Mir gefriert das Blut in meinen Adern, als Liam mit dem Messer zu stechen will.
Doch mein Überlebenswille ist stärker und weiche noch rechtzeitig aus. Das Messer verfehlt mich knapp, was Liam noch zorniger macht.
Schnell probiere ich die Flucht zu ergreifen. Doch plötzlich verspüre ich in einen stechenden Schmerz in meinen rechten Arm.
Liam muss ihn wohl mit seinem Messer getroffen haben, als ich mich kurz umgedreht habe, um vor ihn zu flüchten.
Der stechend Schmerz durchfährt einmal meinen ganzen Körper, bevor es anfängt dolle zu bluten. Das Blut ist warm und tief rot.
Mir wird langsam schwindlig und ich drohe um zu kippen, doch wenn ich jetzt nicht weglaufe, werde ich von Liam erstochen mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit. Also nehme ich wortwörtlich meine Beine in die Hand und laufe los in Richtung der Schlafzimmer.
Dabei muss ich ständig mit meiner linken Hand auf die Wunde an meinen rechten Arm drücken. Das führt dazu, dass ich umkodiert durch die dunkle und ewig langen Flure laufe.
Ich bin voll in Panik. Alles woran ich denke ist hier wieder lebend rauszukommen. Doch dieser Wunsch scheint noch in weiter Ferne zu liegen. Ich höre die ganze Zeit Liams hasserfüllte Stimme, wie sie wütend nach mir schreit. So als wenn ich seine Beute wäre, die heute geschlachtet wird.
Durch mein umkodiertes Gehen reiße ich ein paar Gemälde von den Wänden. Vielleicht wird ja Carl Dieter durch den Lärm wach? Und dann? Wird ihn Liam auch erstechen?
Vielleicht sollte ich lieber leise sein und in den dunklen Park laufen? Die Dunkelheit könnte mir Schutz vor Liam bieten.
Endlich erreiche ich die Schlafzimmertür von Carl Dieters Zimmer. Ich hämmere wild dagegen mit meinen Blut verschmierten Händen. Liam ist dabei nur ein paar Schritte von mir entfernt. Ich habe Todesangst. Mein Herz schlägt so schnell, sodass es mir fast aus der Brust springt.
Ich schreie aus tiefster Kehle um Hilfe, bis Carl Dieter ganz verschlafen die Tür öffnet. Er wirkt nicht sonderlich begeistert, dass ich ihn geweckt habe. Aber das ist mir jetzt egal. Mit einen Ruck ziehe ihn wieder in sein Schlafzimmer und verschließe dann eilig unter uns die Tür, sodass Liam nicht rein kommen kann.
Jetzt guckt mich Carl Dieter fragend an. Ist ja auch verständlich, schließlich ist es 00 Uhr und ich tauche nachts blutend in seinem Zimmer auf. „Was geht hier vor?" Fragt er verschlafen. Ich muss ihn wohl wortwörtlich aus dem Bett geworfen haben. Er trägt einen alten grauen Schlafanzug.
Doch bevor ich ihm antworten kann, hämmert Liam schon aggressiv gegen die verschlossene Tür.
Schnell schiebe ich unter Schmerz eine Kommode davor. Carl Dieter schaut mir dabei verdattert zu, anstatt mir zu helfen. Er denkt wahrscheinlich, dass er im falschen Film sei. Das denke ich nämlich fast jeden Tag.
Dann endlich kann ich mich kurz zur Boden sinken lassen und nach meinem verletzten Arm schauen. Im Dunkeln erkenne ich natürlich fast gar nichts.
„Chloe! Wieso bist du am Arm verletzt und warum hämmert ein Irrer an meine Schlafzimmertür?" Fragt er planlos. Ja, das wüsste ich auch gerne. Aber leider kann man schlecht in den Kopf eines Verrückten schauen.
Ich atme kurz durch, bevor ich Carl Dieter antworten kann. „Der da draußen, dass ist Liam mein Exfreund und jetzt will er mit dem Messer auf mich los gehen." Carl Dieter guckt mich nur geschockt an. Wahrscheinlich kann er nicht fassen, was er da gerade hört. Ich selbst kann es ja auch kaum glauben.
„Okay. Hast du dein Handy dabei?" Fragt er, während er angestrengt nachdenkt. So als würde er sich einen Plan überlegen. „Nein. Ich habe es leider in meinem Schlafzimmer liegen lassen. Was machen wir jetzt?" Frage ich nervös.
„Ich habe eine Idee." Verkündet Carl Dieter, während er zielgerichtet auf die Wand zu geht, wo sein Regal mit den ganzen Sport Trophäen steht. Die alle hatte er selbst einmal gewonnen. Man würde gar nicht denken, dass dieser ältere Herr mal so sportlich aktiv war, denn jetzt hat einen Bierbauch. Er ist aber immer noch auf Zack.
Mit einem stolzen Lächeln holt sich Carl Dieter seinen Hockey Schläger von der Wand. Mit dem hatte er früher über 100 Spiele gewonnen. Jetzt liegen seine besten Jahre schon lange hinter ihm.
„Du machst ihm gleich die Tür auf und dann komm ich aus dem Hinterhalt." Schlägt er siegessicher vor und eine andere Wahl scheinen wir leider nicht zu haben. Aber was wenn er mit dem Hockey Schläger verfehlt? Dann bin ich definitiv dem Untergang geweiht. Ich stimme aber dennoch seinem Plan zu. Eine bessere Idee habe ich sowieso nicht.
Vorsichtig entriegele ich die Tür, mit der ständigen Angst, dass Liam mich jede Sekunde überrumpeln könnte. Doch dieses Risiko muss ich wohl in Kauf nehmen.
Bis jetzt ist alles leise auf dem Flur, so als wenn er weg wäre. Doch dann tritt er in den Türrahmen. Wieder grinst er mich böse an. Er hat immer noch das blutverschmierte Messer in der Hand. Ich trete ängstlich ein paar Schritte zurück, sodass ich fast hinter mir in das Bett falle.
Carl Dieter steht genauso hinter der Tür, sodass Liam ihn nicht sehen kann. Wahrscheinlich denkt er, dass ich alleine bin. Aber nein, dass bin ich dieses Mal zum Glück nicht.
Liam will mit dem Messer zu stechen, doch Carl Dieter geht in diesen Moment mit dem Hockey Schläger auf ihn los. Er schlägt auf seine Knie und Liam bricht darauf schreiend zusammen. Dann verpasst ihn Carl Dieter noch eine auf die Pfoten, sodass Liam das Messer fallen lässt.
„Ich habe es sogar noch mit 73 Jahren drauf." Sagt er triumphierend, dabei bindet Carl Dieter Liam ans Bett. Danach verständigt er die Polizei. Ich lasse mich währenddessen auf den kalten Boden fallen. Ich bin viel zu erschöpft, um weiter stehen zu können.
Alles, was die letzten Wochen passiert ist, ist zu viel für mich und meine Nerven. Wie viel mehr soll ich noch ertragen? Ist es nicht irgendwann mal genug? Wann hört dieser Horror endlich auf?
Viel zu viele Fragen und keine Antwort. Ich merke wie mir langsam schwindlig wird, bis mir schließlich schwarz vor Augen wird, dabei spüre ich stetig, wie das warme Blut aus meiner Wunde tropft.....
Alles nochmal gut gegangen oder doch nicht? Was könnte die Zukunft für Chloe bereithalten?
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Forbidden desire
RomanceEin verbotenes Verlangen nach dem Mann, den sie nicht lieben darf. Chloe ist 18 Jahre alt und steckt gerade mitten im Abiturstress. Sie ist schwer in ihren Freund Liam verliebt, aber ist er wirklich der, für den sie ihn hält ? Und dann ist da noch...
