Teil 25

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<<Zoes POV>>
Langsam blinzelnd öffnete ich meine Augen und war im ersten Moment total verwirrt. Wie war ich in mein Bett gekommen? Was hatte ich überhaupt gestern gemacht? Das letzte, woran ich mich erinner, ist Kenneths Geständnis. Ich rappelte mich halbwegs auf und erschrack, als ich Michael gegenüber von meinem Bett auf einem Stuhl sitzen sah. Er starrte mich mit ernster Miene an. "Was machst du hier?", fragte ich, stets darauf bedacht, möglichst taff zu klingen. "Auf dich aufpassen", sagte er so kalt, dass ich schwer Schlucken musste, um meine Fassung zu bewahren. "Ich brauche keinen Aufpasser, ich bin die letzten Jahre auch ganz gut alleine klargekommen." "Ach ja? Wieso hab ich dich dann gestern wiedermal aus der Scheiße geholt, als du total besoffen auf dem Bürgersteig hingst und dir die Pulsader aufschlitzen wolltest?!", schrie er mich beinahe an. Als er die Worte aussprach, erinnerte ich mich an Bruchstücke. Ich konnte seinem starren Blick nicht länger standhalten und ergriff die Flucht ins Wohnzimmer, kauerte mich auf der Couch zusammen und ließ meinen Gefühlen freien lauf, fing an zu heulen. "Was hat Kenneth zu dir gesagt Zoe?", fragte er in deutlich sanfterem Ton. "Er hat mir alles erzählt! Dass ich bloß eine scheiß Wette für dich war. Dass du mich ins Bett kriegst, wenn du die nette Schiene fährst. Was hab ich dir getan verdammt? Ich hab dir sogar erzählt, dass mir sowas schon mal passiert ist und trotzdem behandelst du mich so?", schluchzte ich. "Zoe ich...das ist nicht wahr! Du warst zu keinem Zeitpunkt eine Wette für mich. Wieso glaubst du denn sowas?" "Weil ich mich schon die ganze Zeit gefragt habe, warum du von jetzt auf gleich so einfühlsam und verständnisvoll warst. Und was du überhaupt von mir willst, ich bin nicht blond, hab keine operierten Titten, ich bin weit weg von perfekt! Diese Wette hat für mich eine Antwort dargestellt." "Denk doch mal nach...wieso sollte ich mir so viel Mühe mit dir geben, wenn es nur eine blöde Wette wäre? Außerdem hätte ich dann die Chance direkt ausnutzen können, als du im Park betrunken versucht hast mich zu küssen. Und überhaupt...ich will doch keine Schlampe als Freundin haben, ich rappe über solche Frauen, aber die spielen überhaupt nicht in deiner Liga Zoe. Ich weiß nicht, warum Kay sowas erzählt, ich klär das mit ihm." Tja da hatte er Recht. Er hätte die Situation im Park sofort ausnutzen können, ich hätte ihn nicht davon abgehalten. Wieso hatte ich Kenneths Worten überhaupt geglaubt? Wahrscheinlich war das ein weiterer Versuch von ihm, mich rumzukriegen. Ich hasse meine kaputte Psyche für das ständige, unkontrollierbare, negative Denken.
"Zoe bitte. Du bist mir wichtig", sagte er leise und rückte näher an mich heran, legte seine Hand um mein Kinn und zwang mich, ihn anzusehen. Er schaute mir tief in die Augen, bevor er mich liebevoll küsste. "Küsst man so jemanden, der nichts weiter als eine Wette ist?", fragte er, nachdem er sich von mir löste. Schniefend schüttelte ich den Kopf. "Es tut mir leid", flüsterte ich.
"Wolltest du dich wirklich umbringen?", fragte Michael nach einer kurzen Zeit des Schweigens. Kurzerhand zuckte ich mit den Schultern: "Ich weiß es nicht. Ich war betrunken. Ich glaube...es war aus dem Affekt. Du weißt ja, was passiert ist, nachdem ich das von meinem Ex erfahren hab. Da wusste ich auch nicht, was ich tat, dachte nicht nach."
Er nickte verständnisvoll: "Versprich mir, dass du das nie wieder tust." "Versprochen."

Mr. Nice GuyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt