Adrienne war in ihrem Leben schon in vielen schicken Restaurants gewesen. Früher, zusammen mit ihren Eltern. Doch das Chez Fabienne übertraf ihre kühnsten Erwartungen. Es schien ein relavtiv neues Restaurant zu sein und war ganz in der Nähe des mondänen Yachthafen von Monte Carlo gelegen. Glas und polierter Stahl dominierten die Inneneinrichtung des Lokals. Trotz der Schucklosigkeit wirkte alles sehr luxuriös. Die wahre Exclusivität spiegelte sich jedoch vor allem in der Tatsache wieder, dass es gerade einmal etwas mehr als ein Duzent Tische gab. Hier wurden die Umsätze nicht über Quantität gemacht, wie Adrienne vermutete.
Dieser Eindruck bestätigte sich, als sie das Klientel des Chez Fabienne einer genauen Musterung unterzog. Einige Gesichter waren ihr noch von früher bekannt, bei anderen handelte es sich um solche Neureichen, die ihre Eltern so verachteten.
Der Ober begrüßte sie mit einem zurückhaltenden Lächeln und führte sie in den hinteren Teil des Restaurants, vorbei an den anderen Gästen, die sie kritisch musterten. Adrienne schluckte. Sie trug ihre üblichen Business-Dress, einen schwarzen Bleistiftrock, der ihr bis knapp über die Knie reichte, einen schmal geschnittenen, ebenfalls schwarzen Blazer und eine weiße Bluse. Aber auch wenn das Kostüm aus der gehobenen Kollektion von Marks & Spencer stammte - es konnte bei Weitem nicht in den maßgescheiderten Ensemble mithalten, die hier zur Schau getragen wurden.
Kleidung ist nicht wichtig, sagte sie zu sich selbst. Sie hatte nach ihrem Studium gleich darauf bestanden, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Obwohl ihre Eltern nicht dafür gewesen waren, dass sie nach London ging, hatten sie ihr doch sofort angeboten, sie zu unterstützen, doch das wollte sie nicht. Wenn sie nicht werden wollte wie sie, dann musste sie es allein schaffen, hatte sie sich gesagt. Und dieses Vorhaben auch all die Jahre über durchzuhalten. Sie erreichten ein kleines Separee. Lucien wartete bereits an einem Tisch für zwei, auf dem eine Flasche Champagner in einem Kübel und zwei Gläser standen. Er war mit seinem Smartphone beschäftigt und blickte nicht einmal auf, als Adrienne näher kam. Unsicher räusperte sie sich, aber da sie nicht wusste, was sie sagen sollte, schwieg sie einfach. Der Ober rückte ihr den Stuhl zurecht, sie nahm Platz, und Lucien bedeutete dem Mann mit einer Handbewegung, sich zurückzuziehen.
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Schicksalstage in Monaco *Abgeschlossen*
RomanceAdrienne fühlt sich unwiederstehlich zu ihrem attraktiven Boss Lucien Dupont hingezogen. Aber sie darf sich keine tieferen Gefühle für ihn erlauben! Denn der skrupellose Geschäftsmann aus Monaco hat scheinbar nichts Geringeres im Sinn, als ihre Fami...