Einsame Nächte

387 18 4
                                    

Daryl

Mein Blick fiel auf Triss,sie hatte einen schwarzen Lederrucksack auf dem Rücken und neben diesem baumelte ein Gewähr herunter.
Seufzend ließ ich meinen Blick von ihr ab und sah auf die Straße vor uns, ich wusste nicht was die letzten Jahre schief gelaufen war aber Triss und ich sind uns kein Stück näher gekommen...
Auch wenn ich mir meist das Gegenteil gewünscht hätte, doch kam uns immer was dazwischen und wenn es kein Rick war oder Beißer dann waren wir es selbst.
Naja was soll ich mich darüber noch lange aufregen, ich hab auch vor dem Untergang lange ohne Sex ausgehalten also auch jetzt.

Die Straße zog sich durch ein Tal,mitten durch einen Wald, wir wusste nicht wo wir waren und Schilder gab es auch keine.
Dadurch folgten wir schon Tage lang der Straße und aßen abends Eichhörnchen die ich in der Früh gejagt habe, ach was sage ich das geht schon die letzten Jahre so.
Als wir noch Bella hatten war das ja kein Problem,wir hatten ein Dach über dem Kopf aber jetzt?

Gerade saßen wir wieder an einem Lagerfeuer und kauten auf dem leicht angebrannten Eichhörnchen herum, die schmeckten mir langsam auch nicht mehr.
"Aoch,Mist, Daryl kannst du mir mal das Duck Tape geben?"fragte Triss,sie hatte es geschafft ihren Rucksack zu fetzten, zum fünften mal.
"Bei dir hilft noch nicht mal Duck Tape"scherzte ich und warf ihr die Rolle zu.
"Ja, dabei hält das doch auch Autos zusammen"sie zog kurz eine Schnute und fing an den alten Lederrucksack zu flicken, der lebt nicht lange der ist jetzt schon mehr Duck Tape als Leder.
So gestalteten sich die meisten unserer Abenden, Aufbau, Essen, wenig reden und schlafen gehen.
Trotzdem herrschte in unserer Gruppe der gleiche Respekt wie früher, Rick hatte immer noch irgendwie das Sagen,ich war der der das Essen brachte und Triss war zu einer Köchin mutiert, sie kann nicht kochen aber kämpfen das hatte sie jedenfalls nicht verlernt.
Ich will jetzt nicht sagen typisch Frau aber es war schon irgendwie so, nur das sie dabei das denken und das sprechen eines Mannes hatte.
Man kann das schwer erklären, sie war keine normale Frau,die Kleider tragen würde oder sich schminkt nein sie war eher der Hosen typ.
Mein Blick fiel mal wieder auf sie, sie saß auf einem umgefallen Baumstamm und schärfte ihr Messer.
Rick saß neben ihr und machte gerade etwas was ich als undefinierbar einstufte und Hunter lag neben mir am Feuer und starrte in der Gegend umher.

Die Wochen zogen ins Land und die Landschaft änderte sich hingegen kein Stück, nur eins änderte sich die Aussicht.
In der Ferne konnten wir ein paar Türme ausmachen, dies spornte uns noch mehr an.
Die Aussicht auf ein Dach über dem Kopf und Wänden die den Wind abhalten waren verlockend.
Was mich und Rick aber am meisten überraschte war Triss sie machte das Tempo vor und dieses war nicht gerade langsam, sie war wie gebannt.
Wir wussten vielleicht nicht wer oder was dort auf uns wartete aber wir waren auf alles vorbereitet.

"Daryl, meinst du wir sollten nicht erst uns alles ansehen und dann rein gehen?"fragte Rick mich der neben mir lief, er fragte mich in letzter zeit oft nach meiner Meinung.
"Besser so, ich habe keine Lust wieder mal bei Kannibalen zu landen"erwiderte ich und er nickte.
Wir planten schon vor, nicht das uns auf einmal ein wütender Mop oder gar eine Herde Beißer uns erwartet, wir wollten kein Risiko mehr eingehen.
Nur Triss war seltsam sie freute sich,wie wir, auf ein Dach über dem Kopf aber trotzdem schien sie doch nicht dort hin zu wollen.
Wenn wir liefen machte sie Tempo,wenn wir aber morgens aufbrechen wollten kam sie kaum aus den Federn.

"Triss sag du mal, sollten wir uns bei Nacht reinschleichen und uns alles ansehen?"rief Rick nach vorn zu der braun haarigen, diese drehte sich um und sah ihn verwundert an.
"Eigentlich eine gute Idee"gab sie zu und wartete mal auf uns, Hunter der ihr nicht von der Seite wich lief trotzdem weiter voraus.
"Dann bauen wir uns dann ein Lager in sicherer Entfernung auf und beobachten dann alles" erklärte Rick ihr nochmal.
"Wenn da wirklich Menschen sind...glaubt ihr das wir mit denen klar kommen?"fragte Triss und sah uns etwas zweifelnd an.
Ich zuckte mit den Schultern,selber wusste ich es nicht.
"Wir sehen mal"kam von Rick und so war unser Urteil über uns selber.
Ob wir wirklich noch mit fremden leben könnten wusste keiner von uns, Rick war verbittert durch den tod von Carl und der kleinen Nervensäge, Triss traute eigentlich keinen Menschen über den Weg und wenn waren ihre Waffen nicht weit von ihr entfernt und bei mir war es nicht anders ich traute keinem Menschen außer denen die hier neben mir standen.
Wir werden wohl wirklich sehen müssen wie diese Menschen waren und wie wir überhaupt auf sie reagierten,denn das hieß neue Regeln zu lernen was wir nicht drauf hatten.

Mhh das erinnerte mich gerade an eine Situation vor zwei Jahren als wir ein Haus fanden uns dort schon jemand wohnte...dadurch das er wollte das wir sich seinen Regeln beugen war er nach dem zweiten Tag tot.
Zivilisiert waren wir schon lange nicht mehr, aber Barbaren waren wir dadurch auch nicht.
Ich mache mir definitiv zu viele Gedanken, genervt von mir selber rollte ich mit den Augen und seufzte laut auf, was mir komische Blicke der anderen bescherte.
Doch verlor keiner ein Wort darüber, worum ich den zwein dankbar war.

This stupid world 2Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt