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eure Mona
Lucius sah sich suchend um und seufzte innerlich, als er den blonden Schopf unter dem großen Baum entdeckte. Als er näher kam, blickte die fünfjährige mit ihren großen grauen Augen auf. Das kleine Mädchen war das einzige seiner drei Enkelkinder, die die Augen von seiner Familie geerbt hatte.
„Wir suchen dich alle, Kleines", begrüßte er sie und das Mädchen rupfte einen weiteren Grashalm aus und fixierte den Boden wieder.
„Ich werde mich nicht entschuldigen. Ich bin nicht schuld."
„Lucia", seufzte er und tat es dann dem kleinen Mädchen gleich und setzte sich zu ihr auf den Boden.
Er hatte noch gar nicht richtig verstanden, was passiert war. Nur dass Ares, mit einem aufgeschlagenen Knie, weinend im Salon saß und Narzissa wütend mit beiden Jungs, Scorpius und Ares, geschimpft hatte und Lucia sich scheinbar dieser Predigt entzogen hatte. Zissy hatte ihn gebeten sie zu suchen und er hatte sie, wie so oft, hier in Manor im Park gefunden.
Es war nie langweilig, wenn seine drei Enkelkinder da waren und so gerne Lucius und Narzissa, die drei hatten, schienen die drei im Paket, Narzissa seit Tagen in den Wahnsinn zu treiben.
„Sie sind alle wie Draco. Ganz genauso", hatte sie gestern Abend im Bett gedonnert, als die drei schon längst wieder zu Hause waren.
So lief es meistens während der Woche. Die drei waren nach Kindergarten und Schule bei Ihnen, dann aßen sie meistens zusammen zu Abend, mit Draco und Astoria, bevor die beiden ihre Rasselbande wieder mit nachhause nahmen, und Lucius genoss diese Zeit. Er liebte es, mit seinen Enkelkindern den Tag zu verbringen und im Grunde Narzissa auch. Aber seit einigen Tagen schien eine seltsame Stimmung zwischen den Geschwistern zu liegen. Er wusste nur nicht, was es war.
Er hob die Hand. Strich einige Strähnen von Lucias weichen Locken hinter ihr Ohr. Lucia war die jüngste der Drei und Lucius hatte ein ganz besonders Verhältnis zu ihr. Er liebte alle seine drei Enkelkinder abgöttisch. Sie waren das größte Geschenk für ihn. Doch die engste Bindung hatte er eindeutig zu seiner Enkeltochter. Es war nicht wegen des Namens, wie Narzissa immer etwas spottet. Er glaubte, es war die Art, wie Lucia war. Sie erinnerte ihn viel zu oft an Draco als er klein gewesen war. Sie war ihm in so vielen Punkten ähnlich, auch wenn das Draco nicht sehen wollte.
„Willst du mir nicht sagen, was passiert ist, Kleines?" Ihre Unterlippe zitterte. „Mmh?", machte der Ältere. „Seit Tagen scheint ihr ständig aneinander zu rasseln. Was ist passiert?"
„Sie sagen, ich bin zu klein", wisperte sie und Lucius runzelte die Stirn.
„Zu Klein?"
Sie nickte stumm. Er verstand es nicht.
Sie atmete schwer aus und schmiss die abgerupften Grashalme von sich.
„Seit Ares in der Schule ist, sagen sie ständig, ich bin zu klein." Sie sah Lucius wieder an. „Ares tut so, als wäre er groß. Er ist doch erst seit ein paar Tage in der Schule, oder nicht?" Fast drei Wochen. In der gleichen Vorschule wie sein zwei Jahre älterer Bruder Scorpius. Eine Entscheidung, die Astoria und Draco getroffen hatten. Ihre Kinder würden nicht zu Hause unterrichtet werden vor der Hogwartszeit, so wie es bei Draco getan wurde. „Heute haben sie wieder damit angefangen, als sie mit den Besen spielen wollten." Spielzeugbesen, die Lucius damals besorgt hatte und für die er von Narzissa verteufelt wurde, seitdem Scorpius eine sehr teure Vase zerdeppert hatte, als er einen kleinen Beistelltisch umgeflogen hatte. „Sie haben gesagt, ich darf nicht mitspielen und ..." Sie schluckte hart. Senkte den Blick wieder und schüttelte dann den Kopf. „Ich wollte gar nicht, dass Ares sich weh tut. Ich wollte ihm nicht wehtun." Sie fuhr mit ihren Händen, über ihre Augen und ihre feuchten Wangen. „Ich wollte doch nur den Besen festhalten und ..."
Sie brach ab und schluchzte. Ares war vermutlich vom Besen gerutscht und hatte dabei sein Knie aufgeschlagen.
„Ich wollte nicht, dass er sich weh tut, Opa", wimmerte das Mädchen und Lucius zog seine Enkelin zu sich, die bitterlich gegen seine Brust wimmerte.
„Hör auf zu weinen, Kleines. Deinem Bruder geht es gut. Deine Oma hat sein Knie bestimmt schon geheilt."
„Aber es hat ganz doll geblutet und ..."
„Ja, ich weiß", unterbrach Lucius sie. „Und du wirst jetzt hineingehen und dich entschuldigen. Mmh. Und dann werdet ihr euch wieder vertragen und wir sprechen mit euch allen dreien."
Denn es konnte ja nicht sein, dass Ares und Scorpius jetzt begannen ihre kleine Schwester auszuschließen.
„Ich bin gar nicht so klein", wisperte sie erstickt und schniefte, was Lucius lächeln ließ.
„Nein, bist du nicht." Sie schniefte immer noch, als Lucius sie losließ. „Hast du dich beruhigt? Ein klein wenig?"
Sie nickte und Lucius strich ihr über die Wange. Sie war ein hübscher kleiner Engel.
„Es tut mir wirklich leid", sagte sie ehrlich und Lucius nickte verstehend.
„Ich weiß, Lucia. Aber das musst du auch Ares sagen, ja? Und das nächste Mal weißt du, wie gefährlich es ist, einen Besen festzuhalten, wenn jemand wegfliegen möchte."
„Ich werde das nie wieder tun", versprach sie.
„Das ist gut", bestätigte er, stand auf und hielt dem kleinen Mädchen seine Hände hin, nur um sie hochzuziehen. Er umarmte sie fest. „Und jetzt lauf zurück ins Haus zu deinen Brüdern und entschuldige dich bei Ares und auch bei deiner Oma. Ja?" Sie nickte artig und lief eilig zurück und Lucius sah ihr schmunzelnd hinterher. Er folgte ihr mit gewissem Abstand und hielt an, als Astoria aus dem Haus trat. „Du schon hier?", begrüßte er sie und sie lächelte, bevor sie ihm vertraut auf die Wange küsste.
„Wir haben heute früher Schluss gemacht", ließ sie ihn wissen.
„Wir?", gluckste er. „Wo ist dann Draco?"
„Hält eine ernste Ansprache übers Fliegen seinen Söhnen und wohl nun auch seiner Tochter."
Lucius rollte mit den Augen und Astoria hakte sich bei ihm ein.
„Wie geht es dir?"
„Gut" meinte er knapp. „Sehr gut eigentlich, Liebes. Und selbst?"
„Ich kann mich nicht beklagen. Außer, dass meine Kinder anscheinend ihre Großmutter in den Wahnsinn treiben."
Lucius gluckste, bevor er ruhig meinte.
„Ares fühlt sich erwachsen und gemeinsam mit seinem Bruder scheinen sie Lucia auszuschließen."
„Ja, ich weiß. Die beiden fühlen sich ihr überlegen wegen der Schule."
„Es ist nicht leicht, oder?"
Seine Schwiegertochter gluckste.
„Sind Kinder irgendwann leicht?"
Er lachte rau.
„Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass du nie aufhören wirst, dir Sorgen zu machen."
„Wunderbar", meinte Astoria und er gluckste erneut.
„Wie läuft es in dir Firma?"
„Gut. Sehr gut sogar. Wir haben einen guten Deal ausgehandelt mit Mr. Farelle."
Er nickte verstehend und sie traten ins Haus. Er wusste, dass die Firma in guten Händen bei seinem Sohn und Astoria war.
„Vielleicht sollte ich mir Lucia etwas mehr annehmen. Vielleicht mit ihr alleine Ausflüge machen."
Astoria runzelte die Stirn.
„Könntest du sie dann nicht mehr vorziehen und die ganze Sache schlimmer machen?"
Er brummte.
„Vielleicht. Aber vielleicht tut ihr die Aufmerksamkeit auch gut. Und vielleicht bringt das die beiden Jungs wieder zur Vernunft."
„Wir müssen das auf jeden Fall im Auge behalten."
„Das wird schon. Deine Kinder sind im Grunde eine liebe Rasselbande. Hast du gehört?", erwiderte Lucius und sie beide hielten am Salon an.
Lucia saß auf Dracos Schoss und die beiden Jungs jeweils rechts und links von ihm, während er ruhig mit ihnen alle drei sprach. Lucius lächelte sanft. Draco war ein guter Vater und er liebte seine drei Kinder abgöttisch. Astoria klopfte Lucius auf die Schulter.
„Ich sehe nach Narzissa."
„Tu das, Liebes", meinte Lucius und lehnte sich an den Türrahmen, um weiter seinen Sohn zu beachten und seine drei Enkelkinder.
Seine Familie.
„Papa", hörte Draco die zarte Stimme seiner Tochter, während sie ihre Arme schwach um ihn geschlungen hatte und er sie in sein Zimmer trug.
„Mmh?", machte er und legte Lucia sanft in ihrem Bett ab, nur um sie zuzudecken.
„Ich werde den schnellsten Besen der Welt bauen."
Draco lächelte und nickte ihr zu.
„Natürlich wirst du das."
„Ich werde eine schnelle Fliegerin", fügte sie gähnend hinzu. „Ich schaffe das."
„Du wirst alles schaffen, was du dir vornimmst, Kleines." Sie lächelte breit und Draco beugte sich vor und küsste seine Tochter väterlich auf die Stirn. „Schlaf gut. Gute Nacht."
„Gute Nacht", wisperte sie und war schon weg geschlummert, als Draco aufstand und leise die Tür zu ihrem Zimmer schloss.
Sie waren großartig, wenn auch manchmal ein wenig anstrengend. Es war nicht das erste Mal, dass Lucia vom Fliegen sprach. Sie hatte es als Kleinkind schon geliebt, wenn er sie mit seinem Besen mitgenommen hatte. Am meisten, mehr als Scorp oder Ares. Er trat leise in die Küche und grinste als Astoria zwei Gläser mit Rotwein füllte und eines davon ihm entgegenschob. Er stieß mit ihr an und sie tranken beide aus ihren Gläsern. Er senkte sein Glas als sie an ihn nähertrat. Einen Arm um ihn schlang und küsste.
„Ich werde das immer lieben", flüsterte er und sie lächelte strahlend.
„Weißt du, dass du der beste Vater bist, denn ich kenne?"
Er rollte mit den Augen.
„Nein."
„Doch", beharrte sie.
„Ich hätte sie heute am liebsten übers Knie gelegt. Ehrlich."
Was er nie tun würde. Er würde seine Kinder nie körperlich bestrafen. Aber manchmal trieben sie ihn in den Wahnsinn.
„Tracey sagt, dass dieser Gedanke normal ist. Sie hat dieselben Gedanken bei Elisa und Elija", antwortete sie. „Ich hätte ihnen heute Hausarrest gegeben." Draco gluckste. „Wirklich, hätte ich", meinte sie überzeugend und er stellte sein Glas an der Küchenablage ab, nur um ihr Gesicht zu umfassen und sie zu küssen.
Er löste sich von ihr und runzelte die Stirn, als er auf der Küchenablage immer noch den verschlossenen Brief liegen sah.
„Du hast ihn immer noch nicht geöffnet."
Es war ein Brief von ihrer Mutter, denn sie bereits heute Morgen erhalten hatte. Astoria wandte den Kopf, um selbst den Brief zu sehen und seufzte.
„Ich werde ihn nicht lesen. Ich weiß, was drinnen steht." Sie ließ Draco los und nippte wieder an ihrem Wein. „Daphne hat mir bereits gesagt, was drinnen stehen wird. Nun, so ungefähr."
Er runzelte die Stirn und griff nach dem Brief.
„Und was steht drinnen?"
„Nun im Grunde, dass sie es unfair findet, dass sie ihre Enkelkinder nicht sehen darf. Dass ich mich nicht quer stellen soll. Dass sie sich nicht mehr als entschuldigen kann." Sie schüttelte den Kopf und er legte den Brief zur Seite. „Ich werde Avery sicher nicht in die Nähe unserer Kinder lassen."
„Das sehe ich genauso wie du", erwiderte er zustimmend und legte den Kopf schief. Sie schien nachzudenken. „Schreibt sie denn etwas über Avery?", hakte er nach und Astoria zuckte die Schultern.
„Keine Ahnung. Sie hat zu Daphne gesagt, dass sie weiß, was passiert ist und dass das eine schlimme Sache sei, aber Avery immerhin bereue und sich geändert hätte. Und es wäre immerhin nicht so weit gekommen." Draco schnaubte verächtlich. Aber nur wegen seines Vaters. Er hatte eine Vergewaltigung verhindert. Nicht Avery war zurückgeschreckt von dieser Tat. „Sie hat zu Daphne auch gesagt, dass ich akzeptieren müsste, dass Edward und sie verheiratet sind und sich lieben."
„Einen Dreck musst du akzeptieren. Sie hat sich entschieden."
Oder nicht?", fragte er weiter als sie nichts sagte.
„Deine Mutter sagt, dass Scorp ab und zu nachfragt."
Er runzelte die Stirn.
„Nachfragt?"
„Über seine andere Oma. Er versteht nicht, warum seine Cousine sie sehen darf und er nicht." Draco seufzte und Astoria fuhr fort. „Sie denkt auch, ob es nicht ratsam wäre, meine Mutter nach Manor einzuladen, ohne Edward, damit sie die Kinder sehen kann."
„Und was hältst du davon?"
„Keine Ahnung." Sie lächelte gequält. „Ich weiß es wirklich nicht, Draco. Ist es denn gerecht, unseren Kindern ihre andere Großmutter vorzuenthalten?"
„Ich halte von deiner Mutter nichts." Absolut gar nichts. „Aber wenn du es für richtig hältst."
Er ließ den Satz so stehen.
„Nein, ich halte es nicht für richtig. Ich traue diesem Schein nicht. Ich will nicht, dass meine Kinder mit einer Lüge aufwachsen. In der so getan wird, als wäre alles in bester Ordnung."
Er griff nach ihren beiden Händen.
„Und das werden wir auch nicht. Wenn sie alt genug sind, Astoria, werden wir ihnen alles erzählen und erklären."
Sie blinzelte überrascht.
„Alles?"
„Ja", meinte er ruhig. „Keine Lügen. Keine Märchen. Das bringt nichts." Das hatte er selbst gesehen, als sein Vater versucht hatte, die Rückkehr des Dunklen Lords schön zureden. „Wir werden es ihnen erklären. Müssen es ihnen erklären. Schon allein, damit sie die Vergangenheit unserer Familien verstehen, bevor sie in Hogwarts damit konfrontiert werden." Denn das würden sie mit Sicherheit. „Sie werden es verstehen, Astoria."
Da war er sicher. Sie lächelte sanft, bevor sie ihre Hände löste und ihn zärtlich küsste. Merlin, er liebte diese Frau. Sie war alles, was er brauchte. Sie war sein Leben und sie hatte ihm diese wunderbaren Kinder geschenkt. Durch sie waren sie wieder eine Familie. Er zog sie enger an sich, bevor er sie die Ablage hinaufschob.
„Draco", keuchte sie schwer. „Was ist mit den Jungs?", wisperte sie als er bereits begann ihr Kleid aufzuknöpfen.
„Schlafen", murmelte er rau gegen ihre Haut als er seine Lippen gegen ihr Schlüsselbein drückte.
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Leidenschaft umfasst Liebe und Hass
FanfictionSie war für Draco ein Dorn im Auge und es machte es nicht gerade besser, dass sein Vater ihr Mentor war und er sie praktisch jeden Tag zu Gesicht bekam. (Drastoria).
