Hallo! :)
Danke für eure Votes & Kommentare. Viel Spaß mit Part 60. :)
Part 60 – Cheerfulness
(dt. Fröhlichkeit)
In meinem Traum stehe ich wieder am Grab meines Großvaters.
Harry taucht plötzlich auf, nimmt mich in den Arm. Aus irgendeinem Grund will ich ihn wegstoßen, vielleicht weil ich alleine sein möchte. Aber er murmelt mir ins Ohr, direkt bevor ich aufwache: „Ich sagte doch, ich lasse dich nicht alleine. Du kannst es noch so sehr verneinen, manchmal braucht man das, auch wenn man es jetzt noch nicht versteht.“
Und als ich wach bin, habe ich das Gefühl, dass er mir genau das auch so sagen würde und es nicht nur meiner Vorstellungskraft entspringt.
Ich bin ihm dankbar, so dankbar für seine Gesellschaft. Ein Wunder, dass ich das tatsächlich mal sage.
Ich weiß, dass Skye und Ginger beide gestern angekommen sind.
Aber ich habe mein Handy nicht angeschaut, unberührt und auf lautlos gestellt liegt es auf meinem Schreibtisch.
Ich schiebe die Konfrontation mit ihnen hinaus, möchte nicht über seinen Tod reden.
Aber andererseits lieber jetzt in den Ferien, als später.
Und ich habe ihnen versprochen, dass wir am Ende noch mal etwas zusammen machen.
Ich seufze. Wie schnell und gleichzeitig unglaublich langsam zwei Wochen doch vergehen können.
Wenn ich über meinen Großvater nachdenke, überkommt mich immer noch diese Traurigkeit. Vor allem wenn ich die Überlegungen ausführe: dass ich ihn einfach nie wieder sehe. Und es wird sicher seltsam sein, wieder zu meiner Oma nach Hause zu gehen. Es wird sich anfühlen, als ob er jeden Moment reinkommen könnte, aber er tut es nicht, weil er zum Beispiel noch einkaufen ist.
Ich strecke mich, stehe auf, versuche wenigstens noch irgendetwas Schönes an den letzten zwei Ferientagen zu machen. Zusammen mit meinen besten Freundinnen – ich bin mir sicher, dass sie mich ablenken können.
Als ich mein Handy zur Hand nehme, sehe ich schon wieder unzählige Nachrichten von Skye. Ginger hat mir nur zwei geschrieben, wofür ich dankbar bin.
Wenn mit mir irgendetwas los wäre, würden tausend gesendete Nachrichten auch nichts ungeschehen machen, mich auch nicht retten oder ähnliches.
Trotzdem muss ich darüber lächeln, dass Skye sich so besorgt erkundigt.
Ich schreibe den beiden letztendlich, verrate aber noch nichts über die neuesten Geschehnisse. Das muss warten.
Wir entscheiden uns dazu, wieder zu Skye zu fahren, worüber ich recht froh bin.
Und meinen Eltern, besonders meiner Mutter, ist das sicher auch lieber.
Nachmittags setze ich mich dann in den Bus, mache mich auf den Weg zu Skye.
Überlege mir unwillkürlich, was den Leuten um mich herum schon so zugestoßen ist. Ich könnte es nicht von ihren Gesichtern ablesen. Ist mein Schicksal offensichtlich? Oder trage auch ich eine undurchsichtige Maske zur Schau, die mein ganzes Wesen verbirgt?
Ein kleines Mädchen, vielleicht vier oder fünf Jahre alt, lächelt mich an, zeigt ihre Hände und entblößt eine Zahnlücke. Ich grinse zurück, senke dann wieder den Kopf, weil ich prompt daran denke, dass mich Leute vielleicht dabei beobachten.
Schon schlimm, über was man sich alles Gedanken machen kann.
Mein Leben ist in Ordnung gewesen – dann ist es aus dem Ruder gelaufen. Und ausgerechnet jetzt, denke ich darüber nach, wie viel schlimmer ich es haben könnte.
Schon ironisch. Aber ich schätze, das läuft so. Es führt mir vor Gedanken, dass ich zwar etwas Schlimmes erlebt habe, aber mich davon erholen kann, dass alles viel schrecklicher kommen könnte. Das ist mir bewusst, aber…
Ich höre auf, mir darüber den Kopf zu zerbrechen.
Die nächste Stunde wird wahrscheinlich schlimm genug, wenn ich Skye und Ginger alles erzähle.
Wir fallen uns alle drei in die Arme, obwohl wir uns nur zwei Wochen lang nicht gesehen haben. Aber solche zwei Wochen können sehr lang werden, das habe ich am eigenen Leib erfahren müssen.
Ginger sieht unglaublich ausgeruht und ausgeglichen aus. Wahrscheinlich ist sie froh gewesen, dass sie von all dem hier mal weggekommen ist. In letzter Zeit hat sie viel leidender ausgesehen, als ob sie irgendetwas bedrückt. Aber Ginger ist Ginger, das heißt sie redet nicht viel darüber, wie es ihr geht. Ich respektiere es, habe ihr schon oft angeboten, dass sie zu mir kommen kann, doch sie winkt dann immer ab.
Skye strahlt ebenfalls mehr als sonst. Und ich weiß, dass es absolut echt ist. Nichts davon ist aufgesetzt. Und ich fühle mich unglaublich schlecht, dass ich jetzt mit solchen Nachrichten ankomme, die Stimmung von vornerein zerstöre. Vielleicht sollte ich warten, nur noch bis morgen…
„Lauren, ich sehe doch, dass dir was auf dem Herzen liegt. Was ist los?“, Skye grinst mich an, denkt wohl, dass ich mir nur Sorgen wegen Harry und Zayn mache.
„Ja, was ist so passiert?“, erkundigt sich jetzt auch Ginger und spielt offensichtlich auf die Jungs an.
„Erzählt ihr ruhig zuerst“, ich lächele zaghaft, schlucke.
Bete, dass sie darauf eingehen.
„Ehrlich, bei mir gibt’s nicht viel zu erzählen“, Ginger zieht eine Augenbraue hoch. „Aber es war gut. Gut wegzukommen, bevor ich diese kleine Schlampe wieder zu Gesicht bekomme.“
Wie ich es mir gedacht habe. Ich hege keinen Zweifel daran, dass sie Meredith mit Schlampe meint.
„Ihr werdet mir wahrscheinlich nie glauben, was passiert ist“, lacht Skye, fummelt ein bisschen nervös an ihren Ärmeln herum.
„Bist du verlegen? Was ist passiert?“, die beiden sind so gut drauf, dass ich selbst bessere Laune bekomme. Ginger sieht Skye erwartend an.
„Ich habe Louis getroffen“, Skye grinst schief, vermeidet dann allerdings Augenkontakt mit Ginger. Die seufzt einmal, meint dann: „Selbst das vermiest mir meine Laune heute nicht.“
„Hey!“, Skye schüttelt gespielt empört den Kopf.
„War doch nur ein Scherz“, Ginger hält abwehrend ihre Hände vor ihren Körper.
„Du hast Louis getroffen? Warst du nicht in Spanien?“, frage ich verwirrt.
„Ja, war ich. Aber er war auch da. Hat lauter süße Sachen gesagt und ja… es war schön“, ein Lächeln breitet sich über Skyes Gesicht aus.
„Details?“, bohrt Ginger nach.
Lachend schüttelt Skye den Kopf.
„Lassen wir erst mal Lauren erzählen!“, gespannt beobachten mich die beiden.
Ich setze mich auf Skyes Bett. Bereite mich vor, aber es hilft nichts.
So oder so wird es schmerzen.
Ich atme einmal tief durch, sehe sie dann bedauernd an.
Ihre Mienen sind fragend, noch können sie es nicht ahnen. Wie auch?
Und als ich beginne, senkt sich Stille auf das Zimmer, allein meine leise Stimme ist zu hören, hallt von den Wänden wieder, sickert durch ihre Ohren in ihr Gehirn, bis sie es verstehen und realisieren.
Starke Seile spannt sie, dünn wie Fäden reißt sie. Du kannst ziehen und ziehen und sie wird halten, ein winziger Ruck entzweit sie. Sie überquert Schluchten und Abgründe, aber kann dich auch fallen lassen, in dieses tiefe, tödliche Loch.
Ich bete, dass meine Freundschaft zu Skye und Ginger niemals reißen wird, mich nicht fallen lassen wird.
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Toxic Love (Harry Styles/Zayn Malik FF; AU)
Fanfiction~ Der Wald ist dunkel, voller Gefahren. Du solltest nachts nicht mehr dort herumirren. Aber ich bin froh, dass du es tust. Froh, dich gefunden zu haben. Deine blasse Haut leuchtet fast gespenstisch aus der Schwärze hervor. Du hast Angst, aber du ges...
