ihr zögerlich nach. Er hatte schon oft Pizza gegessen, aber sicher nicht von einem Pappteller und schon gar nicht gehend auf einem Gehweg.
„Wieso willst du England verlassen?", fragte er und sie musterte ihn irritiert, bevor sie antwortete.
„Nicht, dass es dich etwas angehen würde. Aber warum nicht?" Warum nicht? War das eine Antwort? „Meine Schwester ist in Australien."
„Deine Mutter ist hier. Oder nicht?"
„Meine Mutter hat nicht nötig, dass ich ihr die Hand halte", antwortete sie fast schnippisch. „Außerdem, wozu gibt es Portschlüssel und Flohnetzwerke?"

Er folgte ihr auch noch in das Wohnhaus in dem sie wohnte und fragte gar nicht als sie aufsperrte, sondern trat einfach mit ein und rieb sich notdürftig die Hände mit der winzigen Serviette sauber, die er im Anschluss einsteckte. Er behielt sie im Auge, wie sie an der winzigen Küche am Spülbecken ihre Hände wusch. Sah dabei zu, wie sie eines der Fenster im Wohnraum öffnete.
„Ich verstehe gar nicht, wieso das dich so interessiert. Solltest du nicht glücklich sein, wenn ich weg bin und dir nicht weiter auf den Wecker gehe?"
„Sicher", sagte er tonlos und blieb im Türrahmen stehen als sie ins Schlafzimmer ging, nur um auch dort eines der Fenster zu öffnen und die angenehme Abendluft einzulassen.
Sie kickte ihre Schuhe von den Füßen und strich sich einige Haare hinters Ohr und musterte ihn fragend.
„Was ist?"
Er sagte nichts. Musterte sie nur.

Das war Greengrass, die er anstarrte. Die kleine Nervensäge, die keinen Respekt vor ihm hatte. Die ihm den letzten Nerv rauben würde. Die er im Archiv gevögelt hatte und seitdem ständig diesen Augenblick immer und immer wieder durchlebte und er hasste sie im Grunde dafür. Er sollte eine Party feiern, am besten eine Abschiedsfeier für sie schmeißen. Es war doch genau das was er gehofft hatte. Das Greengrass aus seinem Leben verschwand. Am besten für immer.
„Also Malfoy, du solltest jetzt gehen", meinte sie und wollte an ihm vorbeigehen, doch er griff nach ihrer Hand und zog sie zurück. Sie wirkte überrascht und keuchte auf als er sie gierig küsste, während er sie gegen den Türrahmen pinnte. Das hier war wirklich das dümmste was er tun konnte. Das wusste er ganz genau und es war ihm... scheißegal. „Malfoy...", murmelte sie schwer. „Wir sollten nicht..."
Er teilte ihre Lippen erneut. Wollte keine Widerworte hören. Nicht jetzt. Er würde sich hinterher ohnehin selbst dafür hassen und vermutlich sie noch ein wenig mehr.


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