Kapitel 16

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Beim Abendessen war es still und keiner traute sich etwas zu sagen. Endlich durchbrach Erica die Stille. "Ähm... Können wir heute vielleicht Bowlen fahren?", fragte sie und sah mich fragend an. Ich nickte nur und stimmte ihr damit zu. Das war eine gute Idee. "Wäre das möglich?", wollte Josh wissen und sah zu Logan. Dieser zuckte nur mit den Schultern. "Möglich wärs. Wir können nach dem Essen los fahren, wenn alle einverstanden sind", schlug er vor und sah sich um. Die Mädels blickten sich unsicher an. "Bist du sicher, dass du das willst?", fragte mich Tessa sanft. Mich nervte es, wenn sie mich so bemutterte. "Ja Tessa ich will das!", sagte ich etwas zu nervig und sah sie danach entschuldigend an. "Schon okay. Von mir aus können wir gern fahren", ließ sie sich breit schlagen und nun waren auch die anderen dafür. Schnell aßen wir auf und machten uns dann auf den Weg. Es war für den Spätsommer recht kühl Abends deshalb nahm ich mir noch eine Jacke mit und nahm dann neben Raven im Auto platz. "Wie kann es sein, dass du und deine Schwester euch überhaupt, aber auch gar nicht, ähnlich seht?", fragte ich sie verblüfft. Mir war es schon aufgefallen, dass Raven und Susanna ziemlich unterschiedlich waren, aber irgendetwas veranlasste mich dazu, sie darauf anzusprechen. "Zwillinge müssen nicht immer gleich aussehen Rose", erinnerte sie mich lächelnd. "Ja, aber bei euch ist es so extrem!" Sie zuckte nur mit den Schultern. "Ja, aber daher sind wir vom Charakter her gleich. Und mal ganz ehrlich: Wären wir eineiige Zwillinge würden wir euch den Verstand rauben!" Sie nickte nur und verzog dabei das Gesicht. Ich begann zu lachen. "Oh ja das würdet ihr. Sag mal Raven hast du eigentlich einen Freund?", fragte ich sie ernst. Schwer schluckte sie ehe sie mit dem Kopf schüttelte. "Ich hatte um ehrlich zu sein. Er ist vor 2 Jahren hier her nach Amerika gezogen." Sie zog ihr Handy heraus und zeigte mir schließlich ein Bild von ihm. Ich lächelte wieder. "Sieht ganz nett aus", brachte ich heraus und sie nickte sofort. "Ja. Er ist oder war es besser gesagt auch. Ich vermisse ihn wirklich sehr Rose... Bei ihm war es nicht so wie... Bei dir und ihm", flüsterte sie ganz leise, sodass ich mir nicht sicher sein konnte, was sie sagte. Mit mir und ihm? Ich hatte doch niemanden. "Sags ihm Rose!", verlangte sie. Verwirrt zog ich die Augenbrauen zusammen. Mit ihrem Kopf deutete sie auf den Platz vor uns. Logan. Schwer schluckte ich. War ich wirklich so durchschaubar? "Wir sind da Ladies!", lachte Erica und hielt mir die Hand hin. Ich dankte ihr und stieg aus dem Auto, gefolgt von Raven. Noch einmal musterte ich Susanna. Es war schon eine Ironie, dass Raven blonde Haare hatte und Susanna schwarze, aber ich belächelte es. Sie sahen sich tatsächlich nicht ähnlich. Raven war die Ältere der beiden. Zwar nur 3 Minuten, aber immerhin älter. Zusammen lief ich neben Raven durch die Stadt. "Wie hieß er?" "Mark. Mark Smith." Ich nickte als Zeichnen, dass ich verstanden hatte, obwohl sie nicht zu mir sah. "Ich denke er mag dich auch", sprang sie wieder zu mir und Logan. "Bringt mir das was?", interessierte ich mich. "Eventuell. Wenn du das Richtige tust", antwortete sie. "Und was ist das Richtige?" Sie seufzte leise. "Wenn ich das wüsste Rose. Wenn ich das nur wüsste." Ich nickte. Da war das Problem. Woher sollte man wissen was richtig und was falsch war? Was, wenn es richtig für ihn, aber falsch für mich war? Oder andersherum? Das Leben stellt einen so viele Fragen. Welche Frage die bedeutendste ist weiß man eben nicht. Da alle diese kleinen, unbedeutenden und sinnlosen Fragen das Leben ausmachten. "Woher soll ich wissen, ob er zu Hause jemanden hat?", fragte ich wieder. "Du kannst es nicht wissen. Du kannst nur vertrauen. Auch wenn das manchmal der größte Fehler ist, den man machen kann." Ich nickte erneut. Raven hatte Recht. Vorsichtig nahm sie meine Hand und drückte diese kurz. "Wenn es für dich richtig, aber für ihn falsch ist, dann denk an dich. Sei selbstsüchtig. Einmal in seinem Leben muss man das sein. Und selbst wenn es der schlimmste Moment ist, den man sich ausmalen kann Rose, sei selbstsüchtig. Es ist dein Leben. Du musst es so verkraften, wie es ist. Wenn du damit nicht leben kannst, wirst du es nie tun. Deswegen denk gut nach bevor du handelst. Sonst ändert sich alles. Und denk dran Rose. Findet dein Leben endlich eine Antwort auf deine Frage, wird sich die Frage ändern und du denkst es geht wieder von vorn los. Lass es einfach auf dich zu kommen okay? Das wäre das beste." Ich drückte ebenfalls ihre Hand. Sie war wundervoll. Die ganzen Menschen waren mir so sehr ans Herz gewachsen. Susanna. Erica. Raven. Tessa.  Josh. Logan. Ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen wie es ohne sie wäre. Und das wollte ich auch nicht. Ob ich heute noch mit Logan reden würde? Ich wusste es nicht. Ob ich es blöd ist zu warten? Nach Ravens Worten nicht mehr. Wir werden miteinander reden, wenn es so weit ist. Bis dahin genieße ich mein Leben und lasse alles andere auf mich zu kommen. 

Erinnerung Ans VergessenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt