Part 52 - No words

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Hallo! :)
Ihr wisst gar nicht, wie lange ich diesen Part schon schreiben bzw. später dann posten wollte! Seit dem Anfang stand diese Szene schon fest und endlich kann ich sie euch präsentieren! Ich hoffe jetzt wirklich sehr, dass sie euch gefällt. Und keine Sorge, alle Fragen, die aufgeworfen werden, klären sich früher oder später... :)

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Part 52 – No words

(dt. keine Worte)

Es zerreißt mich, es ertränkt mich, es friert mich ein. Mein Körper scheint ebenfalls zu sterben, während meine Seele Feuer fängt. Alles brennt.

Als ich aufwache, wird es mir klar.

Er ist gegangen. Für immer. Einfach so.

Mein Verstand kann es nicht verstehen. Man kann es einfach nicht. Man weiß es vielleicht, hört es, liest es. Aber verstehen? Ist nicht möglich.

Unwillkürlich zieht sich mein Herz schmerzhaft immer weiter zusammen. Vielleicht um das Loch zu stopfen, das hineingerissen worden ist.

Man sollte Trauer, Schmerz, Wut, Angst, Verzweiflung spüren – stattdessen spüre ich gar nichts mehr, ich bin wie taub, wie losgelöst. Oder vielleicht kann ich dieses Gefühl auch einfach nicht beschreiben. Es gibt kein Wort dafür.

Leer und hohl. Mehr ist da nicht mehr.

Es ist wie ein Käfig, der dich umgibt und unablässig in die Tiefe zieht.

Er ist aus dem Leben gerissen worden. Wie ein Grashalm, das von einem Kind heraus gezupft wird. Ohne Hintergedanken und schlechte Absichten, aber trotzdem lebennehmend.

Ich könnte tausende Seiten füllen und es wäre dennoch nicht genug, ich könnte ein Wort schreiben und es könnte alles sagen.

Ich fürchte mich nur vor dem Moment, in dem seine Stimme verblasst, sein Gesicht schwindet, ich anfange zu vergessen.

Und ich kann nichts tun außer weinen, weinen, weinen bis die letzte Träne versiegt.

Erstaunlicherweise wird gegen Abend alles besser. Ich höre auf zu weinen, esse ein bisschen was. Scheine wieder etwas mehr ins Leben einzutauchen.

Und dennoch: alles fühlt sich so falsch an.

Und ich fühle mich so schuldig. Schuldig, weil ich ihn doch nicht mehr besucht habe. Was ist, wenn er bis zu seinen letzten Minuten gedacht hat, dass er mir so egal ist?

Ich drücke mir mit den Handballen auf meine Augen. Nein, gib mir wenigstens eine kurze Pause davon, bete ich innerlich.

Schon ironisch. Wie mich die ganze Sache mit Harry und Zayn durcheinander gebracht hat, manchmal auch zum Verzweifeln gebracht hat. Wenigstens habe ich da etwas gefühlt.

Das hier ist viel schlimmer.

Seit einer Woche habe ich Ferien. Vor einer Woche habe ich noch gedacht, das Schlimmste ist es gewesen, als Zayn mich so verletzt hat. Wie man sich täuschen kann.

Irgendwann bittet mich meine Mutter, den Müll rauszubringen. Seufzend schlüpfe ich in meine Schuhe und gehe zu unseren Mülltonnen, lasse den Sack hereinfallen.

Als ich mich umdrehe und zurück zur Haustür laufen will, fällt mir eine Person auf.

Eine große, dunkle Gestalt, die sich zielsicher auf mich zubewegt.

Ich möchte schon schneller werden, doch da erkenne ich ihn. Das würde ich wahrscheinlich immer. Ich habe mich inzwischen so an seine Silhouette gewöhnt.

Harry kommt näher. Und je näher er ist, desto klarer wird mir, dass er sich gar nicht so zielsicher bewegt. Es ist fast ein bisschen stockend, unsicher.

Ich zucke zusammen, als ich sein Gesicht sehe. Die sonst funkelnden Augen sind verdeckt. Verdeckt von Tränen, die über seine Wangen perlen, ihre feuchten Spuren hinterlassen.

Harry weint?

Meine Stimme ist immer noch etwas zittrig, gebrochen von den Ereignissen. „Harry?“

Er sagt nichts, überwindet nur die letzten Meter zwischen uns.

Es ist fast wie ein Hochgefühl, als wir uns letztendlich berühren und er seine starken Arme um mich schlingt, mich hält und fest an ihn drückt.

Seine offene Jacke drückt mir etwas gegen die Wange, aber es ist egal.

Ich erwidere seine Umarmung, lege meine Arme ebenfalls um ihn. Wir halten uns gegenseitig und ich lasse mich fallen, darin einhüllen.

Da ist nichts, rein gar nichts, von dieser besitzergreifenden Art, die er sonst so drauf hat.

Diese Geste ist beschützend, besorgt.

Und dann erkenne ich es: Er, Harry, klammert sich geradezu an mich. Verzweifelt, verdurstend, nach Nähe sehnend.

Meine Probleme verschwinden nicht, aber sie rücken etwas in den Hintergrund, als ich mich darüber wundere.

Seine Wärme ist einlullend, beruhigend. Tief atme ich seinen Duft ein, lasse all die Luft wieder ausströmen. Sein Herzschlag ist gleichmäßig, schlägt gegen mein Ohr.

Seine Stimme, die ein bisschen heiser klingt, flüstert immer wieder: „Es tut mir leid, es tut mir so leid.“

Ich weiß nicht, was mit ihm los ist, aber ich habe das Gefühl, dass ich gerade ihn tröste. Und es bereitet mir Sorgen. Harry hat auf mich immer so stark gewirkt. Und ihn jetzt so gebrochen zu sehen, schockt mich. Schockt mich sogar noch mehr als bei Zayn.

Wir stehen lange so da. Denke ich. Vielleicht sind es auch nur zwei Minuten.

Harry scheint sich immer mehr zu beruhigen, aber seine Augen glänzen immer noch, als ich meinen Kopf hebe und in diese blicke.

„Geh nicht, Lauren“, er ist verzweifelt, klingt so leise. Es bricht mir fast nochmal das Herz, so wie es der Tod meines Großvaters getan hat.

Er sagt es zu mir, doch das ist nicht nötig. Ich habe gar nicht vorgehabt zu gehen.

In diesem Moment erkenne ich es. So klar und deutlich erscheint es vor mir, dass ich es nicht sofort verstehe.

Aber dann breitet sich die Gewissheit wie ein warmes Feuer in meinem ganzen Körper aus. Stärkt mich.

Ich habe etwas verloren – aber ich habe auch etwas bekommen.

 Beim Bild müsst ihr euch halt Harry vorstellen - natürlich bekleidet haha. :D

Toxic Love (Harry Styles/Zayn Malik FF; AU)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt