Zur selben Zeit wartete Adrienne in Luciens Büro auf seine Rückkehr, nervös und angespannt, als sich erneut ihr Handy meldete. Zuerst wollte sie das Gespräch nicht annehmen, doch der Anrufer war harthäckig und versuchte es erneut, als die Mailbox sich einschaltete. Seufzend holte sie das Handy aus ihrer Tasche. Als sie die Nummer ihres Vaters auf dem Display entdeckte, erschrak sie.
,,Papa!'' Sie atmete tief durch. ,,Was ist los? Ist etwas mit Mama?''
,,Nein, ma fille'', antwortete ihr Vater sofort. ,,Mit deiner Mutter ist alles in Ordung. Allerdings...'' Er räusperte sich. ,,Es tut mir leid, dir das am Telefon sagen zu müssen, aber ich fürchte, dein Einsatz für die Firma war umsonst.''
Adrienne runzelte die Stirn. ,,Was? Wie meinst du das? Lucien hat mir doch...''
,,Dein Lucien hat dich an der Nase herumgeführt, mein Kind. Ich weiß nicht, warum er das getan hat - aber heute hat er sich offenbar entschlossen, seine Deckung aufzugeben. Dupont hat uns ein Übernahmeangebot unterbreitet und gleichzeitig einige offene Forderungen präsentiert, die unsere Lieferanten an ihn abgetreten haben.''
Schockiert ließ Adrienne das Handy vom Ohr sinken. Sie konnte nicht fassen, was sie da hörte. Lucien hatte ihr doch versprochen, dass es dazu nicht kommen würde! Es war ein Bestandteil ihrer Vereinbarung gewesen, für ihn zu arbeiten!
Daraus konnte sie nur einen Schlus ziehen: Lucien hatte sie von Anfang an nur augenutzt. Es war nie seine Absicht gewesen, ihr zu helfen. Uns sie hatte sich einfach von seinem Charme und seiner Ausstrahlung einlullen lassen.
Verdammt, Adrienne, du hast sogar mit ihm geschlafen!
,,Adrienne? Adrienne, ma fille, bist du noch dran? Die Stimme ihres Vaters, die aus dem Handy drang, holte sie zurück auf den Boden der Realität. ,,Papa, ich melde mich später noch einmal bei dir'', sagte sie und beendete die Verbindung. Sie atmete tief durch. Ihr Herz raste. Sie konnte nicht glauben, was sie da gerade erfahren hatte. Aber warum sollte ihr Vater sie anlügen? Tränen traten ihr in die Augen, als ihr klat wurde, was das bedeutete. Vermutlich konnte sie froh sein, dass er gerade noch rechtzeitig sein wahres Gesicht gezeigt hatte. Beinahe hätte sie sich vor ihm ganz schrecklich zum Narren gemacht. Ihr wurde ganz übel bei dem Gedanken, dass sie ihm um ein Haar ihre Liebe gestanden hätte.
Was für ein naives Dummchen war sie bloß gewesen?
Doch so sehr sie es auch wollte, sie konnte beim besten Willen keine Erleichterung empfinden. Nur Traurigkeit und tiefe, niederschmetternde Enttäuschung.
Sie stand auf und wollte gehen, als sie doch noch verharrte und schließlich zum Schreibtisch zurückkehrte. Auch wenn sie sich nicht vorstellen konnte, Lucien noch einmal gegenüberzutreten, sollte er wissen, was sie von ihm hielt. Deshalb nahm sie sich ein Blatt und einen Stift und brachte ihre Gedanken zu Papier.
Als sie fertig war, straffte sie die Schultern und verließ hocherhobenen Hauptes Luciens Büro. In ihrem ganzen Leben hatte sie sich noch nie so gedemütigt gefühlt wie in diesem Augenblick. Doch das würde sie sich nicht anmerken lassen.
Um keinen Preis der Welt.
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Schicksalstage in Monaco *Abgeschlossen*
Lãng mạnAdrienne fühlt sich unwiederstehlich zu ihrem attraktiven Boss Lucien Dupont hingezogen. Aber sie darf sich keine tieferen Gefühle für ihn erlauben! Denn der skrupellose Geschäftsmann aus Monaco hat scheinbar nichts Geringeres im Sinn, als ihre Fami...