Ich schrecke von einer plötzlichen Berührung auf.
„Sh Shh."
Ich war so nah dran einfach wegzudämmern und endlich, endlich nach einem so langen Tag einzuschlafen.
Seine Hand liegt auf meinem Mund. Sie ist feucht und riecht nach Zigaretten. Eine sanfte Berührung. Es ist stockdunkel im Zimmer und ich höre nur ganz schwach das Schnarchen von Gabe, der mit mir in einem Zimmer und nur ein Bett über mir schläft. Und ich glaube ihr könnt euch ziemlich gut vorstellen, was Gabe in meinem Leben alles so anrichten könnte, wenn er wüsste, dass Nikita gerade in meinem Bett ist. Unter meiner Decke. Und über mich gebeugt.
Ich starre ihn an. Ich sehe nur seine Umrisse, die Locken, die aus seinem Kopf springen und ganz schwach seine Augen, die in der Dunkelheit fast funkeln.
Mein Herz steht still, als er sich zu mir vorbeugt. Sein heißer Atem ist in meinem Nacken. „Nicht stöhnen." Sein Russisch klingt im Flüstern noch weicher. Erst, als er sich nach unten schiebt, unter die Decke, checke ich, was er vorhat.
Oh mein Gott.
Oh mein Gott.
Okay. Ruhig bleiben, Josh. Wir überleben das. Irgendwie. Also, es ist zwar potenziell möglich, dass ich gerade einen Herzstillstand habe, aber solang ich noch atme ist alles gut. Passiert das grad wirklich, oder verstehe ich hier mal wieder etwas ganz falsch? Niemals. Ich verstehe das falsch oder?
Ich träume. Ich schwöre ich träume. Und gleich wache ich auf mit meiner Hand zwischen den Beinen und realisiere, dass ich's mir eigentlich gerade selbst ... Oh Gott. Er zieht meine Hose runter.
Nein. Es ist kein Traum. Es ist zu echt. Ich spüre seinen heißen Atem auf meiner Haut. Ich spüre die warme Gänsehaut, die sich über meinen ganzen Körper legt.
Ich muss ein leises Stöhnen unterdrücken, als ich seine Zunge an mir spüre, aber mein Körper verrät mich. Ich zucke leicht zusammen, meine Hand greift in die Matratze, und mein Becken hebt sich ihm fast unbewusst entgegen. Er fährt mit seiner Zunge an mir entlang. Sein Zungenpiercing drückt gegen meine Haut. Ich mache die Augen zu. Ich zittere vor Vorfreude.
Nicht stöhnen. Gott verdammt nochmal. Das ich schwerer, als es sich sagt.
Er lässt mich echt zittern. Er zögert es bis in die letzte Sekunde heraus, mich ganz in den Mund zu nehmen. Mein Atem ist schwer, mein Kopf leer, und alles was ich fühle sind seine Lippen, die nur an mir entlangfahren, die Piercings, und seine Hand, die sich sanft bewegt, als wolle er mich gerade erstmal nur vorbereiten, aber scheiße, ich wäre bestimmt schon drei mal gekommen hätte ich mich nicht zusammengerissen. Nein. Ich will nicht, dass er aufhört.
Ich atme erleichtert aus, als er mich in den Mund nimmt. Mein ganzer Körper ist wie elektrisiert.
Er nimmt mich ganz in den Mund, saugt fest und bestimmt, ohne einen Moment nachzulassen. Mein Atem steckt irgendwo fest, ich habe die Luft angehalten, atme abgehackt. Jede seiner Bewegungen ist so präzise, als hätte er nur ein Ziel: mich komplett zu überwältigen, mein Kopf auszuschalten.
Er weiß genau, was er tut. Mit jedem weiteren Zug zeigt er, dass es ihm nicht nur darum geht, dass ich komme - er will mich schmecken. Er will mich genau hier haben: in seiner Kontrolle. Und in diesem Moment fühlt es sich an, als schenke er mir gerade nicht nur einen Gefallen, sondern als würde er es selbst genießen, als hätte er sehnsüchtig darauf gewartet, mich endlich in den Mund zu nehmen.
Ich drücke mir meinen Unterarm gegen den Mund und versuche mich zusammenzureißen. Höre das Schnarchen, ein Beweis, dass wir noch unbemerkt bleiben. Seine Haare kitzeln an meinen Oberschenkeln.
Ich muss einfach träumen. Das ist die einzig logische Erklärung, für was ich fühle.
Ich atme schwer auf, ein Beben, das aus meiner Brust bricht, als er mich tiefer nimmt, greife in seine Haare, kann nicht anders. „Fuck ..." entfährt es mir, flüsternd aber doch viel zu laut für die Stille der Nacht.
Ist das ein Wettbewerb? Will er dass ich stöhne? Fordert er mich heraus? Ich bin so kurz davor. Und er weiß es. Ganz sicher, er spürt es. Und genau in diesem Moment geht er tiefer und verharrt, bis ihn ein unwillkürlicher Hustenanfall überkommt, der so laut ist, dass wir kurz innehalten.
Für eine Sekunde. Zwei. Drei Sekunden.
Und dann hören wir das nächste, laute Schnarchen. Und er nimmt mich wieder tiefer. „Gott ... Scheiße ..."
Als er sich schneller bewegt schaltet alles in mir ab. Ich vergesse alles, ich scheiße auf alles, meine Zehen rollen sich ein, meine Finger krallen sich in den Bettlaken, alles zieht sich zusammen vor Lust und ein plötzliches Stöhnen bricht aus mir heraus. Ein Ausrutscher, der mich leise fluchen lässt.
Ich hätte nie gedacht, dass es nach dem Höhepunkt noch besser werden kann, aber ich bekomme eine Gänsehaut, als er genussvoll stöhnt, genau in dem Moment, als ich in seinem Mund komme. Als würde er etwas Köstliches schmecken - bevor er schluckt. Und nochmal schluckt.
Ich spüre seine heiße Zunge - und kurz, den Piercing - als er über meine Spitze leckt, als wolle er jeden letzten Tropfen von mir.
„Scheiße ..."
Er schiebt sich langsam zu mir hoch, ein glückliches Grinsen auf den Lippen. „Ich weiß." Was zur Hölle macht dieser Junge mit mir? Sein schwerer Atem prallt auf mir ab. „Schlaf gut." Ich ziehe ihn zurück, als er aufstehen will.
Er fällt - das Bett knarzt von seinem plötzlichen Gewicht auf mir, das Schnarchen über uns hört plötzlich auf. Wir beide erstarren, bewegen uns nicht. Unser Atem vermischt sich und wir starren nur, mit großen Augen. Wenn Gabe jetzt aufwacht, sind wir beide am Arsch, oder?
Nikita lehnt seine Stirn gegen meine und ich schließe die Augen. Ich genieße jede Sekunde an Nähe, die er mir gibt, jeden Atemzug. Mein Atem zittert - aus Angst erwischt zu werden, gleichzeitig weil ich seine Wärme so vermisst habe.
Das Schnarchen geht wieder los, sanft und etwas leiser.
„Warum machst du das?" Er macht die Augen auf, was ich im Dunkeln kaum sehen kann. Antwortet nicht. „Du hast nichts davon." Ich muss an seine Geschichte denken. Was ihm beigebracht wurde. Was er gesehen hat. Als Kind. Was er vielleicht fasst hätte tun müssen. Und später vielleicht doch tun musste. Ich frage mich, was seine Intention war. Ob er das wollte. Ob ihm das wirklich Vergnügen bereitet hat, oder ob es nur Schauspiel war. Warum er seinen Freund betrügen würde, mit etwas, das ihm gar nichts bringt.
Ich spüre seinen Atem auf meinem Gesicht und mache die Augen zu. „Ich will nicht, dass du die zehn Prozent vergisst."
Ich lache leise. „Du willst mich wirklich foltern, was?"
Seine Hand ist plötzlich an mir - warm und gleichzeitig feucht von mir, wie eine Spur dessen, was wir gerade getan haben. Ich zucke, atme scharf ein; den Geruch von ihm, dieser warme, salzige Hautgeruch, der mich kirre macht. Mein Herz hämmert. „Das nennst du Folter?"
„Pure Folter. Ich bin in der Hölle."
Er lacht weich, nur ein lachendes Ausatmen. Dann legt sich seine Stirn wieder gegen meine, schwitzig, Haut klebt an meiner und sein Atem bebt. „Vergiss mich nicht."
„Das könnte ich nichtmal wenn ich's versuchen würde."
Er drückt ein einziges Mal kurz seine Lippen auf meine. Ich schließe die Augen. Der Kuss dauert nur Sekunden an, aber ich fühle ihn im ganzen Körper - seine weichen, feuchten Lippen. Ich grabe meine Hand sanft in seine Haare und küsse ihn richtig. Aber da löst er sich schon von mir. „Gute Nacht, Josh."
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I Chose Sin (Deutsch)
Romance„Ich hatte noch nie was mit Nikita." Gelächter, klirrende Gläser. Fast alle trinken - außer mir und meinen Freunden. Nikita wirkt unbeeindruckt, das Feuer taucht sein Gesicht in warmes Rot. Sein Lächeln bleibt ruhig, fast amüsiert, als könnte ihm ke...
