"Du musst es ihr sagen!", verlangte Tessa zischend. Ruhig lag ich auf dem Bett und lauschte dem Gespräch. "Aber warum? Wieso sollte sie es von mir hören wollen?", fragte er wieder. Schon lang führten die beiden so eine Diskussion. Wer von den beiden mir sagen würde, welche Personen meiner Familie gestorben waren. "Logan bitte! Sie wird es mir nicht glauben", argumentierte Tessa. Und da hatte sie Recht. Ich würde ihr nicht glauben. Endlich wurde die Tür geöffnet und beide traten ein. "Wer ist es?", hauchte ich. Logan setzte sich zu mir ans Bett und nahm meine Hand. "Deine Mutter und dein Bruder konnten sich in einer Ruine verstecken. Dein Vater hat es leider nicht geschafft." Schwer schluckte ich. Mein Dad war tot. Erneut bahnten sich Tränen Wege über meine Wangen. Stumm weinte ich. "Rose", hauchte er und strich mir über den Arm. "Lass mich in Ruhe!", schrie ich aufgebracht. Was denkt er, wer er ist?! "Rose ich bitte dich", fing er wieder an, doch ich unterbrach ihn. "Lass mich in Ruhe verdammt! Geh zu deiner tollen Erica und steck ihr die Zunge in den Hals! Lass mich allein!", schrie ich erneut. Geschockt starrte er mich an, ehe er sich erhob und ging. Jetzt hatte ich ihn auch noch verjagt. Doch das würde mir erst morgen etwas ausmachen. Heute war mein Dad gestorben. Wahrscheinlich schon gestern. Mein Vater. Mein Held. Ich dachte an die vielen Dinge, die wir zusammen taten, als noch alles gut war. Als er meine Welt noch beschützt hatte. Als ich ihn noch jeden Tag gesehen hatte. Doch heute, oder gestern, wurde er mir einfach genommen. Er war nicht mehr da. Ich würde ihn nie wieder sehen. Nie wieder konnte ich ihn umarmen, oder mit ihm lachen oder weinen. Er war einfach weg. "Rose?", riss mich Tessas sanfte Stimme aus den Gedanken. "Ich wäre jetzt gern allein Tessa. Tu mir den Gefallen ja?" Ich sah sie nicht an. Mein Blick blieb an der Decke kleben, die Hände waren auf dem Bauch zusammengefaltet. "Ist okay. Ich werde dir nachher das Essen bringen okay? Ich hab dich lieb." Ich wusste, dass Tessa sich Sorgen machte. Sorgen um mich, aber auch Sorgen um ihre Familie. Sie haben sich noch nicht bei ihr gemeldet gehabt.
Als irgendwann die Tür geöffnet wurde dachte ich, es sei Tessa, doch ich irrte mich. Erica stand im Zimmer. "Mein Beileid Rose", begann sie, doch ich schwieg. "Logan hat es mir erzählt", fuhr sie fort. "Aha", war meine geistreiche Antwort. Ich wollte das alles jetzt nicht hören. "Ich wollte dir nur sagen, dass...", ich unterbrach sie ,"Erica bitte ich will das alles nicht hören. Es tut mir leid, dass ich ihm das gesagt habe. Ich wollte nicht, dass eure Beziehung darunter leidet. Tut mir leid." Doch sie schüttelte mit dem Kopf. "Rose du verstehst nicht...", "Doch ich verstehe Erica." Die Tür wird erneut geöffnet und diesmal trat Logan herein. Als er mich und Erica erblickte sah ich von einem zu anderem. Als würde er Pro und Kontra von jedem Abwegen. "Setz dich Logan", sagte sie und bestimmte über meinen Kopf hinweg. Er tat, was sie sagte und nahm dabei noch meine Hand, die ich ihm aber sofort entzog. Erneut griff er nach meiner Hand und dies mal hielt er sie so fest, dass ich meine nicht mehr aus seiner herauswinden konnte. "Du wirst uns jetzt genau zu hören Rose hast du gestanden? Logan und ich sind nicht zusammen." Verwirrt umschloss nun auch ich die Hand des Soldaten. Sanft strich er mir mit seinem Daumen über meinen Handrücken. Fragend setzte ich mich auf. "Aber... ich habt doch vorgestern...", stotterte ich. "Wir haben uns umarmt, weil... Rose wir sind Geschwister." Überrascht hob ich die Augenbrauen. Damit hätte ich jetzt ja nicht gerechnet. "Oh Gott und ich fahre dich so an!", rief ich erschreckend und sah zu ihm. "Logan es tut mir ja so leid!", hauchte ich. "Schon okay. Aber jetzt hör erstmal zu. Wir sind noch nicht fertig." Ich nickte nur und wandte mich dann wieder zu Erica. "Wir sind Geschwister. Meine Mutter ist mit mir nach Schweden gezogen und mein Vater ist hier bei Logan geblieben. Dann hat sie meinen Stiefvater kennengelernt", fing sie an langsam zu erklären. Dabei rückte ich immer näher zu Logan. Ich wusste nicht, woher ich den Mut auf einmal nahm. "Er hat mich umarmt, da ich ihm von mir und Josh erzählt hatte. Und von meiner, unserer Mutter, die ihn gern mal sprechen würde. Es war sicher nicht einfach für sie, so weit entfernt von ihrem Sohn zu sein." Ich schüttelte mit dem Kopf. "Ich habe das total falsch verstanden", war meine geistreiche Aussage. "Ja, leider ja. Aber jetzt ist alles geklärt oder? Denn ihr solltet wirklich dringend mal miteinander reden", sagte Erica, umarmte mich nochmal, und verließ dann das Zimmer. Langsam sah ich auf und blickte ich die leuchtenden Augen von Logan.
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Erinnerung Ans Vergessen
RomansaNachdem Deutschland von den neoNazis übernommen wurde marschierten sie weiter nach Norden um Schweden zu erreichen. Doch dieses Land ist bestens vorbereitet und schickt alle Kinder nach Amerika. Unter ihnen auch die junge Rose Mitchell, gerade 18 ge...
