Unfair
Wie jeden Morgen fahren wir alle zusammen zur Schule und wie jeden Morgen springt Clara einfach aus dem Wagen, ohne sich zu verabschieden oder Sonstiges. Aber gut, mir kann das egal sein.
Nachdem ich meine Freundinnen entdeckt habe, verabschiede ich mich von meinem Bruder und laufe gut gelaunt zu ihnen. Heute ist ein total entspannter Tag, es stehen keine Tests und ich habe super geschlafen. Wie ich das Gefühl von Unbeschwertheit liebe.
Lächelnd umarme ich beide und trällere ein 'Morgen'. Cara grinst und fragt mich dann: „Alles gut bei dir?"
Ich lächle zurück: „Alles bestens."
Unsere sonst so aufgedrehte Tamara gähnt, doch kann sich die Frage, ob Blake sich nochmal gemeldet hat, nicht verkneifen.
Schlagartig wollen meine Mundwinkel nicht mehr die Grinse-Stellung halten und fallen nach unten.
„Nein, wieso sollte er auch? Und ich wäre dir sehr dankbar, wenn wir da bitte nicht mehr drüber reden, denn es gibt nichts Neues und wenn er uns nochmal hört, bildet der sich wahrscheinlich noch irgendwas ein und darauf habe ich echt sowas von gar keine Lust."
Enttäuscht schnaubt Tam: „Ach Mann, endlich wäre aber mal was spannend gewesen."
Daran wäre gar nichts spannend gewesen, aber gut, wenn sie meint.
Als wir gerade zu dem Kurs laufen, in dem wir alle drei sitzen, muss jedoch Cara das Thema doch nochmal anschneiden: „Aber du hältst uns doch auf dem Laufenden, wenn nochmal irgendwas passieren sollte, oder?"
„Habe ich euch je etwas verheimlicht?", gebe ich leicht verdutzt zurück.
„Dann ist ja gut", stimmt sie sich zufrieden.
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„Ich habe keine Lust mehr, Jules", jammert Cara.
Neben ihr sitze ich in Geschichte und Tam hat sich den Platz neben irgendeinem Typen gekrallt, den sie früher mal heiß fand, doch im Unterricht bemerkte sie dann immer wieder, dass er Eigenschaften hatte, die alles andere als attraktiv waren.
„Ach, so schlimm ist es doch gar nicht", versuche ich optimistisch zu klingen, aber wenn ich ehrlich bin, würde selbst ich gerade den Raum verlassen und bin der Meinung, dass ich meine Zeit echt wertvoller verbringen könnte. Klar, die Geschichte um Thanksgiving ist echt interessant, doch wenn man sie bereits zig Mal gehört hat und sie singen könnte, langweilt einen das Thema nur noch.
Doch momentan hat jede Klasse dieses Thema, denn unsere Schule veranstaltet bald ein Thanksgivingfest, wo unter anderem auch Stände angeboten werden, an denen die Geschichte nochmal ganz ausführlich beschrieben wird. Dann ist großes Essen angesagt und sonst noch andere Sachen.
Auf meine Äußerung hin wirft Cara mir einen Blick des Unglaubens zu.
Schließlich knicke ich ein: „Ja, ja, du hast ja Recht. Ist wirklich öde hier."
Plötzlich spüre ich etwas Spitzes im Rücken und schreie vor Schreck laut auf, sodass die Blicke der ganzen Klasse auf mir liegen.
„Gibt es da hinten ein Problem?", fragt der Lehrer und er beäugt mich aufmerksam.
Keine Ahnung, ich weiß ja nicht, was das gerade bitte war.
„Nein, nein, alles gut", ist dann aber meine letztendliche Antwort.
Kopfschüttelnd dreht der Lehrer sich wieder zur Tafel und fährt mit seinem Unterricht fort, woraufhin die ganze Klasse wieder in Schlaf fällt.
Grinsend, aber auch fragend, schaut Cara mich an: „Was sollte das denn gerade?"
„Die Frage können wir ja gleich weitergeben", leicht wütend wirbele ich zu Blake herum, der nur schadenfroh grinst.
„Was ist dein scheiß Problem?"
„Nun komm mal wieder runter", lacht er, „Ich wollte nur wissen, ob ich schon wieder der Grund eurer Pischperrunde bin."
„Die ganze Welt dreht sich nicht nur um dich, Blake", antworte ich gereizt und schaue ihm wütend in die Augen.
So ein arrogantes Arschloch! Nur, weil ich gestern kurz mal von ihm gesprochen habe, brauch der sich doch nicht sonst was einbilden.
„Ach Kleines, jetzt sei doch nicht so biestig, jetzt hattest du endlich mal Aufmerksamkeit."
Ungläubig prustend drehe ich mich wieder nach vorn und schaue stur auf die Tafel.
„Schade nur, dass nicht jeder so aufmerksamkeitsgeil wie du sein kann, Idiot."
Noch ein kurzes Lachen von hinter mir nehme ich wahr, doch damit habe ich für's Erste Ruhe.
Eigentlich vergeht die restliche Stunde dann sehr ruhig, doch das Ende hätte man sich echt schenken können, denn es werden Aufgaben für Vorbereitungen vom Fest verteilt. Ich hoffe ja doch sehr, dass ich eine anständige Aufgabe bekomme und einen gescheiten Partner, aber da habe ich das Gefühl, dass kein Lehrer mich leiden kann, denn immer bekomme ich entweder den faulsten oder irgendwen sonst, mit dem es sich einfach nicht arbeiten lässt.
Cara hat schon einen Partner, das heißt, dass ich wohl höchstens noch mit Tam arbeiten kann, doch diese Chance ist wohl sehr gering.
Und sie wird zerschmettert, als verkündet wird, dass sie mit ihrem Banknachbar für einen Snackstand verantwortlich ist.
Nach etlichen anderen Namen ertönt dann endlich 'Jules'. Gespannt warte ich auf das, was mir zugeschrieben ist.
„Du wirst dich noch ein wenig intensiver mit der Geschichte beschäftigen müssen und dazu ein Plakat gestalten."
Ja gut, das klingt doch ganz okay. Wenigstens sollte ich das hinbekommen.
„Und dein Partner wird sein:", innerlich bete ich, dass es doch bitte kein Vollpfosten ist, „Milo."
Entsetzt schaue ich meinen Lehrer an und hoffe, dass er sich verbessert, doch er fährt mit seinen Aufzählungen fort.
Plötzlich legt sich ein Arm um meine Schulter und als ich meinen Kopf nach rechts drehe, sehe ich einen grinsenden Milo da stehen.
„Na, da kann dich mein Bro wohl ein bisschen besser kennenlernen in der nächsten Zeit, was?", freut Blake sich total, während ich ihm am liebsten eine knallen würde.
„Nur damit eins klar ist: Blake, du wirst unter keinen Umständen meine Wohnung betreten! Das ist eine Arbeit zwischen mir und ihm und selbst wenn es bei euch so üblich ist, wirst du ihm nicht folgen und mit zu mir kommen!"
Milo grinst und wirft dazwischen: „Und was, wenn ich ihn als moralische Unterstützung brauch?"
Mit zusammengekiffenen Augen schaue ich sie an. „Ihr seid ja schlimmer als Mädchen. Dann wirst du dir 'n Kuscheltier oder was auch immer mitbringen müssen. Er wird nicht mitkommen und jetzt lass mich bitte endlich los."
Ich winde mich aus seinem Griff und gehe zu meinen Freunden.
„Das ist nicht fair, Leute. Das ist nicht fair."
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Hi, Hi (:
Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
Haha, ich hab mit gerade mal 3 Teilen schon über 400 Reads. Also, für viele ist das ja nicht viel, aber ich find's so krass, wenn ich drüber nachdenke, wie lange ich für diese Zahl mit Unfair gebraucht habe. Ich glaube im 4. Kapitel hatte ich höchstens 20 Reads :D
Naja, ich danke euch jetzt mal, nh?
Ihr seid cool, ok?
Bis zum nächsten Mal *wie'neverrückteindereckestehenundwinken*
*(Stellt euch vor, ich schütte einen großen Eimer purer Liebe auf euch.)*
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Knicklichter
Romance"Das heißt, dass wir es lassen sollten", sage ich, auch wenn es mich traurig macht. "Weil wir in einer Stufe sind", stellt Blake fest. Unmerklich schüttel ich den Kopf: "Und weil du du bist und ich nicht damit klarkomme, wenn du mich nochmal verle...
