Kapitel 9

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Astoria legte den Kopf schief, während sie die Bücher vor sich musterte und dann eines herauszog, um es sich näher zu betrachten. Sie sah nicht auf als sich Tracey an das Regal lehnte und sie ansah. Sie wusste genau, um was es ging. Wusste genau, dass die Blondine es nicht einfach lassen konnte, was Astoria ihr noch in der Wohnung erzählt hatte vor gut einer Stunde.
„Also...", fing Tracey an. „Malfoy kam also nur vorbei, um zu sehen, ob du gestern Abend gut nachhause gekommen bist?"
„Ja", erwiderte Astoria.
„Vom Theater, dass er mit dir besucht hat, statt Theo?"
„So ist es."
„Weil Theo ein Meeting hatte?"
„Anscheinend."
Sie spürte Traceys misstrauischen Blick genau, aber Astoria sah nicht auf. Konzentrierte sich auf den Klappentext des Buches.
„Und das hat er einfach so gemacht? Er geht mit dir ins Theater, weil er so ein guter Kerl ist?"
„Offensichtlich."
Sie spürte regelrecht, wie Tracey ihre Augen zusammenkniff.

„Und da kommt er erst am nächsten Morgen?"
Astoria atmete schwer aus.
„Tracey, ich habe keine Ahnung, was im Kopf von Draco Malfoy vorgeht."
Und das war die Wahrheit. Sie wusste nur, dass das Arschloch nicht nur gut aussah, sondern auch noch im Bett hervorragend funktionierte. Die Welt war im Grunde ungerecht, wenn man es genauer betrachtete.
„Wieso fragt er Draco? Ich meine, selbst Theo muss wissen, dass ihr euch nicht versteht, oder?", bohrte Tracey unverständlicherweise nach und Astoria ließ das Buch zuklappen.

„Ich habe keine Ahnung, Tracey. Theo und er sind befreundet. Vermutlich dachte er, dass dies die beste Option wäre, statt die Karten verfallen zu lassen."
Sie hielt dem Blick der Blondine stand, die erst nach einer Weile seufzte.
„Na schön. Ich verstehe es zwar nicht, aber wenn du mir nichts anderes zu berichten hast, dann muss ich dir das wohl oder üblich..."
„Was anderes?", lachte Astoria auf. „Was soll ich dir den sonst erzählen? Dass Malfoy bei mir geschlafen hat?"
Sie fühlte sich sofort schlecht, weil sie ihr nicht die Wahrheit sagte. Sie schob das Buch zurück und Tracey lachte.
„Eher unwahrscheinlich, da würde ich dir eher zutrauen, dass du ihn kastrierst."

Sie ging weiter die Regale in dem Buchladen entlang und hoffte, dass ihre Freundin ihre geröteten Wangen nicht bemerkte.
„Ich dachte eher daran, dass er da war, um dich einzuschüchtern oder so etwas", schlug Tracey vor und Astoria rollte mit den Augen.
„Oh bitte. Draco Malfoy ist ein Arschloch, denkst du wirklich ich werde mit ihm nicht fertig?"
Tracey zuckte die Schultern.
„Immerhin ein Arschloch, dass mit dir ins Theater gegangen ist. Hätte ich dem Idioten gar nicht zugetraut."
„Er war ein guter Begleiter. Wir haben nicht viel geredet."
Und im Grunde war das die Wahrheit. Sie hatten nicht viel miteinander gesprochen.
„Und Theo?", hakte die Blondine besorgt nach. „Hat er sich schon gemeldet?"
Astoria schüttelte den Kopf.
„Nein. Aber es ist noch Vormittag. Er ist bestimmt schon in der Arbeit." Oder schlief vielleicht noch, wenn das Meeting gestern noch länger gedauert hatte. „Ich bin mir sicher, er meldet sich", fügte Astoria hinzu. „Er war wirklich geknickt, weil er mir absagen musste."

„Natürlich war er das. Du bist ein Jackpot", erwiderte Tracy mit sehr ernster Stimme und Astoria lachte leicht, bevor sie ihrer Freundin ansah.
Sie sollte vermutlich Tracey die Wahrheit sagen, aber Tori wusste genau wie sie reagieren würde und das ganz zu Recht. Seit Monaten schimpfte sie über Draco Malfoy und statt ihn lieber verschwinden zulassen, vögelte sie ihn. Keine gute Kombination.
„Also, du wolltest unbedingt hierher, damit ich dir helfe ein Buch zu finden. Welches Buch ist es denn?"
Tracey wirkte urplötzlich verlegen.
„Ich... ich benötige ein Buch, um Italienisch zu lernen."
Toris Brauen wanderten nach oben.
„Italienisch? Wozu?"
„Blaise Familie stammt doch von dort. Also besser gesagt, seine Mutter und..."
„Du willst für Blaise Zabini Italienisch lernen?", unterbrach Astoria die Blondine.
„Es ist ja nicht für Blaise. Also... nicht nur. Aber ich dachte..."

„Ist es denn so ernst, dass du wegen eines Kerles eine andere Sprache lernst, obwohl du es hasst andere Sprachen zu lernen?", fragte Astoria und Trace schien zu glühen.
„Ich tue das nicht nur für Blaise. Und nein, so ernst ist es noch nicht." Astoria verstand gar nichts mehr. „Aber vielleicht wird es ja einmal ernst und da wäre es doch eine nette Idee, wenn ich die Sprache seiner Mutter beherrsche."
„War Mrs. Zabini nicht die meiste Zeit ihres Lebens in England?", wollte die Dunkelhaarige wissen.
„Ja, aber sie unterhält sich mit Blaise ab und zu auf Italienisch und wer weiß, was in einem oder zwei Jahren ist? Und wenn ich schon so langsam lerne, was Sprachen betrifft, fange ich jetzt schon an."
Astoria legte den Kopf schief.
„Wann hast du den Blaise Mutter Italienisch reden gehört?" Tracey nuschelte etwas Unverständliches und Astoria trat an sie näher ran. „Wie bitte?"

„Heute Morgen, in Ordnung", erwiderte sie fast boshaft und Astoria rollte erneut mit ihren Augen.
„Nur damit ich das verstehe, du warst die Nacht bei Blaise."
„Ja."
„Und hast heute Morgen, aus welchen Gründen auch immer, Mrs. Zabini mit ihrem Sohn Italienisch reden gehört."
„Sie haben sich über den Kamin unterhalten", warf die Blondine ein, was Astoria ignorierte.
„Und das ist der Grund, warum ich nicht meinen Wocheneinkauf tätigen kann, sondern hier mit dir in diesem Buchladen bin und nach einem Sprachenbuch suche."
„So ungefähr, ja."
„Wow", sagte Astoria emotionslos. „Ich weiß nicht, ob ich begeistert oder enttäuscht sein soll, weil dich ein Kerl dazu animiert, eine andere Sprache zu erlernen."
Tracey boxte sie hart auf den Oberarm, was Astoria scharf die Luft einziehen ließ.
„Hör auf, dich lustig über mich zu machen. Du weißt, dass ich Blaise mag. Hilfst du mir jetzt, oder nicht?"
Was war das für eine Frage? Natürlich würde sie ihr helfen.


Sie suchten die passenden Bücher, bevor sich Astoria verabschiedete und Lebensmittel einkaufte, und zwar in aller Ruhe, nur um am frühen Nachmittag mit ihren Einkaufstüten ihre Wohnung hinauf zu stapfen und im Treppenhaus stehen zubleiben als niemand anders als Theodore Nott grinsend an ihrer Haustür stand.
„Theo?", sprach sie verwundert und Theo kam ihr auf halben Wege entgegen, um ihr einige der Taschen abzunehmen und sie zur Begrüßung auf die Wange zu küssen, als würden sie sich schon ewig kennen. „Was tust du denn hier?", fragte sie verwundert und er schenkte ihr ein ehrliches Lächeln.
„Nach dir sehen und um Verzeihung bitten."
Sie senkte kurz den Blick.
„Das wäre wirklich nicht nötig gewesen, Theo."
„Doch ist es. Du glaubst gar nicht, was für ein schlechtes Gewissen ich habe."
Er? Sie schlief mit Malfoy. Sicher, sie war mit Theo nicht zusammen. Hatte keinerlei Verpflichtungen oder ähnliches ihm gegenüber, aber es war nicht ehrlich von ihr.

Sie sperrte ihre Wohnung auf und nahm Theo die Tüten ab, als sie ihre selbst auf den Tisch stellte.
„Danke", sagte sie und er blieb im Türrahmen stehen und sah sich um.
„Hübsch hast du es hier. Die Gegend ist ruhig."
Sie wusste, dass es eine kleine, bescheidene Wohnung war. Aber sie liebte sie.
„Und vor allem zentral", fügte sie hinzu und begann ihre Einkäufe einzuräumen.
„Es geht mich vermutlich nichts an, aber warum wohnst du nicht bei deiner Mutter?"
Sie lachte leise und machte weiter mit ihrem Tun.
„Warum wohnst du nicht bei deinen Eltern?"
„Touché", entgegnete er und trat weiter in die Küche. „Soll ich dir helfen?"
„Natürlich nicht. Setz dich. Möchtest du etwas trinken? Tee? Saft? Kaffee?"
Sie machte ihm Kaffee, Milchkaffee ohne Zucker, während sie weiter einräumte.

„Hat es dir wenigstens gefallen?", wollte er nach einer Weile wissen, nachdem sie sich erkundigt hatte wegen der Arbeit.
„Natürlich hat es mir gefallen", versicherte sie ihm. Sie liebte das Theater, die Musik und die Kunst. „Aber es wäre wahrlich nicht notwendig gewesen, dass du Malfoy schickst. Ich hätte es verstanden und wir hätten einen anderen Tag gefunden."
„Ich weiß. Ich wollte nur, dass du einen schönen Abend hast und die Karten nicht umsonst waren."
Sie lächelte sanft, während sie sich ihm gegenüber setzte.

„Danke, Theo. Ich habe mich wirklich gefreut. Auch wenn es noch schöner gewesen wäre, wenn du dabei gewesen wärst."
Sie sahen sich einen Augenblick an, bevor er sich räusperte.
„Hast du Lust, Essen zu gehen?"
„Jetzt?", wollte sie wissen und er nickte.
„Ja. Es gibt da ein Restaurant mit italienischen Spezialitäten. Es ist kein nobler Schuppen, aber gutes Essen und eine nette Atmosphäre."
Sie grinste breiter.
„Na schön. Aber dann musst du mir mindestens zehn Minuten geben, damit ich mich umziehen kann."






„War es denn so schlimm?", fragte Blaise und Draco sah von seinem Glas auf. Er war kurz in Gedanken versunken, während er mit Blaise an der Bar saß, um dort zu warten, bis ein Tisch frei wurde. Sie wollten gemeinsam zu Abend essen. Etwas, was sie schon eine Weile nicht mehr gemacht haben. Zumindest nicht nur zu zweit. Er brummte verwirrt und Blaise grinste schief. „Ich meine, dass du Greengrass begleitet hast. War es so schlimm?"
„Ach das. Nein", wehrte er ab. „Es war... ganz annehmbar."
Mehr als das.
„Annehmbar?", wiederholte Blaise. „Was soll denn das heißen? Hat Greengrass dich verhext?" Draco gluckste und Blaise musste darüber kichern. „Was hat das zu bedeuten?", wollte Blaise amüsiert wissen und Draco zögerte.
Er wollte nicht zu viel verraten.

„Ich glaube, ich habe sie unterschätzt", meinte Draco und Blaise zog vielsagend die Brauen nach oben und unten. „Und du hattest recht."
„Womit genau?", hakte Dracos bester Freund nach.
„Sie ist mir ähnlicher als ich gedacht habe."
Als Blaise leise lachte, grinste Draco in seinen Drink hinein. Sie war... dickköpfig, starrsinnig und arrogant. Wie er. Sie trieb ihn in den Wahnsinn. Und doch... wurde er von ihr angezogen. Seine Gedanken wurden von den Erinnerungen dieser seltsamen Anziehung und Leidenschaft genährt. Er wusste nicht, ob ihm das Angst machen oder gefallen sollte. Im Grunde war es nicht wichtig. Sie waren keine Freunde. Kein Paar. Nicht einmal Arbeitskollegen auf einer Höhe. Sie arbeitete für seinen Vater.
„Ich denke, sie passt zu Theo", riss Blaise ihn erneut aus den Gedanken. „Ich würde mich zumindest für ihn freuen."
Draco nickte stumm. Was sollte er dazu noch sagen? Am besten gar nichts.

„Meine Herren", sprach eine Kellnerin und sie wandten sich ihr zu. „Ihr Tisch ist jetzt frei."
Blaise klatschte begeistert in die Hände als sie beide aufstanden und der Kellnerin folgten. Sie wollte die Karte runterbeten, aber Blaise unterbrach sie als sie an ihrem Tisch endlich saßen, denn sie wussten, was sie bestellen wollten. Als die Kellnerin wieder loszog, um ihre Bestellung der Küche weiterzugeben, sah Draco fragend Blaise an.
„Und Davis und du? Was ist das eigentlich?"
Denn Blaise erzählte sehr wenig von Tracey und das war eigentlich untypisch. Der Dunkelhaarige zuckte nur die Schultern.
„Ein Gentleman genießt und schweigt."
Draco zog eine Braue nach oben.
„Ist das dein Ernst?"
Sein Gegenüber nickte ruhig und mit neutralem Gesicht.
„Ja ist es." Als Draco nicht sagte, atmete Blaise tief ein. „Ich weiß noch nicht, wo es hinführt, aber es ist anders als sonst."
Draco kniff etwas die Augen zusammen.
„Hört sich ernst an."
Blaise zuckte etwas die Schultern und lachte unsicher.
„Ja, vielleicht. Keine Ahnung. Es ist ziemlich neu."
Draco ging darauf gar nicht näher ein. Wenn Blaise jetzt auch noch sein Dauersingleleben aufgeben würde, konnte Draco seinen Stab gegen sich selbst richten.

Er wollte einen Witz darüber reißen, doch seine Worte blieben ihm im Mund stecken als er zwei bekannte Personen sah. Theo und Astoria, wie sie scheinbar ihren Platz verließen. Sie trug ein dunkelblaues Kleid. Ein Kleid, dass er kannte, auch wenn sie darüber jetzt einen Bolero trug. Kannte es nur zu gut.
„Was ist?", fragte Blaise und folgte seinem Blick mit einem „Oh", als Theo viel zu vertraut seine Hand auf Astorias Rücken legte und sie durch den vollen Raum mit den kleinen Tischchen manövrierte, während sie miteinander sprachen. „Ich wusste gar nicht, dass Theo so ran gehen kann. Er scheint hoch motiviert zu sein, was Greengrass angeht", witzelte Blaise und Dracos Kiefer spannte sich an.
„Scheinbar."
Ihm war der Appetit vergangen.






Es war ein schöner Abend gewesen. Sie hatten viel geredet und natürlich gut gegessen und Theo hatte eindeutig Geschmack. Das Lokal hatte zwar keine Auszeichnung, aber war reich besucht gewesen und als Astoria die Vorspeise gekostet hatte, wusste sie auch warum. Es war ausgezeichnet. Theo hatte eine sehr angenehme Art und ruhige Persönlichkeit. Der Redefluss zwischen ihnen war fließend und schien nie abzureißen. Er erzählte viel von seiner Familie und erkundigte sich über Daphne. Sie vermied das Thema ihrer Mutter und redeten über das Studium. Er war begeistert von Amerika und hätte selbst lieber in Amerika studiert, war aber wegen seiner Familie in London geblieben. Er schien alles darüber wissen zu wollen. Die magische Gesellschaft dort. Die Universität. Das Zusammenleben mit den Muggeln. Sie erzählte das, was sie glaubte, nämlich dass Amerikas magische Gesellschaft vor vielen Jahren hinter England war. Rückständiger, besonders was das Zusammenleben mit Muggel betraf. Aber mittlerweile war ganz klar, England war abgeschlagen. Zumindest in einigen Punkten.

Amerika. Seltsam, aber dort hatte es ihr gut gefallen und der Plan stand im Grunde fest. Sie würde irgendwann wieder dort zurückkehren. Im Grunde hielt sie hier nichts. Daphne war nicht mehr da und ihre Mutter... nun sie würde vermutlich darüber nicht betrübt sein. Nicht wirklich. Ginge es nach ihrer Mutter, sollte Astoria am besten auch heiraten. So wie Daphne eine gute Partie machen. Daphne hatte wirklich jemanden gefunden, der sie liebte und scheinbar liebte sie ihn und das war das wichtigste. Es war nicht wichtig, dass er reich war. Daphne hätte ihren jetzigen Mann auch geheiratet, wenn er Arm wie eine Kirchenmaus gewesen wäre. War er aber nicht. Er war stinkreich. So reich, dass er die restlichen Schulden der Familie Greengrass getilgt hatte. Einfach so.

Theo hatte sie nachhause gebracht und sie zum Abschied auf Wange geküsst. Er war ein Gentleman. Vielleicht zu schüchtern oder er wollte nicht zu voreilig sein. So genau wusste sie das nicht. Sie dachte darüber nach, während sie in die Küche ging und eine Weinflasche öffnete. Sie wollte ihr Glas gerade füllen als sie das Klicken ihrer Haustür hörte. Sie sah aus der Küche in den Flur und trat weiter in den Gang als der blonde Schopf die Tür leise schloss.

„Kann ich erfahren, was du da treibst?" Er wirbelte erschrocken herum und sie hob ihre Brauen sehr weit nach oben. „Malfoy?", fragte sie als sie merkte, dass er sie schon wieder in Gedanken auszog. „Wieso brichst du in meine Wohnung ein?"
„Im Grunde bin ich nicht eingebrochen. Du hast deine Tür magisch nicht gesichert."
Sie rollte mit den Augen.
„Seit wann ist es kein Einbruch, nur weil die Tür nicht magisch gesichert ist?"
Er schien nach einer Ausrede zu suchen und sie hatte keine Lust darauf diese zu hören, sondern ging zurück in die Küche. Idiot.

Sie schenkte sich ihr Glas weiter ein und sah nur auf als Malfoy sich in den Türrahmen lehnte.
„Wird das jetzt immer so?", wollte sie wissen. „Du brichst hier einfach ein, wann du willst?"
„Wenn du deine Tür magisch sicherst, dann wohl nicht." Sie nahm einen Schluck und griff dann nach der Flasche, um zu lesen was für ein Rotwein es war. Er war nicht schlecht, aber es gab bessere. „Ich habe dich gesehen."
Sie legte den Kopf schief.
„Gesehen?"
„Mit Theo", ließ er sie wissen und steckte seine Hände in die Hosentasche.
Sie musste grinsen.
„Und du bist hierhergekommen, um wonach genau zu sehen? Ob ich mit Theo gerade schlafe?" Er sagte nichts. „Keine Besitzansprüche, oder nicht?", fuhr sie fort, nahm die Flasche und das Glas und drückte sich an ihm vorbei. „Erstens Malfoy, ob du es glaubst oder nicht, ich vögle für gewöhnlich nicht mit einem Kerl am zweiten Treffen."

„Heißt das, ich bin ungewöhnlich?", fragte er schelmisch.
Sie seufzte.
„So viel ich weiß, waren wir kein einziges Mal miteinander aus." Er grinste nur. Sie stellte ihr Glas und ihre Flasche auf dem Wohnzimmertisch ab. „Und zweitens, ist Theodore ein Gentleman. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er so früh einer Frau an die Wäsche geht, wenn er wirklich an ihr interessiert ist."
Sie ging zurück in die Küche und holte ein zweites Glas.
„Sollte er aber vielleicht einmal, damit er zum Zug kommt", meinte Malfoy schlicht.
Sie schnaubte als sie zurück zu ihrem Glas und ihrer Weinflasche ging, nur um das zweite Glas zu füllen.
„Mal ehrlich Malfoy, gehen wir davon aus, er wäre mitgekommen. Er hätte mich hier nach oben gebracht und wir wären übereinander hergefallen. Was hättest du ihm dann erzählt, warum du hier bist?"
Er sagte wieder nichts und sie reichte ihm das zweite Glas. Er nahm es zögernd.
„Danke", meinte er und sie wandte sich von ab.
„Nicht dafür, Malfoy."
Er setzte sich neben sie.
„Ich gebe zu, ich habe das ganze nicht wirklich durchdacht."
Sie musste lachen.
„Nicht durchdacht?"
Das war die Untertreibung des Jahres, doch er grinste nur.

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